16. Mai 2020 / 16:41 Uhr

Meisterfeiern sind nur aufgeschoben

Meisterfeiern sind nur aufgeschoben

Christoph Staffen
Lübecker Nachrichten
Die Party nach dem Aufstieg konnte in diesem Jahr nicht direkt auf dem grünen Rasen steigen.
Die Party nach dem Aufstieg konnte in diesem Jahr nicht direkt auf dem grünen Rasen steigen. © 54° /Garve
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Den Titelgewinn über Whatsapp feiern? In Zeiten von Corona keine Seltenheit - Doch die Meister aus dem Lübecker Fußballland haben schon jetzt sehr genau Pläne, wie sie es nachträglich krachen lassen wollen. Wir haben nachgefragt...

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In der letzten Minute fällt das Tor zum 2:1, der Schiedsrichter pfeift ab, der Aufstieg ist perfekt. Die Fußballer reißen die Arme hoch, die Einwechslungsspieler stürmen in Meistershirts den Platz, Sektkorken knallen, der Trainer bekommt eine Bierdusche und wildfremde Menschen liegen sich jubelnd in den Armen – nur nicht in Corona-Zeiten, in denen die Meister und Aufsteiger per Mail informiert wurden. Die Feiern sind aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Doppelte Feier bei Oberligaprimus SV Todesfelde

Am Samstag hätte Oberligist SV Todesfelde Meister werden können – gefeiert wurde schon längst mit zwei Dritteln der Mannschaft per Videoschalte, nachdem das Team nach dem Saisonaus zum Staffelsieger erklärt wurde. „Die Feier wird wie unsere Abschlussfahrt nach Malle nachgeholt“, verspricht Teammanager Timo Gothmann. Und: „Nach dem Landespokal-Finale steigt noch eine. Vielleicht fällt die nach einer Überraschung gegen den VfB Lübeck größer aus.“

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Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, bald für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). Zur Galerie
Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, bald für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). ©

TSV Pansdorf: Zum 100. Geburtstag gibt's den Aufstieg

Das Landesliga-Finale hätte kommendes Wochenende stattgefunden. Beim TSV Pansdorf feiert man das 100-jährige Bestehen und nach 20 Jahren die Rückkehr in die Oberliga. „Wir hätten diesen Triumph natürlich gerne sportlich auf dem Platz gefeiert. Sobald man uns von der Landesregierung dafür das Go gibt, werden wir in Pansdorf alles abreißen, was nicht einbetoniert ist und ein paar Tage durchfeiern“, sagt Trainer Helge Thomsen.

Ballnacht an der Guerickestraße geplant

Vierfachen Grund für eine Sause hat der Eichholzer SV in Lübeck, bei den die Aufstiege der ersten und zweiten Herren, der Damen und der Altherren begossen werden sollen: „Direkt als die Meisterschaft für uns feststand, ging es in unserer WhatsApp-Gruppe mit Fotos und Videos rund“, berichtet Martin Rehberg vom Landesliga-Aufsteiger: „Geplant ist in jedem Fall eine Party mit dem gesamten Verein. Da heißt es rund um die Guerickestraße aufpassen“, kündigt der Kicker eine rauschende Ballnacht an.

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Die erste Oberliga-Meisterschaft beim TSV Siems wird „irgendwie, irgendwo, irgendwann“ nachgeholt“, sagt Kambiz Tafazoli, Trainer der Damen: „Das muss und wird natürlich – in welcher Form auch immer – auf jeden Fall noch gewürdigt.“

"Reißen das Vereinsheim ab"

Gleiches gilt für die Herren des Kreisliga-Süd-Meisters TSV Bargteheide, bei denen Trainer Kevin Bothstede nach der ausgefallenen „Malle-Fahrt“ eine „ordentliche Feier“ (was immer das bei den Stormarnern auch bedeuten mag) in Aussicht stellt. „Sobald die Kontaktbeschränkung aufgehoben wird, feiern wir “, sagt auch Alexander Weiß, Trainer des Lübecker Kreisliga-Zweiten Olympia Bad Schwartau. Auch beim Meister VfL Vorwerk wird nur auf das Go für eine rauschende Ballnacht gewartet. „Wenn wir wieder dürfen, feiern wie ein Riesen-Fest und reißen das Vereinsheim ab“, verspricht Freddy Kohlscheen, Obmann des Tabellenersten TSV Gremersdorf (Kreisliga Ost), der die Abschlussfahrt nach Dänemark absagen musste.