21. September 2020 / 17:05 Uhr

Meisterschaftsfavorit FC Kilia Kiel startet mit Niederlage in die Saison

Meisterschaftsfavorit FC Kilia Kiel startet mit Niederlage in die Saison

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Tom Wüllner (li.) attackiert Neumünsters Finn Torben Block (re.).
Tom Wüllner (li.) attackiert Neumünsters Finn Torben Block (re.). © Hamid Saeidi
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Wahrlich keinen erfolgreichen Start erlebten die Kieler Teams in der neugeschaffenen Fußball-Landesliga Mitte. Der SVE Comet unterlag am ersten Spieltag auf eigener Anlage dem Osterrönfelder TSV mit 1:3, und Meisterschaftsfavorit FC Kilia Kiel verlor das Spitzenspiel beim VfR Neumünster mit 0:2. Mit einem dreifachen Punktgewinn endete hingegen der erste Landesliga-Auftritt des TSV Stein. Der Aufsteiger gewann das Derby beim Heikendorfer SV mit 1:0. Mit einem Remis endeten das Heimspiel der SpVg Eidertal Molfssee und die Auswärtsbegegnung des SV Tungendorf.

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VfR Neumünster – FC Kilia 2:0

Die Gäste nahmen von Beginn an das Zepter in die Hand und waren das klar spielbestimmende Team. Auch an entsprechenden Chancen mangelte es den Kilianern nicht, aber entweder fehlte es ihren Torabschlüssen an der nötigen Präzision oder sie scheiterten an VfR-Keeper Bennet Sparfeld. Die Veilchen fanden erst nach einer halben Stunde besser in die Partie und gingen auch noch vor der Pause in Führung. Dabei halfen die Kilianer jedoch kräftig mit. Nach einem VfR-Freistoß waren sich Fynn Gerlach und Kilia-Torhüter Steven Steiner nicht ganz einig, so dass Fiete Frider Blunck den Ball über die Torlinie spitzeln konnte.

Im zweiten Spielabschnitt änderte sich nichts an den Kräfteverhältnissen. Kilia machte weiter das Spiel – das Tor jedoch erneut der VfR. Wenige Minuten vor dem Abpfiff klärte der Kilianer Andre Volkers völlig unnötig ins Zentrum, woraufhin der dort positionierte VfR-Akteur regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Björn Ole Peters zum 2:0-Endstand. „Das war ein ziemlich bitterer Nachmittag für uns. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass der VfR aus dem Spiel heraus eine Torchance kreiert hat. Wenn man das bedenkt, dann ist diese Niederlage schon ziemlich unglücklich. Wenn das Ganze hier 0:0 ausgegangen wäre, dann könnte ich das wesentlich einfacher akzeptieren, denn es gibt halt einfach Tage, da trifft man das Tor des Gegners einfach nicht. Wir haben dieses Spiel jedoch nicht nur verloren, weil wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben, sondern weil wir dem Gegner die Tore quasi aufgelegt haben“, bilanzierte Kilia-Coach Steve Frank. Deutlich positiver gestimmt war naturgemäß VfR-Trainer Abdul Yilmaz: „Uns ist klar, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben. An den Defiziten werden wir in den nächsten Wochen arbeiten. Jetzt freuen wir uns erst einmal über die drei Punkte, die vor allem in psychologischer Hinsicht extrem wichtig sind.“

Klickt euch durch die Bilder zur Landesliga-Partie zwischen dem FC Kilia Kiel und dem VfR Neumünster:

Tom Wüllner (li.) attackiert Neumünsters Finn Torben Block (re.). Zur Galerie
Tom Wüllner (li.) attackiert Neumünsters Finn Torben Block (re.). ©

SVE Comet – Osterrönfelder TSV 1:3

13 Minuten lang war die Welt des SVE Comet noch in Ordnung. Die Hausherren führten durch Niklas Schmidt mit 1:0 (7.). Als der OTSV jedoch nach einem Foulspiel von Kevin Pank per Strafstoß das 1:1 erzielte (13.), verloren die defensivschwachen Hausherren den Faden. „Warum wir nach dem Ausgleich so zusammenfallen konnten, ist mir ein Rätsel“, meinte ein angefressener SVE-Coach Mark Hungerecker. Die Gäste lebten von den haarsträubenden Fehlern der Kieler, die sich bei ihrem Torwart Lukas Losch bedanken konnten, der vieles ausbügelte (19., 33., 35.). Gegen den zweiten Treffer des OTSV war aber auch er machtlos (1:2, 40.). Comet hatte nur noch eine klare Chance durch Yanneck Rassmanns, der an die Latte köpfte (43.). Als der OTSV das 3:1 erzielte, war die Partie entschieden (79.). „Das war zu dünn. Gerade die schweren Abwehrfehler machen mir Sorgen. Wir müssen schnell den Schalter umlegen“, resümierte Hungerecker.

(Michael Felke)

SpVg Eidertal Molfsee - TSV Klausdorf 1:1

In einem ausgeglichenen Spiel hatte Eidertal zwar mehr Ballbesitz und durch Sebastian Clausen (8.) sowie Louis Schütt (17.) die besseren Chancen. Doch die kampfstarken Klausdorfer waren stets gefährlich und gingen gar in Führung. Bennet Vetter nutzte nach einem langen Ball ein Missverständnis der Molfseer Innenverteidigung und spitzelte das Leder über die Linie (0:1, 38.). Nur fünf Minuten später markierte Schütt nach einem Pressschlag mit dem starken TSVK-Torwart Tobias Paulat den Ausgleich (1:1, 43.), ehe Vetter, der sich aus zehn Metern die Ecke aussuchen konnte, Eidertals Torwart Tobias Dittmann anschoss und die erneute Führung der Gäste liegen ließ (60.). Molfsee drängte danach auf den Siegtreffer, doch bis auf einen Drehschuss von Finn Langowski, den Paulat parierte (62.), sprang nichts mehr heraus. „Wir hatten uns mehr erhofft, können aber mit dem Ergebnis leben“, resümierte Eidertals Manager Martin Schulz.

(Michael Felke)

MTSV Hohenwestedt – SV Tungendorf 2:2

Mit einem leistungsgerechten 2:2-Remis endete das SVT-Gastspiel in Hohenwestedt. Tristan Hoppe hätte den SVT früh in Führung bringen können. Dies erledigte dann jedoch Andreas Stölting nach einer Ecke per Kopf. Ein von Adrian Volquardsen verursachter Fehler im Aufbauspiel führte dann jedoch zum Ausgleich durch Felix Ploog. Doch noch vor der Pause ging der SVT durch Volquardsen wieder in Front, der den in der Rückwärtsbewegung befindlichen Keeper der Gastgeber mit einem Schuss aus 30 Metern überwinden konnte. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zunehmend fahriger. Dennoch konnten die Hohenwestedter nach einer Ecke durch Marcel Pinkert noch zum Ausgleich kommen (63.). „In der ersten Hälfte waren wir die bessere Mannschaft, nach der Pause hatte Hohenwestedt mehr vom Spiel“, meinte Tungendorfs Co-Trainer Nils Voss.

TuS Jevenstedt – Gettorfer SV 1:2

Für den Gettorfer SC hätte das Gastspiel in Jevenstedt auch durchaus anders laufen können, denn Chancen besaßen beide Teams. Die erste Gelegenheit bot sich den Gastgebern, die jedoch nur den Pfosten trafen. Dann war der GSC an der Reihe. Zunächst scheiterte Gettorfs Torjäger Torben Dahsel noch freistehend an TuS-Keeper Daniel Jeromin, doch bei seiner zweiten Gelegenheit konnte er das Leder im Gehäuse versenken. Nach dem Seitenwechsel hätte Dahsel nachlegen können, doch insgesamt gesehen war Jevenstedt nun am Drücker. Zum Ausgleich bedurfte es jedoch eines Freistoßes, den TuS-Goalgetter Robin Grell in die Maschen setzte. Auch Grell hätte in der Folge nachlegen können, wenn er vom Elfmeterpunkt nicht an Finn Jacobsen im GSC-Tor gescheitert wäre. So hatte Gettorf letztlich das letzte Wort und machte den Dreier durch den einwechselten Hannes Schmidt perfekt. „Es ging hier hin und her, so dass man schon von einem glücklichen Sieg sprechen kann“, gestand GSC-Coach Christian Schössler.

Heikendorfer SV – TSV Stein 0:1

Die Gastgeber hatten in der kampfbetonten Partie in der ersten Halbzeit ein deutliches Übergewicht und waren der Führung nahe. Allerdings vergaben Falk Espen Prieß, der mit einem schönen 18-Meter-Schuss an Steins Schlussmann Justin Rohde scheiterte (11.) und Yannick Meenken, der nur den Außenpfosten traf (34.), zwei gute Einschussmöglichkeiten. „Wir haben anfangs das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Vor allem der Druck nach vorne stimmte“, erklärte HSV-Trainer Nedeljko Veselinovic. Die Gäste, die kämpferisch alles gaben, traten nur selten in Erscheinung, waren aber dann eiskalt. Nach einem Einwurf an der Eckfahne kam Jan Borchert an den Ball, der aus halblinker Position HSV-Torwart Thomas Bohrmann mit einem Drehschuss überwand (0:1, 65.). „Da haben wir nicht aufgepasst. Fehler werden sofort bestraft. Hier zu verlieren ist bitter, denn gute Chancen hatten wir genug“, meinte der HSV-Coach, dessen Team nach dem Rückstand zu hektisch agierte und nur noch zu einer Torchance kam. Meenken scheiterte nach einem Eckball mit einem Schuss von der Strafraumgrenze am Steiner Torwart (85.).

(Michael Felke)