23. Mai 2019 / 11:37 Uhr

Meisterspieler Andy Reiss läuft wieder für die Scorpions auf und möchte "wieder in die DEL 2"

Meisterspieler Andy Reiss läuft wieder für die Scorpions auf und möchte "wieder in die DEL 2"

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Scorpions waren nach dem Finalsieg gegen die Augsburger Panther im Jahr 2010 deutscher Eishockeymeister. Andy Reiss streckt den Pokal in die Höhe.
Die Scorpions waren nach dem Finalsieg gegen die Augsburger Panther im Jahr 2010 deutscher Eishockeymeister. Andy Reiss streckt den Pokal in die Höhe. © Florian Petrow
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Er wurde 2010 mit den Hannover Scorpions deutscher Meister und kehrt nun zurück: Andy Reiss verlässt die Kassel Huskies und spielt jetzt wieder für die Mellendorfer. Eine "Herzensangelegenheit" für den Meisterspieler.

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Schon einen Monat nach dem Saisonende hat die Eishockey-Oberliga ih­ren ersten spektakulären Spielerwechsel: Andy Reiss kehrt von den Kassel Huskies zurück zu den Hannover Scorpions und damit zu seinem ersten Profi-Verein, mit dem er 2010 deutscher Meister wurde.

Es gibt diese Szene aus dem März 2013. Längst ist klar, dass sich die Scorpions aus der DEL zurückziehen werden. Zukunft ungewiss. Auch für Andy Reiss. Nach dem letzten Heimspiel in der Tui-Arena feiern ihn die Scorpions-Fans. „Einmal Scorpion! Immer Scorpion! Hey! Hey!“, skandieren die Anhänger. Reiss winkt freundlich zu­rück.

"Heute noch Gänsehaut"

Als zu diesem Zeitpunkt 26-Jähriger ist er im besten Eishockey-Alter und will in der DEL bleiben. Das ist den Scorpions-Fans natürlich auch klar, die ihn mit diesem kleinen Zuruf nicht zu einem Verbleib überreden können.„Ich erinnere mich ge­nau an diesen Mo­ment und be­kom­me davon heute noch Gänsehaut“, sagt Reiss, auf die damalige Ehrenrunde angesprochen: „Ich habe den Leuten aber gesagt: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Außerdem war es immer mein Ziel, irgendwann wieder in die Heimat zurückzukehren.“

Jetzt passiert es. Sechs Jahre später. Sein Vertrag in Kassel lief aus. „Ich habe lange überlegt, was ich mache. Es gab andere Angebote. Ich habe auch darüber nachgedacht, kom­plett aufzuhören.“ Nun der Schritt, den er als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet.

Bilder vom Spiel der Eishockey-Play-offs zwischen den Hannover Scorpions und dem EV Landshut (2. Halbfinale)

Das erste Tor des Spiels: Scorpions-Keeper Christoph Mathis muss hinter sich schauen, Landshut jubelt. Zur Galerie
Das erste Tor des Spiels: Scorpions-Keeper Christoph Mathis muss hinter sich schauen, Landshut jubelt. ©
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Entscheidung für die Familie

In den vergangenen zwei Jahren bestand immer wieder ein Kontakt zwischen ihm und Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher. „Ich habe die Entwicklung und das große En­gage­ment der Familie Haselbacher beobachtet. Sie haben mir damals meinen ersten Vertrag gegeben und damit zum Einstieg in meine Profi-Laufbahn geholfen. Das möchte ich nun zurückgeben und helfen, dass wir Hannover im Eishockey wieder nach vorn bekommen.“

Das ist aber nicht der einzige Grund für seine Rückkehr zu den Scorpions, bei denen er auf die ehemaligen Mitspieler Ro­bin Thomson und Sachar Blank treffen wird. „Es war eine Entscheidung für meine Familie.“ Seine große Tochter wird in Kürze drei Jahre alt und kommt in den Kindergarten, seine Frau hat sich in Hannover mit dem Unternehmen Reiss Vitality selbstständig gemacht. „Dort arbeite ich im Hintergrund schon mit. Man muss sich schließlich Gedanken machen, was nach dem Eishockey kommt. Die Zeit, jetzt zurück nach Hannover zu gehen, war auf jeden Fall perfekt“, sagt Andy Reiss.

"Wir ha­ben eine Topmannschaft"

Vorerst hat er aber noch ein paar Eishockey-Jahre auf ho­hem Niveau in sich – mit entsprechenden Zielen: „Wir ha­ben eine Topmannschaft. Ich möchte meinen Anteil leisten, dass wir in die DEL 2 kommen.“ Schließlich sei es einfach das Schönste überhaupt, in der Heimat einen großen Erfolg zu feiern.

Gern erinnert er sich an die deutsche Meisterschaft 2010 – und berichtet nicht nur von Gänsehaut: „Wenn ich mir die Videos von damals ansehe, ha­be ich Tränen in den Augen.“

Bilder vom fünften Spiel der Viertelfinal-Play-off-Serie zwischen den Hannover Scorpions und den Starbulls Rosenheim:

Die Scorpionsfans träumten vor dem Eröffnungsbully vom Halbfinale. Zur Galerie
Die Scorpionsfans träumten vor dem Eröffnungsbully vom Halbfinale. ©
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Zur Person Andy Reiss

Am 17. Mai feierte Andy Reiss seinen 33. Geburtstag – in Hannover, wo er auch zur Welt kam. Sein Heimatverein waren die Indians, den Großteil seiner Karriere trug er aber das Trikot der Scorpions. Von 2004 bis 2013 bestritt Reiss für die Mellendorfer 393 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), mit dem Meistertitel 2010 als Krönung.

Nach dem Verkauf der DEL-Lizenz schloss sich Reiss dem Ligakonkurrenten Augsburg Panther an. Zwei Jahre später wechselte er zu den Grizzly Adams Wolfsburg, ab 2017 stand er für die Kassel Huskies in der DEL 2 auf dem Eis. Bei den Scorpions in Mellendorf, für die er 2017 in einer vertragslosen Zeit sogar neun Spiele bestritt, trainiert er ab sofort unter seinem Onkel Dieter. Reiss ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

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