19. November 2021 / 10:44 Uhr

Meistertitel und WM-Qualifikation für BTSC mit der Stederdorferin Angelina Gensrich

Meistertitel und WM-Qualifikation für BTSC mit der Stederdorferin Angelina Gensrich

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Hebefigur zum Beginn der Choreografie: Zwei Männer der BTSC-Formation (rechts der aus Peine stammende Alexander Stendel) lassen Angelina Gensrich schweben.
Hebefigur zum Beginn der Choreografie: Zwei Männer der BTSC-Formation (rechts der aus Peine stammende Alexander Stendel) lassen Angelina Gensrich schweben. © vstudio.photos
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Die Stederdorferin Angelina Gensrich ist Deutsche Meisterin. Nicht allein, sondern mit der Standard-Formation des Braunschweiger TSC. Und mit der guten Platzierung bei der DM steht auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft fest. Sie wird am 4. Dezember in der Volkswagenhalle ausgetragen.

Als der Braunschweiger TSC in Bremerhaven jetzt den Deutschen Standard-Meistertitel ertanzte, strahlte in vorderster Linie eine Stederdorferin: Angelina Gensrich. Sie ist die „Frontdame“, die beim Einmarsch hochgehoben wird und beim Ausmarsch vorn ist. Die Vorstellung der Formation sah nach Spaß und Lockerheit aus. War aber sehr hart erarbeitet.

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Die 18-jährige Schülerin der IGS Vöhrum tanzt seit 2019 beim Braunschweiger TSC – allerdings aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgehend. Am 13. März 2020 wurde das Musikstück vorgestellt, mit dem die Formation versuchen wollte, den DM-Titel zu holen. Doch umittelbar danach kam der Lockdown. Im Sommer ging es dann wieder los mit dem Training und einer neuen Choreografie, und bis zum Oktober 2020 wurde auf die Meisterschaft hintrainiert.

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Im November kam dann der zweite Lockdown, und die Meisterschaft wurde abgesagt. Wieder fiel das Training lange Zeit aus. Start war dann im Sommer dieses Jahres, und nach Unterbrechung während der Schulferien ging das Training ab August weiter. In einem fünftägigen Trainingslager mit Übungseinheiten von 10 bis 22 Uhr wurde am Schliff zur Musik „Dancing on the Ceiling“ von Lionel Richie gearbeitet.


Und diesmal wurden die Deutschen Meisterschaften nicht abgesagt. Mit dem Bus ging es ins Hotel nach Bremerhaven, wo sich die Damen der Formation erst einmal gegenseitig die Haare richteten. „Ich war erst gegen 22.30 Uhr fertig und hatte zwischendurch gerade 15 Minuten Pause, um etwas zu essen“, schilderte Gensrich. Am nächsten Tag klingelte um 4.30 Uhr der Wecker. Schminken stand auf dem Plan. Die Damen der Formation hatten vor dem schnellen Frühstück noch Zeit, sich die Haare schwarz zu pinseln. Abfahrt zur Halle war schon um 7.15 Uhr.

„Wir haben uns dann warmgemacht, und um 9 Uhr war Stellprobe, anschließend Videoanalyse. Wir tanzten die neue Choreo ja zum ersten Mal in einer anderen Halle, und die war von den Maßen eigentlich nicht optimal dafür. Und die Fläche war sehr stumpf“, sagte die 18-Jährige. Bevor die Vorrunde startete wurde die Zeit wieder knapp. „Ich hatte Hunger, konnte aber kaum etwas essen. Ich hatte gerade 20 Minuten Zeit dafür.“

Die Vorrunde gelang den Braunschweigern, auch wenn sich in der Videoanalyse kleine Fehler offenbarten. Dann war eine Stunde Pause. „Ich konnte etwas essen und noch draußen joggen“, sagte Gensrich.

In der Zwischenrunde mit neun Teams steigerte sich die BTSC-Formation noch. Im Finale mit vier Formationen tanzten die Braunschweiger vor dem großen Konkurrenten und – noch wenige Minuten amtierenden – Deutschen Meister ASC Göttingen, und nach Rot-Gold-Casino Nürnberg (Wertung 33,25) und dem TC Ludwigsburg (33,21). „Für mich und meinen Tanzpartner Alexander Stendel war es der beste Durchgang“, meinte Angelina Gensrich. Ähnlich sah es Cheftrainer Rüdiger Knaack: „Es ist eine sehr junge Mannschaft. Sie hat es über drei Runden sehr gut gemacht und sich noch gesteigert.“

Die Wertung lautete 33,83, und als dann die Göttinger tanzten und „nur“ mit 33,46 bewertet wurden, stand der Deutsche Meistertitel für den BTSC fest. Beide Formationen haben sich damit für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die am Samstag, 4. Dezember ausgetragen wird. Weit fahren müssen sie nicht: Nur bis zur Braunschweiger Volkswagenhalle. Ein „Heimspiel“ für den BTSC und Angelina Gensrich.