13. September 2021 / 14:39 Uhr

Chancen für drei Partien, aber lediglich ein Tor: Mellendorf fahrlässig gegen Luthe

Chancen für drei Partien, aber lediglich ein Tor: Mellendorf fahrlässig gegen Luthe

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fordert immer wieder den Ball: Mellendorfs Michael Draper (rechts).
Fordert immer wieder den Ball: Mellendorfs Michael Draper (rechts). © André Tautenhahn
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Der Mellendorfer TV hatte gegen den TSV Luthe Chancen für drei Partien - ließ sie aber fast alle aus und musste sich mit einem 1:1 begnügen. Die personell gebeutelten Gäste gingen per Freistoß durch Jason Plinke in Führung, dem quirligen Tim Schiewe gelang kurz vor der Pause der Ausgleich.

Wenn René Zimmermann seinen Trainingsplan für diese Woche schreibt, wird er über die Inhalte nicht lange nachdenken müssen. Ganz oben auf der To-do-Liste: Torabschlüsse üben, dringend! Denn was der Coach des Mellendorfer TV in der zweiten Halbzeit des Heimspiels gegen den TSV Luthe bei den Angriffen seines Teams zu sehen bekam, war einfach zum Haareraufen. Der MTV hatte Chancen für drei Partien – und musste beim 1:1 (1:1) am Ende fast noch froh sein, nicht mit ganz leeren Händen dazustehen.

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Es war eine kurzweilige Begegnung der Bezirksliga 4 im Sportpark an der Industriestraße, auch wenn der erste Durchgang noch durch einige Ungenauigkeiten und schnelle Ballverluste auf beiden Seiten gekennzeichnet war. Immerhin: Die personell momentan ziemlich gebeutelten Gäste schafften es, den Aderlass zu kompensieren. TSV-Trainer Steffen Ulrich holte Robert Berg und Marcel Dunkel von den Altherren in die Startelf, aus der eigenen Reserve rückte Adrian Siuta auf – bis zur Pause gestalteten die Luther die Partie ausgeglichen.

Bilder vom Spiel der Bezirksliga 4 zwischen dem Mellendorfer TV und TSV Luthe

Im Zweikampf: Luthes Leonard Brünner (links) wird vom Mellendorfer Ricardo Dombrowsky bearbeitet.  Zur Galerie
Im Zweikampf: Luthes Leonard Brünner (links) wird vom Mellendorfer Ricardo Dombrowsky bearbeitet.  ©

Und schon mit dem ersten Torschuss gingen sie in Führung. 22 Meter vor dem MTV-Gehäuse legte sich Jason Plinke den Ball zum Freistoß zurecht und traf halbhoch in die Maschen – Mellendorfs Keeper Niklas Dreher streckte sich bei dem platzierten Schuss vergeblich.

Mit der frühen Führung aus der 9. Minute im Rücken hatte der TSV zunächst nicht viel Mühe bei den Offensivaktionen der Mellendorfer, die immer wieder ins Abseits rannten oder vergeblich einen Abnehmer suchten, der den letzten Pass verwerten könnte.

Schiewe wechselt die Seite - und trifft

Auf der linken Außenbahn sorgte Tim Schiewe mit dem einem oder anderen gelungenen Dribbling noch für den meisten Schwung. Kurz vor der Pause klammheimlich auf die rechte Seite gewechselt, gelang ihm dann selbst das 1:1. Nach einem Pass in den freien Raum machte Schiewe im Sechzehner noch einen Schlenker und schoss den Ball flach in die lange Ecke. Der Ausgleich in der 41. Minute hatte sich nicht unbedingt angedeutet, war insgesamt aber zu diesem Zeitpunkt dennoch ein gerechtes Ergebnis.

Ein ganz anderes Bild nach dem Seitenwechsel. Zehn Minuten waren gespielt, da verzeichnete der MTV schon mehr klare Einschussgelegenheiten als in den gesamten 45 Minuten zuvor. Erst durch Nils Gottschalk, dann zweimal durch den am Fuß und an der Faust von TSV-Keeper Thimo Lohmann scheiternden Ricardo Dombrowsky.


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Kapitän Fynn Bartholomäus versuchte es aus 20 Metern, sein Schuss klatschte an die Latte. Michael Draper per Kopf und mit einem Solo, erneut Dombrowsky, der verzog, dann eine vermeintliche Flanke von Finn Seyer, die Lohmann mit den Fingerspitzen aus dem Winkel fischte, oder Linus Langenberger nach einem Konter. Zählbares? Nichts.

Der fahrlässige Umgang der Mellendorfer mit ihren Chancen schrie förmlich nach Bestrafung. Und die Luther, die nach der Pause bis zur 83. Minute nur noch ein Schüsschen von Plinke ins Toraus abgegeben hatten, hätten tatsächlich beinahe dafür gesorgt: Einen gut vorgetragenen Angriff über mehrere Stationen vollendete der eingewechselte Siuta mit einem Schuss in den MTV-Kasten. Doch die Gäste jubelten zu früh, Schiedsrichter Timm Winkler entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Abseits.