19. Dezember 2020 / 08:49 Uhr

Melsungen und Magdeburg spielen noch: Platz fünf für SC DHfK Leipzig in Gefahr

Melsungen und Magdeburg spielen noch: Platz fünf für SC DHfK Leipzig in Gefahr

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Mit Tabellenplatz fünf steht der SC DHfK Leipzig um Philipp Weber (im Bild) gut da. Doch sie könnten bald auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden. © Christian Modla
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Drei Siege in Folge, Platz fünf in der Handball-Bundesliga: Der SC DHfK Leipzig hat zur Zeit einen Sonnenplatz in der Tabelle - aber auch mehr Spiele als die Konkurrenz. Die MT Melsungen und der SC Magdeburg haben deutlich weniger Spiele auf dem Buckel und könnten den Grün-Weißen die Position im Klassement streitig machen.

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Leipzig. Der Blick auf die Tabelle der Handball-Bundesliga ist trügerisch. Mit drei Siegen in Folge hat sich der SC DHfK nach der Corona-Zwangspause und anschließender Schwächephase beeindruckend zurückgemeldet. Nun stehen die Grün-Weißen mit 17:9 Punkten auf Rang fünf der Liga, direkt unter den üblichen Verdächtigen Flensburg, Mannheim, Kiel und Berlin. Darauf können die Leipziger ohne Frage mächtig stolz sein, doch durch zahlreiche ausgefallene Partien und bevorstehende Nachholspiele ist die Tabelle verzerrt. Während der DHfK und zahlreiche seiner Verfolger bereits 13, teilweise schon 14 Spiele hinter sich haben, führt die Top 4 die Liga mit deutlich weniger Matches an. So hält sich der THW Kiel mit 18:2 Punkten auf Rang drei – und das nach lediglich zehn ausgetragenen Spielen.

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DHfK-Torhüter Joel Birlehm freut sich über die drei Siege in Folge, räumt dem fünften Platz aber keine große Bedeutung ein. „Die Tabelle ist aktuell kaum aussagekräftig und sehr verzerrt. Melsungen hat vier Spiele weniger als wir, Magdeburg hat auch erst elf Spiele gemacht. Wir müssen weiter unsere Hausaufgaben machen, uns gut auf unsere Spiele vorbereiten und an unseren Matchplan halten“, so der 23-Jährige und nennt damit bereits zwei der drei Mannschaften mit „M“, die den Messestädtern bald gefährlich werden könnten.

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SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Hannover-Burgdorf mit 29:26. Zur Galerie
SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Hannover-Burgdorf mit 29:26. ©

Minden (10 Spiele), Magdeburg (11) und Melsungen (9) haben unter den Spielabsagen und/oder Corona besonders gelitten, könnten aber schon bald wieder im oberen Tabellendrittel mitmischen. „Platz sieben ist für Leipzig realistisch“, ordnet Sky-Experte Stefan Kretzschmar die Leistung des SC DHfK ein. Langfristig glaubt der Füchse-Sportchef jedoch an ein Comeback von Melsungen und Magdeburg. Sollten die beiden Vereine ihre Nachholspiele gewinnen, würden sie am DHfK vorbeiziehen – völlig unabhängig davon, ob die Leipziger ihre Siegesserie fortsetzen.

Die Grün-Weißen wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, nach einer solchen Pause zurück in den Spielbetrieb zu kommen. Besonders ohne die Fans im Rücken gleicht ein Corona-Comeback einer Herkules-Aufgabe. Vorteil für die Sachsen: Sie können sich seit neuestem auf zwei DHfK-Ultras in den Rängen verlassen, die für mächtig Stimmung sorgen. Sportkoordinator Philipp Müller und Nachwuchschef Matthias Albrecht unterstützten ihre Mannschaft gegen den TSV Hannover-Burgdorf mit rhythmischem Trommeln. „Besondere Umstände erfordern auch besondere Maßnahmen“, scherzt Müller und führt aus: „Ich glaube für die Jungs ist es einfach schöner, wenn hier ein bisschen Stimmung in der Halle ist. Wenn ich sie ein bisschen unterstützen kann, anstatt einfach nur auf der Bank zu hocken, dann mache ich das natürlich gerne.“