20. November 2019 / 11:48 Uhr

"Merci" an die Schiedsrichter: Diese Vereine setzen ein Zeichen gegen Gewalt

"Merci" an die Schiedsrichter: Diese Vereine setzen ein Zeichen gegen Gewalt

Chantal Ranke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merci, dass es euch gibt: Kurz vor dem Anpfiff überreichten die Teams vom SV Mesum III (links) und FC Galaxy Steinfurt II (rechts) ihren Spielleitern eine Packung Merci. Ziel: Die Schiedsrichter sollen mit einem guten Gefühl ins Spiel gehen. 
Merci, dass es euch gibt: Kurz vor dem Anpfiff überreichten die Teams vom SV Mesum III (links) und FC Galaxy Steinfurt II (rechts) ihren Spielleitern eine Packung "Merci". Ziel: Die Schiedsrichter sollen mit einem guten Gefühl ins Spiel gehen.  © SV Mesum / FC Galaxy Steinfurt
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Immer wieder werden Schiedsrichter tätlich angegriffen. Zuletzt gab es am vergangenen Wochenende einen Übergriff in der Kreisliga C Offenbach. Doch einige Vereine im Kreis Steinfurt zeigen: Es geht anders! Gemeinsam wollen sie die Schiedsrichter mit einem guten Gefühl ins Spiel schicken. 

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Es ist nur eine kleine Geste, doch in der aktuellen Situation ist sie von großer Bedeutung. Die Kreisliga-C-2 Steinfurt in NRW solidarisiert sich mit den Schiedsrichtern. Symbolisch überreichen die Trainer und Spieler vor dem Anpfiff eine Packung "Merci"-Schokolade an die jeweilige Spielleitung - als Dankeschön für ihre Leistung.

Angriff auf Schiri in Hessen als Auslöser

Initiator der Aktion war Stefan Dilly, Trainer vom FC Galaxy Steinfurt II. Auslöser war ein schlimmer Vorfall in Hessen, der deutschlandweit Wellen schlug. Vor gut drei Wochen wurde ein 22 Jahre alter Schiedsrichter beim Spiel FSV Münster gegen TV Semd bewusstlos geschlagen. Mit dem Rettungshubschrauber transportierten die Sanitäter den jungen Spielleiter anschließend ins Krankenhaus.

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Schockiert von dieser Nachricht rief Dilly die Merci-Aktion ins Leben. „Uns war es enorm wichtig, ein Zeichen zu setzen und uns als Verein klar von so einem Verhalten zu distanzieren“, sagt Ali Pish Been vom FC Galaxy. „Wir wollen, dass die Schiedsrichter mit einem guten Gefühl auf den Platz gehen und wissen, wie viel die Vereine ihre Arbeit schätzen.“ Die Trainer der anderen Mannschaften waren sofort begeistert. Alle Teams haben sich dazu entschlossen, bis zum Ende der Hinrunde ihren Spielleitern auf diese Weise Wertschätzung zu vermitteln.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Andere Teams sind dabei

Doch nicht nur die Kreisliga-C-2 zeigt den Schiedsrichtern, wie wichtig sie sind. Auch andere Teams haben sich Galaxy zum Vorbild genommen. Eines davon ist der SV Mesum III.  Beim Spiel gegen SV Burgsteinfurt II überreichten sie Schiedsrichter Manfred Pollee erstmals die kleine Aufmerksamkeit. „Auch er trifft natürlich nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber man kann ihm auch absolut nicht böse sein. Er ist einer von denen, die sich aufregen, wenn eine Mannschaft einen Fehlpass spielt. Ein Pfundskerl einfach“, sagt Trainer Tobias Bussmann über den Schiedsrichter.

Doch der Coach der Mesumer mahnt, dass es mit dieser Aktion allein nicht getan ist: „Damit wird die Gewalt nicht bekämpft, aber wir wollen zumindest signalisieren, dass wir hinter unseren Schiedsrichtern stehen. Und nicht hinter Personen, die unseren Sport mit Füßen treten.“

#GABFAF-Aktion

Bei den Schiedsrichtern kommt die Aktion zumindest super an. „Unser Schiedsrichter war sehr überrascht und glücklich. Die Aktion hat ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, und so sollte der Sport sein“, sagt Been.

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