02. Februar 2021 / 12:46 Uhr

Merle Homeier verbessert persönliche Hallen-Bestleistung

Merle Homeier verbessert persönliche Hallen-Bestleistung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
6,45 Meter war Merle Homeier zuvor in der Halle noch nicht gesprungen.
6,45 Meter war Merle Homeier zuvor in der Halle noch nicht gesprungen. © imago-images
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Die LGG-Weitspringerin Merle Homeier erreicht beim Düsseldorfer ISTAF 6,45 Meter im letzten Versuch und lässt starke Konkurrenz hinter sich. Am Freitag startet sie in Berlin.

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Weitspringerin Merle Homeier hat beim Indoor-ISTAF in Düsseldorf im Konzert der internationalen Elite mitgemischt. 6,45 Meter sind persönliche Hallenbestweite und reichten zum vierten Platz. „Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, weil ich mir definitiv vorgenommen hatte, Hallenbestleistung zu springen“, sagt Homeier, die in Düsseldorf starke Konkurrentinnen hinter sich ließ.

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Mit Blick auf die Startliste wurde der für die LG Göttingen (LGG) startenden Bückeburgerin „etwas flau im Magen“. Neben der Top-Favoritin und Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) hatten auch Ivana Spanovic (Serbien), Khaddi Sagnia (Schweden), Alina Rotaru (Rumänien), Taliya Brooks (USA) und Tilde Johansson (Schweden) gemeldet. Zuvor arbeitete Homeier aber erst die Hygiene-Vorschriften ab. „Ich musste am Freitag in Hannover einen Corona-Schnelltest machen, um überhaupt erst mal „gesund“ nach Düsseldorf zu fahren und dann vor Ort am Sonntagmorgen noch mal einen Test absolvieren.“

Keine Nervosität nach Fehlversuch

„Das Springen auf dem eigens aufgebauten Steg war zwar nicht neu für mich – aber es war auch erst das dritte Mal, dass ich auf diesem federnden Untergrund angelaufen bin“, berichtet die Weitspringerin. Nach einem ersten Fehlversuch lief es erstaunlich gut. „Schon in der zweiten Runde schob ich mich mit 6,24 Meter hinter Mihambo und Spanovic auf den dritten Platz, den ich im dritten Versuch mit 6,43 Meter untermauerte.“



Khaddi Sagnia fand ihre Form im fünften Versuch mit 6,66 Metern und verdrängte Homeier vom Podest und steigerte sich noch auf 6,74 Meter – gleichauf mit Mihambo, die wegen der besseren zweiten Weite den Sieg holte. Homeier verbesserte im letzten Versuch noch ihre persönliche Bestweite auf 6,45 Meter und startet nun am Freitag beim ISTAF in Berlin.

Trainer freut sich über Reserven am Ende des Wettkampfs

Ihr LGG-Trainer Frank Reinhard ist der Meinung, dass die 21-Jährige nicht aufgeregt sein muss, wenn sie gegen Weltklasse-Athletinnen antritt. „Sie war im vergangenen Jahr schon beim ISTAF im Berliner Olympiastadion dabei – wenn auch ohne Zuschauer. Und sie ist auch bei der U23-Europameisterschaft gestartet. Damit ist Merle in einem Bereich angekommen, in dem sie keine schlotternden Beine mehr haben muss.“ Gefreut hat es ihren Trainer vor allem, dass die Athletin im sechsten Versuch des Wettkampfes noch zulegen konnte und zur persönlichen Bestweite gesprungen ist.

Während Homeier das Glück hatte, dass die ISTAF-Veranstalter den Weitsprung der Frauen – nicht zuletzt auch wegen der Popularität von Mihambo – in das relativ kleine Wettkampfprogramm aufgenommen haben, musste ihre Trainingspartnerin Neele Eckhardt auf das Meeting in Karlsruhe ausweichen. „Beide Ergebnisse waren richtig gut. Wenn wir bei Neele auch gern die 14 vor dem Komma gesehen hätten“, sagte Reinhardt zu den 13,94 Meter seiner Dreispringerin.

Regelmäßige Corona-Tests

Beide Sportlerinnen trainieren in Hannover unter der Regie des Göttingers. Die niedersächsische Corona-Landesverordnung ermöglicht das – „natürlich unter Einhaltung aller Regeln“, berichtet der Coach. „Momentan bohren sie uns ständig in der Nase. Wir werden gefühlt jeden zweiten Tag getestet“, erzählt der Sprungtrainer. Nicht realisierbar seien im Moment Trainingslager. Der Deutsche Leichtathletikverband hatte für März eines in Portugal geplant, was Reinhardt als „völlig absurd“ angesichts der hohen Infektionszahlen dort bezeichnet. Ob die Olympia-Athleten Ende April in die Türkei reisen können, bezweifelt er auch.

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Dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden werden, hält er dagegen für wahrscheinlich. „Da bin ich optimistisch. Ich habe das Gefühl, dass alles dafür getan wird, dass die Wettkämpfe – unter welchen Umständen auch immer – stattfinden werden. Das muss auch unsere Hoffnung sein“, spielt er auf die Motivation der Athleten an. Bei den jüngeren Sportlern, die er im Landeskader betreut und die jetzt seit fast einem Jahr komplett ohne Aussicht auf Wettkämpfe trainieren, „habe ich schon bemerkt, dass die Begeisterung nachgelassen hat und es schwerer wird, sie bei Laune zu halten.“

Von Uwe Kläfker und Kathrin Lienig

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