11. Oktober 2021 / 18:32 Uhr

Merlin Röhl hat Babelsberg 03 im Herzen und den DFB-Adler auf der Brust

Merlin Röhl hat Babelsberg 03 im Herzen und den DFB-Adler auf der Brust

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
U20 Deutschland - Norwegen / 06.09.2021 Zwickau, 06.09.2021, GGZ Stadion, Fussball, U20 Länderspiel, Testspiel , U20 Deutschland vs. U20 Norwegen 1:1 1:0 , Im Bild von links: Starla Otesen 15, NOR, Merlin Röhl / Roehl 16, GER. , Gemäß den Vorgaben des DFB Deutscher Fußball Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. , *** U20 Germany Norway 06 09 2021 Zwickau, 06 09 2021, GGZ Stadion, Football, U20 international match, Test match, U20 Germany vs U20 Norway 1 1 1 0 , In the picture from left Starla Otesen 15, NOR , Merlin Röhl Roehl 16, GER , According to the regulations of the DFB German Football Association it is forbidden to use or let use photo recordings made in the stadium and or of the game in the form of sequence pictures and or video-like photo series,
Merlin Röhl (r., hier bei einem Länderspiel gegen Norwegen) lief am Montag in Potsdam auf. © imago images/Picture Point LE
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Der gebürtige Potsdamer Merlin Röhl von Zweitligist FC Ingolstadt gastierte mit der deutschen U20-Nationalmannschaft im Karl-Liebknecht-Stadion und feierte einen 4:0-Erfolg über Rumänien.

Den Traum, einmal im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg aufzulaufen, hatte Merlin Röhl schon als kleiner Junge. „Dass es jetzt so gekommen ist, ist absoluter Wahnsinn – auch wenn es unter anderen Umständen in Erfüllung ging, als ich es mir vorgestellt hatte“, sagt der 19-jährige Zweitliga-Fußballer vom FC Ingolstadt. Am Montag traf er im Rahmen eines Vorbereitungslehrgangs mit der deutschen U20-Nationalmannschaft im Stadion seines Heimatvereins Babelsberg 03 auf die Auswahl Rumäniens. Am Ende setzte sich die DFB-Elf von Trainer Christian Wörns dank der Treffer von Paul Nebel von Mainz 05 (60., Handelfmeter), Emilio Kehrer (73., 87./SC Freiburg) und Kenneth Schmidt (86./SC Freiburg) deutlich mit 4:0 (0:0) durch. „Für mich ist es etwas ganz Besonderes, in Babelsberg zu spielen. Ich habe den Verein weiter im Herzen, verfolge seine Entwicklung und habe noch Kontakt zu meinem ehemaligen Trainer Matthias Boron“, sagt Röhl, der einen ungewöhnlichen Werdegang hinter sich hat.

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Nach zehn Jahren im Nachwuchs der Babelsberger wechselte er im Sommer 2018 ins Nachwuchsleistungszentrum des FC Ingolstadt. Über die App „Tonsser“, in der Fußballer ihre Statistiken selbst einpflegen und diese an Scouts oder Vereine schicken können, hatte er sich bei den „Schanzern“ für ein Sichtungstraining beworben, wurde eingeladen und überzeugte. Inzwischen hat er 19 Dritt- und neun Zweitligaspiele in seiner Vita zu stehen. „In der Zeit, in der sich jetzt bei den Profis dabei bin, habe ich schon eine ganze Menge von dem erlebt, was zum Fußballgeschäft dazugehört“, sagt Röhl, der am Montag gegen Rumänien in der Startelf stand und auf der Tribüne im „Karli“ von einigen Familienmitgliedern und Freunden (240 akkreditierte Zuseher waren nach der 3G-Regel zugelassen) unterstützt wurde.

Mehr Fußball aus Brandenburg

Nachdem der FCI unter Trainer Tomas Oral den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte, gingen Trainer und Club getrennte Wege. Unter Nachfolger Roberto Pätzold stand Röhl an den ersten acht Zweitligaspieltagen in der Startelf und erzielte beim 1:4 beim FC St. Pauli seinen ersten Zweitligatreffer. „Für mich persönlich lief es mit viel Einsatzzeit und meinem Tor gut. Leider blieben die Ergebnisse aber aus“, sagt der 1,92 große Potsdamer, der im vergangenen Schuljahr sein Abitur ablegte. Daher entschieden sich die Verantwortlichen in Ingolstadt zu einem erneuten Trainerwechsel. Im ersten Spiel unter der Leitung von André Schubert, das mit 0:3 bei Schalke 04 verloren ging, kam Röhl erst in der Schlussphase der Partie auf’s Feld. „Jetzt gilt es für mich, sich im Training wieder anzubieten.“

Röhl: "Gefehlt hat eigentlich nur die Babelsberg-Hymne"

Das Credo dürfte auch für Maximilian Beier gelten. Der 18-Jährige, der in Brandenburg an der Havel geboren ist, war im aktuellen DFB-Aufgebot der U20 der zweite Märker und stand beim Abspielen der Nationalhymne an der Seite von Röhl. Der Angreifer begann beim ESV Kirchmöser mit dem Fußball, wechselte anschließend zum BSC Süd 05 und Energie Cottbus, ehe er sich 2018 der TSG Hoffenheim anschloss. Von den Kraichgauern, bei denen er der jüngste Bundesligaspieler der Geschichte ist, ist er an Zweitligist Hannover 96 ausgeliehen und kam bisher in sechs Partien (kein Tor) zum Einsatz.

Bei der Nationalmannschaft, die nach einem 0:0 in Polen seit Freitag im Potsdamer Kongresshotel untergebracht war, teilte er sich das Zimmer mit Röhl. Der genoss am Montag jede einzelne seiner 79 Spielminuten, ehe er nach einer ansprechenden Leistungen unter großem Beifall ausgewechselt wurde. „Gefehlt hat eigentlich nur die Babelsberg-Hymne“, sagte er mit einem Lachen. Dabei dürfte er es sicher verkraften, dass anders als von ihm als Nachwuchsspieler erträumt, bei seinem ersten Auftritt im Karl-Liebknecht-Stadion statt des SVB-Wappen der DFB-Adler auf seiner Brust prangte.

Deutschland: Gebhardt – Atemona, Lawrence, Schmidt – Asta, Tauer, Röhl, Nebel, Weißhaupt – Beier (72. Obuz), Kehrer.