30. November 2022 / 18:35 Uhr

Lionel Messi und Robert Lewandowski vor WM-Showdown im Vergleich: Was die beiden Weltstars verbindet

Lionel Messi und Robert Lewandowski vor WM-Showdown im Vergleich: Was die beiden Weltstars verbindet

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lionel Messi (links) und Robert Lewandowski sind die absoluten Superstars ihrer Teams.
Lionel Messi (links) und Robert Lewandowski sind die absoluten Superstars ihrer Teams. © IMAGO/NurPhoto (Montage)
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Zwischen Robert Lewandowski und Lionel Messi gibt es mehr Parallelen, als man auf dem ersten Blick denken mag. Der SPORTBUZZER blickt hinter die Fassaden zweier Weltfußballer, die mit ihren Nationalteams vor einem emotionalem Finale in der Gruppe C stehen.

Es gibt erstaunlich viele Gemeinsamkeiten zwischen Robert Lewandowski und Lionel Messi, die am Mittwoch (20 Uhr, ZDF und Magenta TV) mit Polen und Argentinien in einem Endspiel um den Einzug ins WM-Achtelfinale aufeinandertreffen. Beide sind Veteranen und bestreiten wahrscheinlich (Lewandowski, 34 Jahre alt) oder definitiv (Messi, 35 Jahre alt) ihre letzte WM. Beide sind Kapitäne und Rekordtorschützen ihres Landes. Beide sind die Schlüsselspieler, auf die das Spiel zugeschnitten ist und auf denen die größten Erwartungen lasten. Und beide wurden zuletzt von ihren Emotionen überwältigt. Beide mussten weinen.

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Lewandowski kamen die Tränen nach seinem Tor zum 2:0-Endstand im zweiten Vorrundenspiel gegen Saudi-Arabien. Es war sein erster Treffer bei einer WM, einer mit langem Anlauf. 2010 und 2014 hatte sich das Land nicht für das Weltturnier qualifiziert. 2018 war Polen dabei, schied aber in der Vorrunde aus, schon nach zwei Spielen stand das Scheitern fest. Lewandowski hatte enttäuscht, anstatt aber die Schuld bei sich zu suchen, schimpfte er auf seine Mitspieler. Wenn ich keine Chancen bekomme, kann ich auch keine Tore schießen – so lautete sinngemäß seine Anklage.

Lionel Messi: "Je älter ich werde, desto emotionaler werde ich"

In Katar bekam Lewandowski gleich zum Auftakt gegen Mexiko eine Chance, eine ziemlich große sogar. Er schoss einen Elfmeter, scheiterte aber an Torwart Guillermo Ochoa, auch ein WM-Veteran. Die Partie endete 0:0. Erst gegen Saudi-Arabien beendete Lewandowski sein langes Warten auf ei­nen Treffer bei einem Weltturnier. Seine Tränen bewiesen, wie groß die Last war, die von ihm abfiel. "Je älter ich werde, desto emotionaler werde ich”, sagte er hinterher. Im Gegensatz zu Lewandowski hat Lionel Messi schon das eine oder andere WM-Tor im Lebenslauf stehen, bis zum Turnier in Katar waren es sechs Stück. Sein Treffer zum Auftakt gegen Saudi-Arabien war wertlos, Argentinien verlor 1:2 und erlitt eine der sensationellsten Niederlagen der WM-Geschichte.

Im zweiten Spiel gegen Mexiko drohte Argentinien das Aus. Die Mannschaft tat sich schwer, dann kam Messi. Mit einem Gemälde von einem Schuss stellte er die Signale auf Sieg. 2:0 sollte Argentinien gewinnen. Nach seinem Tor waren Tränen in Messis Augen zu erkennen. Er hatte verhindert, dass sein Traum vom Titel bei seiner finalen WM vorzeitig platzt. Er hatte dem fußballverrückten Argentinien das Horrorszenario vom Scheitern nach zwei Spielen erspart. Es war alles ein bisschen viel für Messi.

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Bester argentinischer Fußballer der Geschichte: Messi oder Maradona?

Bei Argentinien wird in Katar auch die Frage verhandelt, wer der beste Fußballer in der Geschichte des Landes ist. Bislang gilt Diego Maradona als größer Argentinier überhaupt. Seine Krönungsmesse war die WM 1986, bei der er die Mannschaft praktisch im Alleingang zum Titel führte. Der Weltpokal fehlt Messi noch, doch sollte er die Trophäe in Katar erobern, würde er Maradona nach Meinung vieler Landsleute in der Rangliste der nationalen Fußballgötter überholen.

Eine andere Auffassung vertritt übrigens Maradonas Sohn, Diego Armando Maradona Sinagra: "Den Vergleich zwischen Messi und meinem Dad machen nur diejenigen, die den Fußball nicht verstehen. Wir sprechen über zwei verschiedene Planeten.“ Beim Sieg gegen Mexiko zog Messi nach Einsätzen und Toren bei Weltmeisterschaften mit Maradona gleich. Allerdings trägt er den Makel mit sich herum, noch nie in der K.-o.-Runde getroffen zu haben, anders als Maradona. Damit Argentinien in Katar überhaupt so weit kommt, muss gegen Polen wohl ein Sieg her. Robert Lewandowskis Mannschaft wäre mit einem Unentschieden sicher fürs Achtelfinale qualifiziert. Mit Glück könnten auch beide weiterkommen. Doch es ist gut möglich, dass einer der beiden Veteranen wieder weinen muss – aus Trauer über das WM-Aus.

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