12. Oktober 2021 / 22:15 Uhr

Nach Verletzung: So arbeitet Handballerin Mia Lakenmacher an ihrem Comeback

Nach Verletzung: So arbeitet Handballerin Mia Lakenmacher an ihrem Comeback

Merja Wohlfeil
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Handball, Frauen DHB: U20 Länderspiel, Österreich - Deutschland Mia Lakenmacher Deutschland / Buxtehuder SV Grosswallstadt Deutschland *** Handball, Women DHB U20 International Match, Austria Germany Mia Lakenmacher Germany Buxtehuder SV Grosswallstadt Germany
Mia Lakenmacher © Imago
Anzeige

2020 wechselte sie vom TV Hannover-Badenstedt zum Buxtehuder SV und durfte gleich in der 1. Frauen-Bundesliga spielen. Dann der Kreuzband-Riss, der Mia Lakenmacher die U19-EM kostete. Jetzt feilt die Handballerin an ihrem Comeback - und Turner-Freund Glenn Trebing hilft ihr dabei.  

Der 13. Mai 2021 wird für Mia Lakenmacher als Schreckenstag in Erinnerung bleiben. Das Handballtalent des Buxtehuder SV zog sich an jenem Tag im Viertelfinale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gegen den Thüringer HC zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss zu. „Innerlich wusste ich sofort, dass es kaputt ist“, blickt Lakenmacher fast ein halbes Jahr später zurück. Sie habe versucht, sich einzureden, es sei nur eine Dehnung. Die Spielmacherin wollte es nicht wahrhaben, nach der Nichtteilnahme an der U17- EM vor einigen Jahren nun schon wieder verletzungsbedingt zwei Großereignisse zu verpassen. Der Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie bedeutete ihr Aus für das Final Four mit Buxtehude und für die U19-EM mit Deutschland.

Anzeige
 Handball I JBLH I Viertelfinale I Buxtehuder SV - Thueringer HC I 13.05.2021 Mia Lakenmacher  33, Buxtehuder SV verletzte sich am Knie *** Handball I JBLH I Quarterfinal I Buxtehuder SV Thueringer HC I 13 05 2021 Mia Lakenmacher 33, Buxtehuder SV injured knee Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Schlikisx
Mia Lakenmacher reißt sich am 13. Mai das Kreuzband © Imago

Dabei war es für Lakenmacher richtig gut gelaufen. Nachdem sie zur Saison 2020/21 vom TV Hannover-Badenstedt zum Buxtehuder SV gewechselt war, durfte sie sich über Einsätze in der 1. Frauen-Bundesliga freuen.

Ihr Debüt gab sie dort am 27. Dezember 2020 gegen Göppingen. „Für mich war das damals natürlich schon ein bisschen Glück, dass ich den Sprung so früh geschafft ha­be und das alles miterleben durfte“, sagt Lakenmacher. Das Verletzungspech anderer eröffnete ihr damals die Chance.

In den letzten Monaten seit der eigenen Verletzung standen ihr ihre Familie und ihr Freund Glenn Trebing immer zur Seite. „Glenn ist extrem oft da, dafür, dass wir zwei Stunden auseinander wohnen. Da unterstützen wir uns gegenseitig echt gut“, betont Lakenmacher. Der Turner Trebing wurde jüngst für die WM in Japan nominiert – ein sehr erfolgreiches Sportlerpärchen also.

Mia Lakenmacher (re.) trainiert zusammen mit Freund Glenn Trebing. 
Mia Lakenmacher hält sich mit Freund Glenn Trebing fit © privat

In Laken­ma­chers Handballfamilie kam es nach der Verletzung dennoch zu ernsten Gesprächen. Während es für Tochter Mia sofort klar war, dass sie nicht aufhört, gaben ihr die Eltern zu bedenken, ob sie die sportliche Belastung ih­rem Körper weiter antun wolle: „Die achten natürlich aus Elternsicht auf meine Ge­sund­heit und haben mir ge­sagt, dass Handball jetzt auch nicht das ist, wovon man als Frau leben kann.“

Mittlerweile sind diese Ge­dan­ken wieder komplett verflogen, und Lakenmacher kämpft sich durch die Reha. Sie hat vor Kurzem „das erste Mal wieder Sprünge ge­macht“, wie sie stolz erzählt. Auch das Mannschaftstraining versäumt sie nicht. Um ein paar Würfe aufs Tor zu bringen und die Mannschaft zu unterstützen – eine Teamplayerin eben.


Mehr zu Handball

Und „die Vorfreude, neue Steps zu ma­chen, ist größer, als dass ich an irgendwelche Rückschläge denke“. Auch Trainer Dirk Leun, der beim BSV seit 14 Jahren die Bundesliga-Mannschaft betreut, meint, dass Lakenmacher diese er­neu­te schwere Verletzung mental relativ schnell verarbeitet hat. „Mia macht auf mich einen positiven Eindruck. Sie hat meine volle Rückendeckung“, sagt er.

Wann die Fans sie wieder im Handball-Dress auflaufen sehen können, ist offen. Sie will sich genug Zeit lassen, nichts überstürzen. „Es kann Fe­bru­ar, aber auch April werden“, so die 18-Jährige. Spätestens zur WM im Sommer will sie wieder fit sein.

Vertrag in Buxtehude läuft aus

Ihr Zweijahresvertrag beim BSV läuft aus. Gespräche darüber, wie es weitergeht, haben noch nicht stattgefunden. Die Schülerin, die dieses Jahr ihr Abitur anstrebt, fühlt sich in der Kleinstadt aber wohl. Sie bereut es nicht, ihre Heimat Hannover verlassen zu haben – ganz im Gegenteil. „Es war auf jeden Fall der richtige Schritt, vor allem, was meine Handball-Karriere angeht. Man hat hier viel mehr Möglichkeiten, höher zu spielen“, erklärt sie. Die ersten Monate weg von zu Hause waren nicht einfach, doch Lakenmacher ist sich sicher, dass sie sich durch diesen Schritt auch menschlich positiv weiterentwickelt hat: „Ich bin jetzt viel selbstständiger und reifer.“

Und bereit, nach dem jüngsten Rückschlag wieder in den Comeback-Modus zu schalten.