15. September 2020 / 17:25 Uhr

Michael Clausen will zurück ins Trainergeschäft

Michael Clausen will zurück ins Trainergeschäft

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Michael Clausen, zuletzt Trainer beim SV Preußen Reinfeld, könnte sich ein Comeback auf der Trainerbank vorstellen
Michael Clausen, zuletzt Trainer beim SV Preußen Reinfeld, könnte sich ein Comeback auf der Trainerbank vorstellen © Agentur 54°
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Der vierfache Vater und Gymnasiallehrer hat harte Monate hinter sich, in denen er sich vor allem um seinen gesundheitlich angeschlagenen Vater kümmern musste. Nun hat er wieder mehr Zeit - und Lust auf Fußball

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Die Eintrittskarte hatte er sich beim Vorsitzenden Olaf Gehrken besorgt. Gut erholt schaute sich Michael Clausen am Sonntag das Landespokal-Achtelfinale zwischen dem SV Eichede und VfB Lübeck (0:3) an. Es war das erste Fußballspiel für den 62-Jährigen seit dem Rücktritt als Trainer beim SV Preußen Reinfeld.

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Clausen legt Amt beim Oberligisten SV Preußen Reinfeld am 20. Januar überraschend nieder

Clausen saß in der letzten Reihe der hinteren Sitztribüne im ausverkauften Ernst-Wagener-Stadion und plauderte nebenbei mit seinem Sitznachbarn, dem neuen VfB-Pressesprecher Christian Jessen. „Das war schön. Es juckt. Die Lust kommt langsam wieder“, erzählte er bestens gelaunt. Am 20. Januar hatte der A-Lizenz-Inhaber sein Amt überraschend mit sofortiger Wirkung bei den Reinfeldern nach drei erfolgreichen Jahren (88 Spiele) niedergelegt und nannte dafür private Gründe.

Landespokal-Achtelfinale: SV Eichede - VfB Lübeck (13.9.2020)

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Das 3:0: Lübecks Marvin Thiel trifft gegen Eichedes Torhüter Marcel Gevert. ©

"Keine Zeit mehr für Fußball" - Clausen kümmert sich um schwer erkrankten Vater und hat als Gymnasiallehrer viel zu tun

Clausen, der das Team von der Verbandsliga in die Oberliga geführt hat, musste sich um seinen schwererkranken 92-jährigen Vater in Flensburg kümmern. „Ich bin teilweise dreimal die Woche nach Flensburg gefahren“, sagt er den LN. Hinzu kam sein Job als Gymnasiallehrer für Deutsch und Philosophie in Trittau. Kurzfristig musste er eine Abitur-Klasse von einer schwangeren Kollegin übernehmen. „Da war keine Zeit mehr für Fußball. Ich hatte keine Energie mehr. Das war einfach zu viel“, betont er. „Ich wusste nicht, wie lange das geht. Das waren heftige Monate.“

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Michael Clausen: "Ganz ohne Fußball geht es bei mir halt nicht!"

Dem Vater geht es zum Glück den Umständen entsprechend wieder besser, so dass Clausen den Kopf wieder frei hat und gern wieder ins Trainergeschäft einsteigen würde. „Ganz ohne Fußball geht es bei mir halt nicht. Dafür bin schon zu lange dabei und habe die letzten 20 Jahre als Trainer gearbeitet“, sagt er. Eine ambitionierte Mannschaft ab der Verbandsliga mit einem intakten Umfeld würde ihn reizen. „Die neue Aufgabe muss in erster Linie Spaß machen“, betont der vierfache Vater und siebenfache Großvater.