19. Januar 2020 / 16:08 Uhr

Aufregerszene beim SPORTBUZZER Masters: Das sagt Koldingens Michael Jarzombek 

Aufregerszene beim SPORTBUZZER Masters: Das sagt Koldingens Michael Jarzombek 

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Koldingens Michael Jarzombek fiel mit dem Kopf voraus in die Bande. 
Koldingens Michael Jarzombek fiel mit dem Kopf voraus in die Bande.  © deisterpics/Stefan Zwing
Anzeige

Die Szene rund um Michael Jarzombek im Halbfinale überschattete die 5. Auflage des SPORTBUZZER Masters. Der Koldinger traf den Egestorfer Dominik Behnsen brutal am Schienbein, woraufhin sich die Ereignisse überschlugen. Christopher Kowohl echauffierte sich über das Foul an seinem Teamkollegen und schubste Jarzombek. Der 34-Jährige knallte mit dem Kopf in die Bande, blieb benommen liegen und wurde schlussendlich ins Krankenhaus gebracht. 

Anzeige
Anzeige

Wie geht es Michael Jarzombek? Im zweiten Halbfinale des 5. SPORTBUZZER Masters präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen war Koldingens Spielertrainer K.o. gegangen, die Nacht verbrachte er anschließend im Friederikenstift, wo er noch immer liegt. „Am Ende hatte ich Glück im Unglück“, sagt der 34-Jährige. „Das hätte auch ganz anders ausgehen können.“

Was war passiert? Vier Sekunden waren im zweiten Halbfinale zwischen dem Koldinger SV und dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder noch zu spielen. Der Oberligist führte nach Toren von Marko Ilic (5. Minute) und Marvin Stieler (7.) mit 2:0, ehe Jarzombek verkürzte (9.). Es wurde hektisch, dem Titelverteidiger rannte die Zeit davon.

Die Aufregerszene beim Halbfinale des SPORTBUZZER Masters 2020 zwischen Koldingen und Egestorf/Langreder aus drei Perspektiven

Die ersten beiden Aufnahmen stammen vom SPORTBUZZER. Die letzte Perspektive stellte Holger Wehling von steilpass.tv zur Verfügung.

Jarzombek knallt mit dem Kopf gegen die Bande

Kurz vor dem Abpfiff stürmte Jarzombek an der Bande in Richtung des Egestorfers Tores, sein Schuss gegen die Bande wird von Tigrinho abgefälscht, Jarzombek geht hinterher und trifft Dominik Behnsen frontal am Schienbein. Der bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen – der Auslöser für hitzige Diskussionen und eine unschöne Rudelbildung.

Die Egestorfer Marvin Stieler, Keeper Ole Schöttelndreier und Christopher Kowohl stürmten auf den 34-Jährigen zu. Schiedsrichter Johannes Häufler (Hannover 96) drängte sofort dazwischen, die rote Karte für Jarzombek schon in der Hand. Kowohl schubste Jarzombek dennoch, der fiel mit dem Kopf gegen die Bande und blieb benommen am Boden liegen, das Gesicht in den Händen vergraben.

Es wurde geschubst, diskutiert, beschimpft. Koldingens Francisco Javier Pulido Léon stellte den Übeltäter wenig später, schubste ihn, Kopf an Kopf standen sich die beiden gegenüber. Kowohl-Buschner deutete eine Kopfnuss an, Pulido Léon verpasste ihm mit der rechten Hand eine Ohrfeige, ehe Jonas Lübke und Schöttelndreier die Streithähne trennten.

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen aus den Spielen des Halbfinales

Krähenwinkels Marcel Kunstmann (Mitte) schießt auf das Davenstedter Tor. Zur Galerie
Krähenwinkels Marcel Kunstmann (Mitte) schießt auf das Davenstedter Tor. ©
Anzeige

Rettungssanitäter helfen Jarzombek

Im Anschluss beruhigte sich die Szenerie langsam – nicht zuletzt, weil Jarzombek immer noch am Boden lag, mittlerweile von den Rettungssanitätern betreut. Auch Jarzombeks Frau stürmte auf das Feld, in Sorge um ihren Mann schrie sie wüste Beschimpfungen in Richtung der Egestorfer.

Häufler verteilte indes zwei Rote Karten an Kowohl und Koldingens Keeper Marc Ebeling, der in der Rudelbildung ebenfalls unangenehm aufgefallen war, und führte im Spielbericht auch einen Platzverweis für Jarzombek auf. Er kam allerdings nicht dazu, sie ihm auch zu zeigen. Alle drei Strafen dürften Sperren nach sich ziehen.

Um Jarzombek kümmerten sich zwei Rettungssanitäter und Christoph Kröner, der Mann aus der Turnierleitung des VfL Eintracht Hannover ist Feuerwehrmann und Rettungsassistent. Über die Hallenmikrofone wurde nach einem Arzt gefahndet, der sich mit Natalie Lodia, Anästhesistin aus dem Nordstadtkrankenhaus und Freundin von Davenstedts Spieler Mustafa Ghadbouni, auch wenig später fand. Die Musik wurde umgehend ausgemacht. Alle Blicke gingen gebannt in Richtung des am Boden liegenden Jarzombek.

Der 34-Jährige wurde annähernd 20 Minuten behandelt, ehe ihn ein gerufener Krankenwagen zusammen mit seiner Frau ins Friederikenstift fuhr. Dort besuchten ihn noch am selben Abend seine Co-Trainer Markus Kittler und Ali Varol sowie Torhüter Ebeling. Mit dem SPORTBUZZER sprach Jarzombek darüber, wie er die Szene gesehen hat und wie es ihm am Tag danach geht.

Bilder vom SPORTBUZZER Masters 2020 präsentiert von TOTO - der Fußballwette von LOTTO Niedersachsen von der Stimmung und vom Drumherum

Die Fans des TSV Stelingen starten die Konfettikanone. Zur Galerie
Die Fans des TSV Stelingen starten die Konfettikanone. ©

"Am Ende hatte ich Glück im Unglück, das hätte auch ganz anders ausgehen können."

„Es waren noch ein paar Sekunden zu spielen, ich war rechts an der Ecke, wollte schießen und ein Egestorfer kam noch dazwischen. Danach habe mich umgedreht und bin weggegangen. Dann bin ich von hinten massiv geschubst worden. Ich hatte keine Vorahnung, habe mit nichts gerechnet und dann bin ich frontal mit dem Kopf an die Bande geknallt“, berichtete Jarzombek. Bewusstlos sei er nicht gewesen, allerdings habe er knapp zweieinhalb Stunden sein rechtes Bein nicht spüren können. Muskelverletzungen im Nackenbereich, Verletzung der Wirbelsäule sowie Prellungen und Schwellungen der Schädeldecke – die starken Kopfschmerzen kommen also nicht von ungefähr. „Am Ende hatte ich Glück im Unglück, das hätte auch ganz anders ausgehen können“, sagte Jarzombek. Ob das zweite Halbfinale eventuell auch ein juristisches Nachspiel haben könnte, ließ er offen. „Ich muss jetzt erstmal für mich alles sacken lassen und realisieren.“

Das Neunmeterschießen um Platz drei zwischen den Koldingern und dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide, der zuvor dem späteren Sieger TuS Davenstedt mit 0:1 unterlegen war, wurde abgesagt. Bei der 5. Auflage des Masters gibt es zwei Dritte. Auch auf den geplanten Einlauf vor dem Finale und Musik verzichtete die Turnierleitung.

Mehr zum SPORTBUZZER Masters

Egestorf im Finale ausgepfiffen

Den Egestorfern wehte im Endspiel allerdings ein rauer Wind entgegen – die 2500 Zuschauer in der Halle unterstützten lautstark den Underdog. Der Ausgang ist bekannt. Was jedoch das Wichtigste sein dürfte, ist, dass Michael Jarzombek das Krankenhaus möglichst bald wieder verlassen kann.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt