17. März 2020 / 22:59 Uhr

Michael Preetz: So lief der Knall-Abschied von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC – "Habe ich noch nie erlebt"

Michael Preetz: So lief der Knall-Abschied von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC – "Habe ich noch nie erlebt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Michael Preetz hat sich über den Abgang von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC geäußert.
Michael Preetz hat sich über den Abgang von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC geäußert. © imago images/Nordphoto
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Plötzlich war er weg: Der spontane Abgang von Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC beschäftigt den Hauptstadtklub noch immer, wie Manager Michael Preetz nun im Bild-Podcast "Phrasenmäher" zugibt. Im Interview beschreibt er, wie sich Klinsmann von ihm verabschiedet hat.

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Sein Abschied auf Knall und Fall bei Hertha BSC hatte für großen Wirbel gesorgt: Jürgen Klinsmann ist beim Hauptstadtklub nach seinem kurzen Engagement (knapp elf Wochen) zur Persona non grata geworden. Zu plötzlich verließ der ehemalige Bundestrainer die Hertha und zu heftig trat er mit einem über die Sport Bild veröffentlichten Protokoll gegen den Klub und die Verantwortlichen nach. Mit etwas Abstand zum von Klinsmann verursachten Chaos hat sich nun Hertha-Manager Michael Preetz über den Abschied des 55-Jährigen im Bild-Podcast "Phrasenmäher" geäußert. Nach Aussage von Preetz sei Klinsmann kurz vor seinem Rücktritt in das Büro des Managers gegangen und sich mit den Worten "Tschüss, ich bin dann mal weg" verabschiedet haben.

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Zum Hintergrund: Klinsmann kassierte in der Liga als Hertha-Trainer drei Niederlagen, schaffte drei Unentschieden und feierte drei Siege. Im DFB-Pokal schied er im Achtelfinale mit den Berlinern gegen den FC Schalke 04 aus. Am 11. Februar erklärte Klinsmann sein Engagement bei Hertha BSC via Facebook völlig überraschend für beendet und stürzte den Verein nach ohnehin schon turbulenten Wochen und Monaten ins Chaos. Hertha reagierte und sah auch keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit Klinsmann im Aufsichtsrat. Dort hatte Investor Lars Windhorst Klinsmann zunächst installiert, ehe die Trennung von Ante Covic den Weg auf die Trainerbank frei gemacht hatte.

Vom Hoffnungsträger zum Unruhestifter: Die Chaos-Chronologie von Klinsmann bei Hertha BSC

Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! Zur Galerie
Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! ©
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Preetz: "Von Klinsmann-Abschied völlig überrascht worden"

Einen Tag wie den des Klinsmann-Rücktritts habe Preetz "noch nie erlebt", erzählt er im Podcast. "Die Reihenfolge an diesem Morgen war so, dass er erst im kleinen Kreis das Trainerteam informiert hat, dann die Mannschaft. Dann kam er ins Büro und war schon wieder weg." Schon beim Rausgehen hätte Klinsmann dann laut Preetz den Facebook-Post online gestellt, in dem er seinen Rücktritt verkündet hatte. Als der Hertha-Boss ihn dann mit der Situation konfrontieren wollte, soll Klinsmann laut Preetz gesagt haben, dass es nichts mehr zu reden gäbe und es für ihn wieder nach Kalifornien gehe. "Spätestens an dem Punkt war klar: Das ist eine Zäsur", so der Geschäftsführer der Berliner.

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"Es gab aus unserer Sicht gar keine Anzeichen. Wir sind in der Tat davon völlig überrascht worden", so Preetz weiter über mögliche Ursachen des Knall-Abgangs. "Unser Austausch war eigentlich konstruktiv in der letzten Zeit. Ich kann nun im Rückblick sagen, dass es nicht wahnsinnig ehrlich war", spielte Preetz auf das ominöse Protokoll an, dass die Sport Bild wenige Tage nach dem Klinsmann-Rücktritt veröffentlicht hatte.

Preetz: Von den Vorwürfen aus dem Klinsmann-Protokoll bleibt nicht viel übrig

Das Papier soll für Klinsmann und einen Partner verfasst worden sein. In dem Protokoll waren die Vereinsführung aufs Schärfste kritisiert und die Spieler einzeln bewertet worden. Über die Hertha steht dort unter anderem: "Der Klub hat keine Leistungskultur, nur Besitzstandsdenken und es fehlt jegliches Charisma in der Geschäftsleitung." Die Rede ist zudem von einer "Lügenkultur" und "jahrelangen katastrophalen Versäumnissen" von Manager Preetz. Der Hertha-Boss hatte die Inhalte des Klinsmann-Protokolls auf der Pressekonferenz nach Veröffentlichung des Papiers als "perfide und ungehörig" bezeichnet und angekündigt, sich rechtliche Schritte vorzubehalten..

​50 ehemalige Spieler von Hertha BSC – und was aus ihnen wurde.

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"Wir sind am Montag vor dem Erscheinen der Sport Bild per Mail konfrontiert worden. Wir waren einmal mehr extrem verwundert und angemessen fassungslos", sagt Preetz nun im Podcast. Er selbst habe es "nicht mehr als einmal gelesen. Wir haben es intern analysiert". Von den Vorwürfen sei dann nicht mehr viel übrig geblieben.

Nach Meinung von Preetz sei Hertha mit Trainer Klinsmann "sportlich auf dem richtigen Weg gewesen". Aber: "Was ich nicht einschätzen konnte ist, dass es auch 2020 doch noch jemanden gibt, der sich einfach umdreht und weggeht. Das habe ich nicht vorhersehen können", so der Hertha-Boss selbstkritisch.

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