22. April 2022 / 18:21 Uhr

Michael Rummenigge: Warum Bayern vs. BVB als Top-Spiel der Bundesliga abgelöst werden könnte

Michael Rummenigge: Warum Bayern vs. BVB als Top-Spiel der Bundesliga abgelöst werden könnte

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern trifft auf den BVB: SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge glaubt, dass in Zukunft ein anderes Duell das Spitzenspiel der Liga sein wird.
Bayern trifft auf den BVB: SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge glaubt, dass in Zukunft ein anderes Duell das Spitzenspiel der Liga sein wird. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge blickt auf das Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Samstag. Der Ex-Nationalspieler erklärt, warum die Partie in der kommenden Saison von einer anderen Paarung als Top-Spiel abgelöst werden könnte.

Das vermeintlich größte Spiel der Bundesliga wirkt schon vor dem Anpfiff wie ein Duell der Enttäuschten. Und das, obwohl der FC Bayern mit einem Sieg am Samstag (18.30 Uhr, live mit Sky Ticket/Anzeige) gegen Borussia Dortmund den zehnten Titel in Folge perfekt machen kann. Aufgrund der frustrierenden Ergebnisse in Champions League und DFB-Pokal ist dies für die Münchner aber nicht mehr als ein Trostpreis. Und der BVB? Die Dortmunder haben ihre Saisonziele reihenweise verfehlt und durch ihre permanenten Ausrutscher dazu beigetragen, dass die Bayern die Meisterschaft praktisch im Vorbeigehen einheimsen können. Ich erwarte aber trotz dieser Voraussetzungen ein packendes Spiel. Denn: Für die Münchner wird es ein großer Antrieb sein, den Titel vor heimischer Kulisse und gegen den Erzrivalen perfekt zu machen. Und der BVB wird versuchen, genau dies zu verhindern.

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Und danach? Diese Saison ist hinsichtlich der Entscheidung an der Spitze unabhängig vom Ausgang der Partie am Samstag schon gelaufen. Also lohnt es sich, einen Blick nach vorn zu werfen. Meiner Meinung nach könnte in der kommenden Saison eine kleine Wachablösung erfolgen. Nicht ganz oben, wo die Bayern wohl weiterhin einsam thronen werden – vorausgesetzt, man bekommt die Vertragssituationen bei Robert Lewandowski, Manuel Neuer und Thomas Müller gelöst und kann weiter auf dieses Trio bauen. Direkt dahinter ist der Platz aber nicht mehr zwangsläufig für den BVB reserviert. Ich erwarte, dass RB Leipzig nun dauerhaft noch mehr Druck auf die Dortmunder machen wird und dann irgendwann vielleicht sogar mal die Bayern ärgern kann.

Für mich deutet sich dies schon länger an. Seit Domenico Tedesco die Sachsen übernommen hat, verlor man in 16 Spielen nur zwei Punkte auf die Münchner. Gegenüber dem BVB machte man gar drei Punkte gut. Zudem steht RB im Endspiel des DFB-Pokals und im Halbfinale der Europa League. Wenn Leipzig seinen Kader zusammenhalten kann, könnte das Top-Spiel der kommenden Saison also plötzlich Bayern gegen RB lauten. Noch kein Klassiker, aber vielleicht endlich mal wieder ein Duell auf Augenhöhe, in dem es wirklich um etwas geht. Allerdings muss Leipzig dann auch klare Zeichen setzen und hohe Ziele formulieren. Beim BVB habe ich diese Entschlossenheit jedenfalls oft vermisst.

Immerhin scheint man in Dortmund energisch auf dem Transfermarkt zu agieren. Auch bei der Borussia weiß man, dass man frische Kräfte braucht, um wieder ein ernsthafter Bayern-Rivale zu werden und sich des Leipziger Angriffs zu erwehren. Niklas Süle und Nico Schlotterbeck wären ein gutes Duo für die Innenverteidigung, Karim Adeyemi hat großes Potenzial. Über allem schwebt aber die Frage: Was wird aus Erling Haaland? Sollte der Norweger gehen, sehe ich keinen Spieler, der ihn ersetzen kann. Zumindest keinen, der für Dortmund finanzierbar wäre. Folge: Bayern bliebe enteilt, Leipzig könnte an der Borussia vorbeiziehen.

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