10. Dezember 2021 / 14:08 Uhr

Michael Rummenigge: Der BVB und RB Leipzig spielen in der Europa League auch um ihre eigene Zukunft 

Michael Rummenigge: Der BVB und RB Leipzig spielen in der Europa League auch um ihre eigene Zukunft 

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Borussia Dortmund und RB Leipzig gehören in der Europa League nun zu den Titel-Kandidaten.
Borussia Dortmund und RB Leipzig gehören in der Europa League nun zu den Titel-Kandidaten. © imago images/Eibner/Christian Schroedter (Montage)
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge zieht ein aus deutscher Sicht verheerendes Champions-League-Fazit. Nach Ansicht des Ex-Nationalspielers sind Borussia Dortmund und RB Leipzig in der Europa League nun gefordert – zum Wohl des deutschen Fußballs und hinsichtlich der eigenen Perspektiven. 

Beim Blick auf die Lostöpfe der Champions League schießt mir nur ein Wort durch den Kopf: Unfassbar! Aus der Bundesliga ist am Montag nur noch der FC Bayern dabei. Das ist für den deutschen Fußball beschämend. Borussia Dortmund hat in einer machbaren Gruppe mehrmals kläglich versagt. RB Leipzig hat eine wahnsinnige Qualität im Kader, läuft in dieser Saison den eigenen Ansprüchen aber weit hinterher. Immerhin geht es für diese beiden Mannschaften im kommenden Jahr noch in der Europa League weiter. Der VfL Wolfsburg ist hingegen komplett gescheitert – und wie.

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Mit einem Sieg gegen den OSC Lille wäre man ins Achtelfinale gesprungen und dann liefert man am Mittwoch eine derartige Leistung ab: 1:3, Gruppenletzter. Jörg Schmadtke & Co. müssen sich an die eigene Nase packen. Erst ist Mark van Bommel nach nicht einmal vier Monaten doch nicht der richtige Trainer. Dann holt man Florian Kohfeldt, der zuletzt mit Werder Bremen aus der Bundesliga abgestiegen war, und will mit ihm in der höchsten europäischen Spielklasse die Kohlen aus dem Feuer holen. So ein Trainerkarussell kann nicht funktionieren. Da ist die Linie in den vergangenen Monaten komplett verlorengegangen.

Da alle anderen deutschen Mannschaften nun nicht mehr dabei sind, kassieren die Bayern im weiteren Verlauf des Wettbewerbs noch höhere Prämien. Der Abstand zu den Bundesliga-Verfolgern vergrößert sich wirtschaftlich weiter. Doch das kann man den Münchnern kaum vorwerfen. Wer es nicht ins Achtelfinale der Champions League schafft, darf sich nicht beklagen und muss mit den Konsequenzen leben. Denn im Gegensatz zu Dortmund, Wolfsburg & Co. hat der deutsche Rekordmeister seine Aufgaben mal wieder souverän erfüllt und den deutschen Fußball glänzend vertreten.


Der BVB und RB müssen nun Wiedergutmachung betreiben und die Europa League mit großer Ernsthaftigkeit und Konsequenz antreten. Noch nie hat eine deutsche Mannschaft diesen Wettbewerb seit der Einführung 2009 gewonnen – es wird Zeit, dass sich das ändert. Vieles wird davon abhängen, welche Gegner die beiden Teams bei der Auslosung der Playoffs am Montag aus der Trommel fischen. Der Titel sollte für Dortmund und Leipzig allerdings in jedem Fall das Ziel sein. Auch für die Bundesliga wäre ein Erfolg ein dringend benötigter Imagegewinn.

Denn: Englands Premier League und die spanische La Liga haben uns abgehängt. Und wenn die deutschen Klubs nicht langsam die Kurve bekommen, schnappt uns Frankreichs Ligue 1 irgendwann sogar den vierten Champions-League-Startplatz weg. Serienmeister FC Bayern würde dies wohl recht wenig treffen. Den BVB und RB schon. Beide Klubs spielen in der Europa League somit auch um ihre eigene Zukunft und die eigenen Perspektiven. Das sollte Ansporn genug sein.