17. Januar 2020 / 13:32 Uhr

Michael Rummenigge analysiert den Titelkampf: Für die Meisterschaft kommen nur zwei Klubs infrage 

Michael Rummenigge analysiert den Titelkampf: Für die Meisterschaft kommen nur zwei Klubs infrage 

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Kampf um den Titel nimmt in der Bundesliga wieder an Fahrt auf: Bayerns Robert Lewandowski, Leipzigs Timo Werner, Gladbachs Breel Embolo und Dortmunds Erling Haaland wollen Meister werden.
Der Kampf um den Titel nimmt in der Bundesliga wieder an Fahrt auf: Bayerns Robert Lewandowski, Leipzigs Timo Werner, Gladbachs Breel Embolo und Dortmunds Erling Haaland wollen Meister werden. © Getty/imago images
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Vor dem Start der Bundesliga-Rückrunde wirft SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge einen Blick auf den Kampf um den Platz an der Tabellenspitze, wo mit Herbstmeister RB Leipzig, Überraschungsteam Borussia Mönchengladbach, Rekordmeister FC Bayern München und ihren Verfolgern so viele Klubs um den Titel konkurrieren wie seit langer Zeit nicht mehr.

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So spannend wie aktuell war es im Titelrennen der Bundesliga lange nicht. Deshalb freue ich mich wie wohl alle Fußball-Fans in Deutschland, dass es endlich wieder losgeht. Aus meiner Sicht gibt es aber nur zwei Klubs, denen ich zutraue, am Ende die Schale zu holen: Bayern und Leipzig.

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Borussia Dortmund hat in der Hinrunde einfach zu viele Punkte unnötig liegen lassen wie beim 3:3 gegen RB, wo sie den Gegner in der ersten Hälfte an die Wand gespielt haben und aufgrund individueller Fehler einen Sieg noch aus der Hand gaben. Der BVB hat eine super Mannschaft und sich jetzt noch mit Erling Haaland eine tolle Verstärkung geholt – normalerweise bekommt man so einen Mann nicht im Winter. Allerdings darf man auch nicht die ganze Last auf einem 19-Jährigen abladen. Er ist eher ein Junge für die Zukunft. Was in vielen Diskussionen übrigens oft vergessen wird: Die Probleme des BVB lagen weniger in der Offensive als in der Defensive – und da hat man mit Julian Weigl ja sogar einen Spieler abgegeben, statt nachzubessern.

Bei Gladbach wird es nicht für den Titel reichen

Gladbach steht für mich ein wenig überraschend dort oben, sie haben in einigen Spielen das Glück auf ihrer Seite gehabt, wirken aber gefestigt. Ich traue ihnen die Champions League zu – für mehr wird es allerdings nicht reichen.

Bayern hatte in der Hinrunde einige Probleme, auch die Vorbereitung lief nicht optimal. Wichtig wird sein, ob die Leisten-OP von Robert Lewandowski wirklich so harmlos war, wie es heißt, oder ob sie ihn doch nachhaltig einschränkt. Wenn er so weitermacht wie in der ersten Saisonhälfte, ist er der entscheidende Spieler und kann das Zünglein an der Waage im Titelrennen sein.

Der Hinrunden-Vergleich zur Vorsaison: Die größten Gewinner und Verlierer

Der BVB steht nach der Hinrunde mit zwölf Punkten weniger da, als im Winter des Vorjahres und stellt damit die größte Verschlechterung der Erstligisten. Schalke 04 verbesserte sich bei zwölf Zählern mehr, als in der Vorsaison dagegen am deutlichsten. Zur Galerie
Der BVB steht nach der Hinrunde mit zwölf Punkten weniger da, als im Winter des Vorjahres und stellt damit die größte Verschlechterung der Erstligisten. Schalke 04 verbesserte sich bei zwölf Zählern mehr, als in der Vorsaison dagegen am deutlichsten. ©
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Ich kann verstehen, dass Hansi Flick Neuzugänge gefordert hat

Dass Hansi Flick Neuzugänge gefordert hat, kann ich aus Trainersicht übrigens total verstehen – ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen das durchaus ähnlich sehen. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass es auf diesem Niveau wenige Spieler gibt, die du im Winter bekommst und die dir sofort weiterhelfen. Benjamin Henrichs wäre vielleicht einer gewesen, doch der bleibt in Monaco. Bayern hat Geld, aber sie tun sich trotzdem schwer, weil der Markt aktuell nun mal nicht einfach ist.

Leipzig hat wirklich das Potenzial, den Titel zu holen, und einen hungrigen Trainer, der einen klasse Job macht. Umso weniger verstehe ich es, dass RB im Winter seinen Kapitän Diego Demme nach Neapel verkauft hat. Die wollen Meister werden und geben einen Spieler ab, der jedes Spiel gemacht hat und enorm wichtig war. Man stelle sich mal vor, was los gewesen wäre, wenn Dortmund oder Bayern ihren Kapitän verkauft hätten. Wenn sich das am Ende mal nicht rächt…

SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge (55) ist ehemaliger Nationalspieler, gewann mit dem FC Bayern München und Borussia Dortmund insgesamt drei Deutsche Meistertitel und holte dreimal den DFB-Pokal. Insgesamt bestritt er 309 Bundesliga-Spiele. Dabei gelangen ihm 80 Tore.

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