18. April 2020 / 12:00 Uhr

Michael Rummenigge: Havertz zum FC Bayern? Kroos als "vorbildliches Beispiel", Götze als "warnendes"

Michael Rummenigge: Havertz zum FC Bayern? Kroos als "vorbildliches Beispiel", Götze als "warnendes"

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge erörtert einen möglichen Bayern-Wechsel von Kai Havertz.
SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge erörtert einen möglichen Bayern-Wechsel von Kai Havertz. © Getty Images/imago images/MIS/Montage
Anzeige

Wechselt Toptalent Kai Havertz von Bayer Leverkusen zum FC Bayern? SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert, warum das eine gute Idee sein könnte - oder warum nicht. Es geht auch um eine mögliche Ablösesumme.

Anzeige

Ich habe Kai Havertz bereits in der U17 und U19 sehr oft gesehen, da wir mit unserer Berateragentur einige seiner Mitspieler unter Vertrag hatten. Man brauchte kein Raketenwissenschaftler zu sein, um das besondere Talent dieses Jungen sofort zu erkennen. Er ist unglaublich gefördert worden von seinem Klub Bayer Leverkusen und hat das Vertrauen in ihn längst zurückgezahlt. Wenn man in so jungen Jahren schon die Elfmeter schießt und Führungsspieler bei einem Champions-League-Klub ist, sagt das einiges über seine Qualitäten aus.

Rummenigges Rat an Havertz: Vorerst in Leverkusen bleiben

Gerade aufgrund der aktuellen Situation würde ich Havertz aber raten, noch ein, zwei Jahre bei Bayer zu bleiben. Dort kann er sich am besten entwickeln, den nächsten Schritt hin zum absoluten Leader machen. In der Hinrunde hat man gesehen, dass er nicht mehr ganz so konstant war, nicht mehr regelmäßig Topleistungen abgerufen hat – zu Beginn der Rückrunde war er wieder da.

Mehr vom SPORTBUZZER

Genau diese Phasen sind normal und man braucht sie sogar in seinem Alter – nämlich um daraus gestärkt hervorzugehen. Bayer könnte in der kommenden Transferperiode ohnehin nicht die Ablöse erzielen, die man sich eigentlich vorstellt und die Havertz´ Marktwert außerhalb von Coronazeiten entspricht. Peter Bosz sprach zuletzt von 60 bis 80 Millionen – selbst daran glaube ich nicht.

Also täten alle Beteiligten gut daran, noch weiter zusammenzuarbeiten. In ein, zwei Jahren wäre aus meiner Sicht ein Wechsel zum FC Bayern München der nächstbeste Step – ein europäischer Topklub, bei dem es immer noch etwas familiärer und unaufgeregter zugeht, als bei der einen oder anderen Adresse im Ausland. Der Weg, den Toni Kroos beschritten hat, könnte für Havertz dabei ein vorbildlicher sein, das Beispiel von Mario Götze, der 2013 von Borussia Dortmund zu früh nach München ging, dagegen ein warnendes.

25 für 2025: So könnte der Kader des FC Bayern in fünf Jahren aussehen

Alexander Nübel, Kai Havertz und Joshua Zirkzee (v.l.) könnten im Bayern-Kader 2025 tragende Säulen sein. Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt den möglichen FCB-Kader vor. Zur Galerie
Alexander Nübel, Kai Havertz und Joshua Zirkzee (v.l.) könnten im Bayern-Kader 2025 tragende Säulen sein. Der SPORTBUZZER stellt den möglichen FCB-Kader vor. ©

Havertz: Parallelen zu Toni Kroos und Michael Ballack

Überhaupt erinnert mich bei Havertz einiges an Kroos – seine Ballsicherheit, seine Passgenauigkeit, seine exzellente Schusstechnik, sein Spielverständnis. Aber: er ist deutlich torgefährlicher, da ähnelt er eher Michael Ballack. Eigentlich ist er die perfekte Mischung aus Kroos und Ballack, sogar noch etwas schneller als die beiden.

Auch bei Havertz sehe ich übrigens absolut die Fähigkeiten, zukünftig die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft zu tragen, wenn er weiterhin als Persönlichkeit so reift. Ihm gehört zusammen mit Serge Gnabry und Leroy Sané die Zukunft im DFB-Team. Während ich die beiden aber eher als Popstars sehe, ist Havertz der Geerdete – genauso wie Kroos. Doch der wird aus meiner Sicht nur noch die EM spielen, dann läuft seine Zeit für Deutschland ab – und der von Jogi Löw eingeleitete Umbruch kann weiter fortgesetzt werden.