10. April 2021 / 10:41 Uhr

Michael Rummenigge: Klauseln für Trainer sind absurd - Coaches sollten mehr verdienen 

Michael Rummenigge: Klauseln für Trainer sind absurd - Coaches sollten mehr verdienen 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Rose wechselt dank einer Ausstiegsklausel zu Borussia Dortmund - und Adi Hütter per Klausel nach Gladbach? Für SPORTBUZZER-Kolumnist sind Vertragsklauseln für Trainer ein gefährlicher Trend.
Marco Rose wechselt dank einer Ausstiegsklausel zu Borussia Dortmund - und Adi Hütter per Klausel nach Gladbach? Für SPORTBUZZER-Kolumnist sind Vertragsklauseln für Trainer ein gefährlicher Trend. © IMAGO/Jan Huebner
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Dass Trainer Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen verankert haben, ist heutzutage schon fast normal. SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge hält nichts davon. Die Coaches sollten lieber mehr verdienen. Er fände es gut, wenn ein Trainer immer so viel Gehalt bekommt wie der bestbezahlte Spieler.

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Was Verträge im Fußball wert sind – auch bei Trainern –, zeigte sich schon 1975, als Udo Lattek den FC Bayern verließ, einen Vertrag bei Rot-Weiss Essen unterschrieb, aber dort nie antrat, weil Borussia Mönchengladbach dazwischenfunkte und ihn als Nachfolger von Hennes Weisweiler, den es zum FC Barcelona zog, verpflichtete. 25.000 Mark ließ sich die Borussia diesen Deal damals angeblich kosten.

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Heute erscheint es beinahe schon normal, wenn Trainer Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen haben. Marco Rose geht für die stolze Summe von 5 Millionen Euro von Gladbach nach Dortmund, möglicherweise holt sich Max Eberl als Ersatz Adi Hütter aus Frankfurt – für 7,5 Millionen. Ich finde das absurd. Ich bin kein Moralapostel und habe zu meiner aktiven Zeit auch immer versucht, das Beste für mich rauszuholen. Aber wenn ich mich für einen Klub entschieden habe, sollte ich auch dazu stehen – gerade als leitender Angestellter.

Ich fände es gut, wenn ein Trainer immer so viel Gehalt bekommt wie der bestbezahlte Spieler

Dafür sollten Trainer besser bezahlt werden. Schließlich tragen sie auch die größte Verantwortung. Ottmar Hitzfeld hat mir mal gesagt: "Profi zu sein ist der schönste Job der Welt. Du trainierst zweimal am Tag und spielst am Wochenende, oder sitzt halt auf der Bank. Als Trainer musst du dich um 1000 Dinge kümmern." Mittlerweile haben die Coaches auf Topniveau natürlich ihr Expertenteam, ohne ginge es bei den heutigen Anforderungen nicht mehr. Dennoch müssen sie am Ende entscheiden und den Kopf hinhalten, wenn es nicht läuft. Von daher fände ich es gut, wenn ein Trainer immer so viel Gehalt bekommt wie der bestbezahlte Spieler.



In puncto Mitspracherecht gibt es unterschiedliche Auffassungen. Beim FC Bayern war und ist es so, dass der Vorstand die Transferpolitik bestimmt, der Trainer "nur" gefragt oder informiert wird. Bestes Beispiel: Pep Guardiola wollte Neymar – und bekam Mario Götze. Bei anderen Klubs hat man als Übungsleiter sicher mehr Einfluss, was ich grundsätzlich gut und richtig finde – schließlich muss der Trainer auch mit den Spielern arbeiten.