03. April 2021 / 16:17 Uhr

Michael Rummenigge: Selbst mit einem Punkt im Topspiel heißt auch der kommende Meister FC Bayern

Michael Rummenigge: Selbst mit einem Punkt im Topspiel heißt auch der kommende Meister FC Bayern

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bereits mit einem Punktgewinn der Bayern ist die Meisterschaft entschieden, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge.
Bereits mit einem Punktgewinn der Bayern ist die Meisterschaft entschieden, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
Anzeige

Der FC Bayern kann am Samstag mit einem Sieg gegen RB Leipzig auf sieben Punkte enteilen. Doch bereits ein Unentschieden reicht aus, um die deutsche Meisterschaft in dieser Saison zu entscheiden, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge.

Anzeige

Ich bin froh, dass nach dem erneuten DFB-Debakel gegen Nordmazedonien der Bundesliga-Gipfel RB gegen Bayern ansteht – dann brauche ich mich zumindest nicht weiter aufzuregen, sondern kann mich auf einentollen Abend freuen wie beim 3:3 im Hinspiel.

Anzeige

Es ist natürlich schade, dass ausgerechnet bei diesem Knaller so viele Topleute fehlen. Boateng, Davies und Lewandowski auf der einen, Angelino, Kampl und vielleicht Upamecano auf der anderen Seite.

Dass sich Robert Lewandowski (der zuvor in seiner gesamten Bayern-Zeit nur einmal drei Spiele am Stück gefehlt hat!) ausgerechnet bei einem völlig überflüssigen Kick in Andorra verletzt, ist für Bayern doppelt bitter, aber aus meiner Sicht kein Zufall. In solchen Spielen kommt der überforderte Gegner gern mal zu spät, ist häufig übermotiviert. Auch aus diesem Grund sollte man dringend darüber nachdenken, ob solche Zwergstaaten nicht eine Vor-Quali spielen müssen.

Rummenigge: Gnabry sollte Lewandowski ersetzen

Es gibt drei Spieler bei Bayern, die bei mir immer spielen würden und unersetzlich sind: Neuer, Müller und Lewandowski. Niko Kovac hat das leider anders gesehen, aber deshalb ist er auch nicht mehr Bayern-Trainer. Für seinen Nachfolger Hansi Flick wird es nicht einfach, die eingebaute Torgarantie Lewandowski beim Topspiel zu ersetzen – ich glaube dabei nicht an eine Lösung mit Choupo-Moting, sondern tippe eher auf Gnabry in der Spitze. Meine Aufstellung sähe übrigens wie folgt aus: Neuer; Pavard, Süle, Alaba, Hernandez; Kimmich, Goretzka; Sané, Müller, Coman; Gnabry. Das liest sich immer noch recht ordentlich.

Bei Leipzig wiegt der Ausfall von Angelino am schwersten, den ich für einen der – wenn nicht den – besten Linksverteidiger in der Bundesliga halte. Er ist nicht nur defensiv stark, sondern zudem in der Offensive eine Waffe und enorm torgefährlich.

Aufgrund der personellen Änderungen gibt es für mich keinen klaren Favoriten, ich rechne mit einem Remis. Sollte es so kommen, heißt auch der künftige Meister Bayern München – davon bin ich überzeugt. Mit einem Sieg wäre RB auf einen Punkt dran und hätte im Saisonendspurt den großen Vorteil, dass man nicht mehr die Zusatzbelastung Champions League auf der Uhr hat, wo auf die Bayern mit Paris Saint-Germain ein harter Brocken wartet.

Für Leipzig sind zwei Titel möglich

Leipzig kann in dieser Saison sogar auf das Double schielen. Dazu brauchen sie einen Sieg am Samstag und dann im Pokalhalbfinale, vermutlich gegen Werder Bremen. Auch wenn es vielen Traditionalisten nicht gefallen würde – ich traue es der Mannschaft von Julian Nagelsmann durchaus zu.

Zum Schluss noch ein Wort zu Lewandowski: Selbst wenn er vier Wochen ausfallen sollte, kann der Pole den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller noch immer knacken. Seine Mitspieler werden jedenfalls alles dafür tun, dass er diese unglaubliche Marke schafft, das haben sie schon in den letzten Wochen gezeigt.