07. Mai 2022 / 10:41 Uhr

Michael Rummenigge: VAR macht Fußball nicht gerechter – Forderung nach Ex-Profis im Video-Keller

Michael Rummenigge: VAR macht Fußball nicht gerechter – Forderung nach Ex-Profis im Video-Keller

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Experte Michael Rummenigge ist der Meinung, dass es beim VAR dringend Verbesserungsbedarf gibt. 
SPORTBUZZER-Experte Michael Rummenigge ist der Meinung, dass es beim VAR dringend Verbesserungsbedarf gibt.  © IMAGO/opokupix (Montage)
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Er sorgt an fast jedem Wochenende für Diskussionen im deutschen Fußball: Der Videoassistent im Kölner Keller. SPORTBUZZER-Experte Michael Rummenigge findet, dass das Spiel durch den VAR nicht gerechter geworden ist und befürwortet den Einsatz von Ex-Profis.

Diese internationale Fußballwoche hat mir - wie vermutlich fast jedem Fan auf der Welt – unglaublich viel Spaß gemacht und Freude bereitet. Ich hatte für das Rückspiel zwischen Real Madrid und Manchester City ja sogar ein privates Essen abgesagt, im Nachhinein komplett richtig. Beide Halbfinals boten Fußball auf allerhöchstem Niveau, mit allem, was dazu gehört, inklusive der Emotionen davor und danach. Und zum Glück ohne gröbere Fehlentscheidungen.

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In der Bundesliga habe ich mich dagegen zuletzt mehrfach fürchterlich geärgert, unter anderem bei den Spielen zwischen Bayern und Dortmund sowie bei Leipzig gegen Union Berlin. Ich war von Anfang an kein großer Befürworter des Videobeweises und nach inzwischen fünf Jahren muss ich leider noch immer feststellen, dass es nicht vernünftig funktioniert. Da wird schon wieder viel zu viel rumgeeiert, es gibt nach wie vor keine klare Linie, ob und wann der Kölner Keller eingreift oder eben nicht. Es wird immer behauptet, dass der Fußball durch den VAR gerechter geworden sei – ich sehe das zu häufig nicht. Und am Ende bringt es beispielsweise dem BVB nichts, wenn der Schiedsrichter sich nach dem Spiel hinstellt und seinen Fehler zugibt – dann ist es zu spät.

Lothar Matthäus und Babak Rafati haben deshalb völlig zurecht ein Thema angesprochen, welches ich komplett unterstütze: Es müssen endlich echte Experten in den Keller! Jungs, die selbst auf diesem Niveau gespielt haben. Mit ihrer Expertise liegt man garantiert öfter richtig als aktuell. Ex-Spieler, die solche Szenen wie Foul oder Handspiel hunderte Male erlebt haben, können sie einfach besser beurteilen. Außerdem wäre auch die Glaubwürdigkeit wieder da, weil man sieht, dass die Verantwortlichen handeln und sich helfen lassen.

Wichtig ist aus meiner Sicht nur, dass der Schiri am Ende der Boss bleiben muss - aber die Unterstützung durch die Kompetenz von Ex-Profis sollte man auf jeden Fall annehmen. Für mich ist der beste Schiedsrichter ohnehin der, der nicht auffällt und sich nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern als Teil des Spiels sieht und derjenige ist, der dafür da ist, die Regeln umzusetzen.

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Mir ist auch klar, dass die Einführung des VAR und der dafür notwendigen Maßnahmen viel Geld gekostet hat und man ihn deshalb nicht einfach so wieder einstellen kann. Aber es ist der Zeitpunkt gekommen, wo man das ganze Schiedsrichterwesen noch mal grundsätzlich hinterfragen sollte. Es gibt Schiris, die noch nie selbst Fußball gespielt haben, die brauchen Schulungen. Auch die Altersgrenze ist ein Thema, welches man überdenken sollte, wie zuletzt bei Manuel Gräfe.

Das Spiel hat sich mit dem VAR geändert, die Diskussionen sind geblieben. Besser geworden ist es aus meiner Sicht insgesamt nicht.

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