01. Dezember 2020 / 20:29 Uhr

Michael Schulte im großen LN-Interview: Das sagt der Comebackstage-Coach von Alexander Seeger nach deren gemeinsamen Zeit bei „The Voice of Germany“

Michael Schulte im großen LN-Interview: Das sagt der Comebackstage-Coach von Alexander Seeger nach deren gemeinsamen Zeit bei „The Voice of Germany“

Max Lübeck
Lübecker Nachrichten
Michael Schulte überrascht Alexander Seeger bei den Blind-Auditions und nimmt ihn in sein Team auf
Michael Schulte überrascht Alexander Seeger bei den Blind-Auditions und nimmt ihn in sein Team auf © Foto: ProSiebenSAT.1/Richard Hübner
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Der bekannte deutsche Singer-Songwriter spricht über Gemeinsamkeiten mit Alexander, seinen persönlichen Werdegang und die weitere Zusammenarbeit mit dem 21-Jährigen

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Etwas über zwei Wochen ist es nun her, dass der Weg von Alexander Seeger bei der diesjährigen Jubiläumsstaffel bei „The Voice of Germany“ endete. Es war eine ereignis- und lehrreiche Zeit für den 21-jährigen Kicker des SV Preußen Reinfeld, die er laut eigenen Aussagen „sehr genoss“. Gemeinsam mit Comebackstage-Coach Michael Schulte, der im Übrigen gebürtiger Eckernförder ist und mit ganzem Namen Michael Anthony Schulte heißt, gewann er viele neue Einblicke in die Musik-Branche – und baute dabei ein sehr enges Verhältnis zu ihm auf. Grund genug, einmal persönlich beim erfolgreichen Singer-Songwriter, der sogar schon einmal für Deutschland beim Eurovision-Song-Contest mit dem Lied „You Let Me Walk Alone“ antrat, nachzufragen, wie er die Zeit mit Alex wahrgenommen hat, warum die beiden so Vieles verbindet und welch Potential er in seinem Gesangs-Schützling sieht!

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Singer-Songwriter Michael Schulte: "Alex überzeugte mit seiner außergewöhnlichen und besonderen Stimme!"

Lübecker Nachrichten: Hallo Michael, du hast dich in den Blind-Auditions dafür entschieden, Alex in dein Team aufzunehmen und ihm mit der Comeback-Stage eine zweite Chance gegeben. Was war der ausschlaggebende Punkt dafür? Was hat dich dazu bewegt, den weiteren Weg unter anderem mit Alex zu gehen?

Michael Schulte: Ich saß ja während der Blind-Auditions bei allen Auftritten hinter der Bühne und verfolgte somit jeden Auftritt der Talente. Insgesamt traten fast 150 Talente auf, von denen schlussendlich nur 60 oder 70 den Sprung in die nächste Runde schafften. Viele wurden im Fernsehen ja auch gar nicht gezeigt. Deswegen hatte ich eine wirklich große Auswahl an Leuten, die ich in mein Team hätte aufnehmen können. Das ist zwar nicht immer einfach zu entscheiden, aber bei einigen Talents wusste ich sofort, sie in mein Team aufnehmen zu wollen. So auch bei Alex! Bei seinem Auftritt habe ich gehört, dass er etwas unsicher wirkte und aufgeregt war. Jedoch überzeugte er natürlich mit seiner außergewöhnlichen und besonderen Stimme – und das ist letzten Endes auch das, was man sucht. Er trat auch in einem Alter auf, in welchem ich damals bei „The Voice of Germany“ mitgemacht habe und ich hatte ein wenig die Hoffnung, dass den Coaches in der Jury ein paar Rohdiamante durchflutschten, wovon ich dann profitieren würde.

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LN: Du sprachst in einer der Battle-Runden, die Alex überstand, davon, dass Alex´ besondere Stimme etwas "nur ganz, ganz seltenes" sei. Wie viel Potential siehst du noch in dem erst 21-Jährigen? Wo kann sein Weg mit dieser "besonderen" Stimme hinführen?

M. Schulte: Diese Stimme hat das Potential, auch noch große Sachen zu erreichen. Es gibt bei „TVOG“ immer wieder viele gute Sänger, die technisch teilweise perfekt agieren, bei denen jedoch das gewisse Etwas fehlt. Alex aber hat dieses gewisse Etwas in seiner Stimme, welches er allerdings in seinen Auftritten noch nicht ganz ausspielen konnte – was in seinem Alter aber auch völlig normal ist. Das war bei mir damals nicht anders. Ich bin mir sicher, dass man noch viel von ihm hören wird. Ich werde ihn auf seinem weiteren Weg weiterhin unterstützen, wo ich nur kann. Dadurch, dass er seinen Lebensmittelpunkt nun auch in Hamburg hat, wo ich eh sehr oft in den Studios bin, bietet sich das natürlich auch optimal an. Ich habe auf jeden Fall Bock darauf, mal ein oder zwei Songs mit ihm zu schreiben und diese dann aufzunehmen. Dann kann man mal schauen, wohin die Reise gehen könnte. Seine Reise bei „The Voice“ ist jetzt einfach deswegen vorbei, weil er vielleicht noch nicht bereit für die Liveshows war. Da ist es besser, dass er das jetzt mitnehmen kann, was er bisher gelernt hat. Dadurch wird er sich definitiv weiterentwickeln. Sein Talent muss man nun behutsam aufbauen. Er muss sich jetzt weiterhin im Internet präsentieren, seine eigene Fanbase aufbauen und dem Ganzen ein wenig Zeit geben. Auch bei mir ist die richtige Arbeit erst nach der Zeit bei „The Voice“ angefangen. Man muss hart an sich weiterarbeiten und die Leute von sich überzeugen.

"Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach dem Show-Event!"

LN: Glaubst du, dass die noch vorhandene Unsicherheit mit mehr Erfahrung und stetiger Übung schnell auszugleichen ist?

M. Schulte: Das wird er sicherlich schnell in den Griff bekommen. Alex wird sich mit der Zeit auch gerade auf persönliche Art und Weise noch mehr öffnen. Man hat ja bisher immer einen sehr introvertierten jungen Mann gesehen, der wenig Emotionen zeigte. Auch das war bei mir nicht anders. Das hat ganz schön gedauert, bis ich zu einer Rampensau wurde. Aber eben genau das steckt auch in Alex.

LN: Alex erzählte uns gegenüber immer, dass du ein sehr "nahbarer" Coach bist, der sich viel Zeit für seine Talente nimmt. Eigentlich gibt es ja praktisch keinen besseren Backstage-Coach, schließlich hast du selbst einmal bei dieser Show mitgewirkt und erreichtest einen Podiumsplatz. Inwiefern half dir diese eigene Erfahrung beim Coaching der Talente und bei persönlichen Fragestellungen und Gesprächen mit ihnen?

M. Schulte: Das ist denke ich schon ein großer Vorteil, das ganze Geschehen bereits selbst mitgemacht zu haben. Ich weiß, wie die Talente sich fühlen und welch krasser Druck auf ihnen liegt. So konnte ich allen natürlich viele Tipps mit auf den Weg geben. Ich habe den Talenten immer klar gemacht, dass sie die Momentaufnahme genießen und aufsaugen sollen. Selbst, wenn der Weg dann irgendwann endet, ist das überhaupt nicht schlimm – die eigentliche Arbeit beginnt erst nach dem Show-Event.

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Fußball, Musik und Familie - Schulte und Seeger bauen "besondere Verbindung" auf

LN: Alex und dich verbindet ein paar Dinge: Beide interessieren sich für Fußball, beide schlagen die ungefähr selbe Musikrichtung ein und auch familiär mussten beide mit den Todesfällen der Väter frühe Schicksalsschläge einstecken. Wie hat das die Beziehung zu Alex beeinflusst? Waren das auch dadurch vielleicht Gespräche auf Augenhöhe, die unter diesen Umständen entstanden sind? Wie hast du Alex als Menschen kennenlernen dürfen?

M. Schulte: Alex und ich gehen einen ähnlichen Weg. Stimmlich weisen wir einige Parallelen auf und er war immer so ein wenig mein Küken und mein Lieblings-Talent der Comeback-Stage. Es hat sich schon eine besondere Verbindung aufgebaut und es fiel mir sehr schwer, ihn dann letzten Endes gehen zu lassen. Ich bin mir aber sehr sicher, dass er seinen Weg gehen wird!

LN: Zum Schluss dieses Interviews: Was willst du Alex nach dieser gemeinsamen Zeit bei "The Voice of Germany" mit auf den Weg geben? Was wünscht du dir für ihn?

M. Schulte: Wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben, das ist klar! Alex wird jetzt hart an sich arbeiten müssen und dran bleiben. Er hat schon einige Fans für sich gewonnen, die seine Stimme ebenso feiern und das muss er jetzt für sich nutzen. Bei „The Voice“ gibt es immer wieder Talente, bei denen die Aufmerksamkeit nach der Show schnell verpuffte. Für viele geht das dann nicht schnell genug, erfolgreich in die Musik-Branche einzusteigen. Das Ganze braucht aber natürlich viel Zeit, jahrelang. So war es auch bei mir oder meinem besten Freund Max Giesinger. Wir sind aber dran geblieben, haben viel Arbeit investiert und unfassbar viele Konzerte gegeben. Auch Alex muss jetzt weiter Gas geben – dann hat auch er sehr gute Chancen, den nächsten großen Schritt zu machen!

LN: Vielen Dank für das tolle Gespräch, Michael! Auch dir weiterhin viel Erfolg in deiner Karriere!