20. April 2018 / 18:54 Uhr

Michael Schumacher: Ex-Teamkollege Barrichello "kotzte vor Wut"

Michael Schumacher: Ex-Teamkollege Barrichello "kotzte vor Wut"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rubens Barrichello kann bis heute nicht verkraften, dass er Michael Schumacher 2002 beim Großen Preis von Österreich passieren lassen musste.
Rubens Barrichello kann bis heute nicht verkraften, dass er Michael Schumacher 2002 beim Großen Preis von Österreich passieren lassen musste. © imago/Bryn Williams
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An den fünf Weltmeistertiteln von Michael Schumacher mit Ferrari hatte er einen großen Anteil - Rubens Barrichello war ein vorbildlicher Teamkollege. Das Verhältnis zwischen den beiden schien gut. Doch der Brasilianer ledert ausgerechnet jetzt gegen Schumi. Besuchen darf er Schumacher nach dessen Ski-Unfall nicht.

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Rubens Barrichello - für viele Formel-1-Fans ist der Brasilianer der Inbegriff des zweiten Fahrers. Von 2000 bis 2004 verhalf er Teamkollege Michael Schumacher als treuer Gehilfe zu fünf Weltmeisterschaften in Folge - ehe er das Team nach der missglückten Titelverteidigung Schumis 2005 in Richtung Honda verließ. Der heute 45-Jährige scheint die Zeit mit dem siebenfachen Champion allerdings nicht immer genossen zu haben. In einem Interview mit dem brasilianischen Sender TV Globo kritisiert er nun den Ex-Kollegen, der sich seit seinem schweren Skiunfall Ende 2013 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat.

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Offenbar kann Barrichello seinen Status als ewige Nummer zwei bis heute nicht verkraften. Er wirft der deutschen Motorsportlegende vor, zwei Gesichter gehabt zu haben: "Er war großartig mit einem Glas Wein in der Hand, ein richtiger Partner", sagt der Ex-Pilot über Schumi. "Aber auf der Strecke und in den Meetings, da gab es Momente, in denen ich nicht glauben konnte, dass er das gerade wirklich gesagt hat."

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Skandal-Rennen von Spielberg beschäftigt Rubens noch heute

Und auch ein Formel-1-Skandalrennen lässt "Rubinho" bis heute nicht los. Beim Großen Preis von Österreich 2002 in Spielberg fährt der Brasilianer ein fehlerfreies Rennen an der Spitze und führt deutlich vor Schumacher. Doch die Ferrari-Teamleitung um den heutigen FIA-Präsidenten Jean Todt weist Barrichello an, seinen Kollegen zum Wohle der Fahrer-Weltmeisterschaft vorbeizulassen - eine klare Teamorder.

"Ich fuhr in die letzte Kurve und hatte entschieden, den Platz nicht aufzugeben", erinnert sich Barrichello. "Aber dann dachte ich: 'Ich liebe das, was ich mache. Was ist, wenn sie mich feuern?'" Und unter einem gellenden Pfeifkonzert der Fans gewann Schumacher das Rennen. Die ganze Welt habe damals gesehen, "wer gewonnen hat. Für Schumacher sah das schlecht aus." Verdaut hat er die Niederlage nicht: "An jenem Tag bin ich nach der Siegerehrung nicht zur Pressekonferenz gegangen, denn mir war schlecht. Ich habe an diesem Tag viel gekotzt - vor Wut."

Wie geht es Michael Schumacher heute? Barrichello durfte ihn nicht besuchen

Heute fährt Barrichello immer noch Stockcar-Rennen in Brasilien. Zuletzt hatte er starke gesundheitliche Probleme, war Anfang des Jahres beim Duschen zusammengebrochen, weil sich eine Vene geöffnet hatte. Außerdem sei bei Untersuchungen im Krankenhaus ein gutartiger Tumor im Nackenbereich festgestellt worden, so der Brasilianer im TV. Den Tumor habe er sich entfernen lassen.

Wie es Michael Schumacher heute gesundheitlich geht, weiß Barrichello nicht. Bekannt ist nur, dass sich Schumacher in der eigenen Villa am Genfer See im Kreise seiner Familie von seinen Verletzungen erholt. Managerin Sabine Kehm schirmt den siebenfachen Formel-1-Champion strikt ab. Barrichello durfte ihn nach seinem Skiunfall nicht besuchen: "Bei meinem ersten Versuch haben sie abgelehnt. Sie haben gesagt: 'Damit tust du ihm und dir selbst nichts Gutes.' Ich habe also keine Neuigkeiten von ihm, aber er ist in irgendeiner Form immer präsent."

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Barrichello ist mit 322 Grand Prix der Rekordstarter der Motorsport-Königsklasse. Er bestritt 1993 sein erstes, 2011 in seiner Heimat Brasilien sein letztes Rennen. Er feierte elf Siege in seiner Karriere.