23. Oktober 2021 / 22:31 Uhr

Michendorf nutzt Nieselregen: 3:2-Sieg im Top-Spiel gegen Lok Potsdam

Michendorf nutzt Nieselregen: 3:2-Sieg im Top-Spiel gegen Lok Potsdam

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Michendorfs Kevin Wüstenhagen (mitte) traf gleich vierfach beim Pokalerfolg gegen die SG Geltow.
Die Michendorfer um Kevin Wüstenhagen (M.) fuhren einen wichtigen Sieg gegen Lok Potsdam ein. © Benjamin Feller/Archivbild
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Landesklasse West: Mit 3:2 (1:1) siegt die Elf von Trainer Heino Schüler gegen die Landeshauptstädter. Beide Teams sind nach der Partie punktgleich.

ESV Lok Potsdam - SG Michendorf 2:3. Tore: 0:1 John Hermsdorf (23.), 1:1 Moritz Kahl (33.), 1:2 Ferdinand Freitag (56.), 1:3 Kevin Wüstenhagen (62.), 2:3 Johannes Wilhelm (76.). Zuschauer: 42.

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Als der Nieselregen auf dem Sportplatz an der Glienicker Brücke nach etwas mehr als 50 Minuten einsetzte, stand es 1:1 im Top-Spiel des neunten Spieltags der Landesklasse West, zwischen Lok Potsdam und der SG Michendorf. Zehn Zeigerumdrehungen später konnten die 42 anwesenden Zuschauer die Regenschirme wieder einpacken, sie überstanden den Schauer fast schadlos. Anders erging es den Hausherren, die nach einem Doppelschlag der Michendorfer die restliche halbe Stunde einem 1:3-Rückstand hinterherrennen mussten. Gereicht hat es nur noch zum Anschlusstreffer durch Johannes Wilhelm (76.) - die Serie der sieben ungeschlagenen Ligaspiele in Folge riss.

Ursächlich war dafür laut Lok-Co-Trainer Frank Nöske die schwache erste Halbzeit: "Wir waren von Anfang an gar nicht auf dem Platz. Wir haben die ersten 45 Minuten total verschlafen." Tatsächlich erwischten die Gäste auf dem schwer zu bespielendem Geläuf den besseren Start. Nach elf Minuten scheiterte John Hermsdorf aus sieben Metern und brachte den Ball nicht auf das Lok-Tor. Seine ganze Klasse vor dem gegnerischen Kasten zeigte er wenige Momente später. Nach einem Ballverlust der Potsdamer erhielt der linke Offensivspieler den Ball, gewann das Eins-gegen-Eins-Duell gegen Lok-Verteidiger Sadq Rezaie und brachte den Ball sicher im langen Eck unter (24.).

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Bis dato hatten die Hausherren deutlich mehr Ballbesitz, wussten aber besonders in der gegnerischen Hälfte wenig damit anzufangen. Die Michendorfer lauerten auf Ballverluste und wurden mit ihren Kontern immer wieder gefährlich. Nach mehr als einer halben Stunde schauten die Potsdamer, in Person von Christian Koschig, das erste Mal im Gäste-Strafraum vorbei - der Kopfball des Angreifers flog jedoch neben das Tor (32.). Sein Sturmpartner, Moritz Kahl, machte es keine 60 Sekunden später besser. Bedient von Koschig schob Kahl den Ball, aus abseitsverdächtiger Position, überlegt an Tom Bickel zum 1:1-Ausgleich vorbei (33.). Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Katakomben.

Bis zum Nieselregen passierte nach dem Pausentee nicht viel. Mit Einsetzen des Schauers gelang Michendorf-Kapitän Ferdinand Freitag im Anschluss an eine Ecke das 1:2 (56.), wenige Minuten später erhöhte Kevin Wüstenhagen per sehenswerten Freistoßtor aus gut und gern 30 Metern auf 1:3 (62.). "Das ist Wüstenhagen eben, das ist einfach so. Das muss er bloß im Spiel auch öfter machen", äußerte SGM-Trainer Heino Schüler im Anschluss an die Partie.

Der Übungsleiter konnte sich am Ende über einen verdienten 3:2-Auswärtssieg freuen. Zwar hatten die Lok-Kicker in Person von Marten Strehl noch eine Riesenmöglichkeit, als der eingewechselte Angreifer seinen Flugkopfball aus drei Metern neben das Michendorfer Gehäuse setzte (70.), doch auch der Anschlusstreffer von Johannes Wilhelm war eher dem Zufall geschuldet. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld wehrte Bickel den Ball nach vorne ab, das Spielgerät klatschte gegen den Kopf von Wilhelm und von dort hinter die Linie (76.).


"Spielerisch war einiges zu sehen von beiden Mannschaften, das war für die Platzverhältnisse schon richtig gut. Es war ein richtig schöner Fight, der trotzdem fair war. Das Ergebnis geht schon in Ordnung", schätzte Schüler nach dem Spiel ein, "wir freuen uns jetzt auf das nächste Top-Spiel gegen Bornim am Freitagabend." Um 20 Uhr ertönt am Freitag der Anpfiff auf dem Sportplatz Hellerfichten, Lok gastiert einen Tag später um 14 Uhr beim Langener SV. Die Lok-Fans werden sich sicher keinen Nieselregen herbeiwünschen.

Lok Potsdam: Bahador - Kanitz, Langner, Wilhelm, Rezaie - Tobias (61. Heidari), Skrzipczyk (71. Elsner), Tschäge (88. Krüger), Carlin - Kahl, Koschig (61. Strehl).

SG Michendorf: Bickel - Pollack, Krug, Freitag, Witthun - Hermsdorf (81. Siebert), Lebentrau, Großmann, Borchmeyer - Wüstenhagen (78. Rössel), Misch.