22. Mai 2022 / 06:57 Uhr

Immer stärker im zweiten F1-Jahr: Platzt bei Mick Schumacher in Barcelona der Knoten?

Immer stärker im zweiten F1-Jahr: Platzt bei Mick Schumacher in Barcelona der Knoten?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gelingt Mick Schumacher in diesem Jahr endlich der Durchbruch in der Formel 1?
Gelingt Mick Schumacher in diesem Jahr endlich der Durchbruch in der Formel 1? © IMAGO/eu-images (Montage)
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Mick Schumacher wartet weiter auf seine ersten Punkte in der Formel 1. Bisher konnte er im Formelsport jeweils in seiner zweiten Saison eine deutliche Leistungssteigerung abrufen. Schafft er dies auch in der aktuellen Formel-1-Saison?

Es ist ein modernes Motorsport-Märchen: Mick Schumacher, Sohn des legendären siebenfachen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, ist seit 2021 in der Königsklasse des Motorsports aktiv – wie einst sein Vater und sein Onkel Ralf. Das Haas-Team verpflichtete den heute 23-Jährigen, gab ihm die Chance auf einen von nur 20 Cockpit-Plätzen im Fahrerfeld. Nach einer punktlosen ersten Saison im damals schlechtesten Auto im Fahrerfeld wartet Mick Schumacher trotz dramatischer Leistungsverbesserung des Teams weiterhin auf seine ersten Karrierepunkte in der Formel 1. Platzt an diesem Sonntag beim Großen Preis von Spanien in Barcelona (15 Uhr/live bei Sky Ticket sehen [Anzeige]).. nun endlich der Knoten? Von Startplatz zehn (dem letzten Rang für den es einen WM-Punkt gibt) stehen die Chancen gut. Ohnehin müsste Mick dem Gesetz seines eigenen Karriereverlaufs nach im zweiten Jahr in einer Rennserie deutlich besser auftreten ...

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2008 begann Schumacher seine Karriere im Kartsport. Um keine Aufmerksamkeit zu erregen, trat er unter dem Pseudonym Mick Betsch an. Betsch ist der Geburtsname seiner Mutter Corinna. Während seiner Zeit im Kartsport fuhr Schumacher bereits einige Achtungserfolge ein (aber keinen Titel), die ihm einen Sprung in den Formelsport ermöglichten. Dort hatte er zwar im ersten Jahr in jeder Fahrklasse starke Schwierigkeiten, zeigte aber dafür in seiner zweiten Saison immer eine deutliche Leistungssteigerung.

Anfänge in der Formel 4

Zur Saison 2015 – im Vorjahr belegte Mick Schumacher sowohl in der deutschen Junioren-Kartmeisterschaft als auch bei der Europa- und Weltmeisterschaft den zweiten Rang – nahm ihn das niederländische Team Van Amersfoort Racing in sein Formel-4-Team auf. In der Gesamtwertung belegte Schumacher den zehnten Platz und unterlag damit seinem Teamkollegen Joey Mawson, der in der Gesamtwertung Dritter wurde.

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Für seine zweite Saison in der Formel 4 schloss sich Mick Schumacher dem italienischen Prema Powerteam, das für seine Karriere besonders wichtig werden sollte, an. Er trat sowohl in der italienischen, als auch in der deutschen Formel 4 an. In Italien gelang Schumacher gleich ein Doppelerfolg zum Auftakt. Nach insgesamt fünf Siegen beendete er die Saison auf dem zweiten Rang in der Gesamtwertung. Auch in der deutschen Serie gelang Schumacher ein Auftaktsieg – fünf weitere Siege folgten. Wieder beendete der Sohn von Michael Schumacher die Saison auf dem zweiten Rang in der Gesamtwertung.

Formel 3: Der erste Titel im Formelsport

Die guten Leistungen in der Formel 4 brachten Mick Schumacher einen Platz in der Formel-3-Euroserie – ebenfalls für das Prema Powerteam – ein. Doch auch hier bot sich ein bekanntes Bild: In seiner ersten Saison, 2017, gelang Schumacher lediglich ein Podiumserfolg. In der Gesamtwertung belegte er den 12. Rang. 2018, in seiner zweiten Formel-3-Saison dagegen, gewann er acht Rennen, stand zwei weitere Male auf dem Podium. Unter anderem gelang ihm das Kunststück, alle drei Rennen auf dem Nürburgring für sich zu entscheiden. Die Saison beendete Schumacher schließlich auf dem ersten Platz vor dem Briten und späteren Formel-2-Fahrer Dan Ticktum. Seine erste Meisterschaft im Formelsport war perfekt.

Schwerer Start in der Formel 2 – mit Happy-End

Als frisch gekrönter Formel-3-Meister bekam Mick Schumacher – weiterhin mit dem Prema-Team – einen Sitz in der Formel 2, im Umfeld der F1-Events. Zusätzlich nahm ihn Ferrari, das Team, in dem sein Vater Michael Schumacher fünf Weltmeister-Titel gewann, in seine Fahrer-Akademie auf. Schumacher durfte erste Formel-1-Testfahrten für Ferrari und Alfa Romeo bei den Young Drivers Tests bestreiten. Seine Debüt-Saison in der Formel 2 verlief allerdings alles andere als erfreulich. Mit nur einem Sieg beendete er die Saison 2019 auf dem zwölften Rang in der Gesamtwertung.

Die Saison 2020 – ein weiteres Mal ging Schumacher für Prema an den Start – brachte dann den Durchbruch auch in der Formel 2. Insgesamt konnte er zehn Podien einfahren, gewann zwei Hauptrennen und landete in insgesamt 20 der 24 Rennen in den Punkten. Dazu kamen sogar noch zwei schnellste Rennrunden. Die Saison beendete Mick Schumacher schließlich auf dem ersten Platz, woraufhin er für die Saison 2021 einen Sitz im Formel-1-Wagen des Haas F1 Teams bekam. Dort trat er erstmals mit dem Rennkürzel seines Vaters – MSC – an.

Ein schwieriger Start in die Formel 1

Sein Onkel Ralf Schumacher, der ebenfalls Rennfahrer in der Formel 1 war und mittlerweile als Experte für Sky tätig ist, prophezeite zu Beginn von Mick Schumachers Karriere ein "reines Lehrjahr". Das Ziel sollte es für den jungen Rennfahrer sein, "so wenig Fehler wie möglich" zu machen und dabei "schneller sein als sein Teamkollege, um dann optimal vorbereitet ins Jahr 2022 zu gehen", erklärte Ralf Schumacher dem Motorsport-Magazin F1-Insider.

Mick Schumachers Debüt-Saison in der Formel 1 lief wie von seinem Onkel prognostiziert. Der Wagen, mit dem Haas an den Start ging, war nicht konkurrenzfähig. Sein erstes Formel-1-Rennen beendete Schumacher auf dem 16. Platz. Sein damaliger Teamkollege – Nikita Mazepin – schied allerdings bereits nach drei Kurven aus dem Rennen aus. Zwar konnte Schumacher den Teamkollegen über die gesamte Saison im Eins-gegen-Eins-Duell dominieren, am Ende schaffte er es dennoch nicht ein Mal, Punkte für sein Team einzufahren. Trotzdem kündigte Ferrari an, dass der junge deutsche Fahrer ab der kommenden Saison als Ersatzfahrer für das von Teamchef Mattia Binotto geführte Team und für Alfa Romeo bereitstehen würde, sollten deren Stammfahrer ausfallen.

In der Saison 2022 bekam Mick Schumacher im Dänen Kevin Magnussen einen neuen Teamkollegen an seine Seite, nachdem der Vertrag mit Nikita Mazepin aufgrund seiner Nähe zu Russlands Präsident Putin aufgelöst wurde. Magnussen war bereits von 2017 bis 2020 Teil des Haas F1 Teams, fand sich sofort gut zurecht und konnte in drei der bisher fünf Rennen Punkte einfahren. Mick Schumacher hingegen gelang es noch nicht, ein Formel-1-Rennen in den Punkten zu beenden. Seine beste Platzierung war ein elfter Platz im ersten Rennen der Saison in Bahrain.

Von Onkel Ralf hagelte es vor allem nach dem Rennen in Imola Kritik. Zwei grobe Fehler sorgten für einen enttäuschenden 17. Platz. "Das sollte natürlich so in der Form nicht passieren", erklärte Sky-Experte Ralf Schumacher nach dem Rennen. "Der zweite Fehler war dann einfach zu viel."

Beim Rennen in Miami schaffte es Schumacher beinahe, seine ersten Punkte in der Formel 1 zu holen, ein Crash mit Freund und Mentor Sebastian Vettel, der zu seiner Anfangszeit in der Formel 1 noch von Michael Schumacher lernte, kostete wenige Runden vor Rennende beiden Fahrern die guten Positionen.

Schafft Schumacher nun die Wende?

Am kommenden Wochenende in Barcelona hat der 23-Jährige nun wieder die Chance, seine ersten Punkte in der Königsklasse des Motorsports einzufahren. Platzt hier endlich der Knoten und wird Mick Schumacher endlich das erste Mal ein Rennen in den Punkten beenden?