10. Mai 2019 / 21:43 Uhr

Mick Schumacher über Vater Michael: "Was er getan hat, war außergewöhnlich"

Mick Schumacher über Vater Michael: "Was er getan hat, war außergewöhnlich"

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mick Schumacher studiert noch heute alte Filmaufnahmen seines Vaters Michael.
Mick Schumacher studiert noch heute alte Filmaufnahmen seines Vaters Michael. © Getty/imago images/Thomas Melzer
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Er ist auf dem besten Weg, Formel-1-Fahrer zu werden. Mick Schumacher über seinen Vater Michael - sein großes Idol - und den Weg, den er geht, um selbst zu einem außergewöhnlichen Rennfahrer zu werden.

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30, 40 Journalisten bei dem Medientermin eines Formel-2-Fahrers? Normalerweise gibt es so etwas nicht. Es sei denn, der betreffende Pilot heißt Mick Schumacher. Beim Auftakt der Formel-2-Saison in Bahrain war es schon so – und jetzt in Barcelona, zu Beginn der Europasaison, noch einmal. Mit einem Mick Schumacher im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, der mit seiner nicht einfachen Rolle als Sohn der Formel-1-Ikone, dem siebenfachen Weltmeister Michael, augenscheinlich immer besser zurechtkommt. „Ich denke, es liegt auch daran, dass ich da einfach hineingewachsen bin, mich im Laufe der Zeit daran gewöhnt habe.“

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Schumacher junior: "Ich sehe mich in einer Lernphase"

Die Leistungen auf der Strecke stimmen. Erst ein gutes Premierenwochenende in Bahrain – trotz „Ablenkung“ durch einen Formel-1-Test im Ferrari, dem Rennstall, der seinen Vater zur Legende machte. Dann zwar ein kleiner Ausrutscher beim ersten Rennen in Baku, doch darauf folgte dort eine Aufholjagd im zweiten Lauf von Startplatz 19 auf Rang fünf. Sehr klug und überlegt gefahren, ohne die Reifen zu überfordern – was in der Formel 2 ein noch deutlich größeres Thema ist als in der Formel 1.

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Das gibt René Rosin, Schumachers Teamchef bei Prema, die Zuversicht, mit Blick auf das aktuelle Wochenende zu sagen: „Wir sind schnell genug, um hier in Barcelona einen Podestplatz zu erreichen.“ Woraufhin Mick noch vorsichtig ist: „Ich nehme das lieber Schritt um Schritt, also möchte ich mich zunächst auf das Training konzentrieren. Ich packe ein Rennwochenende immer gleich an – ich will das bestmögliche Ergebnis erringen, ich will so viel wie möglich lernen. Wir haben hier im Winter getestet, aber das haben ja alle. Ich kenne die Strecke auch aus der Formel 3, und ich habe mich hier eigentlich immer wohlgefühlt. Ich will so konstant wie möglich fahren und Fehler nicht zweimal machen. Wenn ich es schaffe, regelmäßig Spitzenergebnisse zu erringen, dann können wir vorn mitmischen. Aber ich sehe mich in einer Lernphase.“

Mick studiert Rennaufnahmen seines Vaters Michael Schumacher

Aber wie der 20-Jährige das sagt, wie er mit den Fragen umgeht, das ist schon sehr routiniert, souverän, lockerer und entspannter als vor ein paar Wochen. Als ein italienischer Reporter wissen will, wann denn in Schumi junior erstmals der Gedanke aufkam, Rennfahrer werden zu wollen, sorgt die Antwort für Lacher: „Das war, als ich drei Jahre alt war und ich in einem Tretroller mit Kettenantrieb saß. Besonders schnell war ich damit nicht – mein Vater führte mich an einer Leine.“

Der Schatten des Vaters und dessen Schicksal nach dem schweren Skiunfall 2013 hängt natürlich immer ein bisschen über allem, ist nicht wegzudenken. Nur nicht auf der Strecke. Seine Gegner würden nicht anders mit ihm umgehen, nur weil er den Namen Schumacher trage, glaubt Mick. Den öffentlichen Umgang mit dem heiklen Thema bekommt er immer besser in den Griff, kann inzwischen ganz normal darüber erzählen, dass natürlich auch Rennaufnahmen seines Vaters dabei sind, wenn er vor dem Fernseher sitzt, um anhand von Videoanalyse seinen eigenen Fahrstil, seine eigenen Fähigkeiten auf der Strecke zu perfektionieren. „Allerdings ist es doch oft sehr schwierig, daraus allzu viel abzuleiten. Es sind andere Autos, vor allem komplett andere Reifen.“ Da hilft die Sichtung aktuellen Anschauungsmaterials, etwa der Formel-2-Rennen vom letzten Jahr, doch ein bisschen mehr.

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Mick Schumacher: Sein Idol bleibt sein Vater Michael

Aber trotzdem merke er, „dass ich, je weiter ich im Rennsport komme, je tiefer ich in die Materie eindringe, immer mehr und besser verstehe, was mein Vater alles geleistet hat. Was er getan hat, war außergewöhnlich. Das erkenne ich mit jedem Tag mehr.“ Er könne von vielen aktuellen Formel-1-Fahrern etwas lernen, sein Idol bleibe sein Vater.

Genau wie der zu seiner Zeit setzt Mick auf präzise Vorbereitung – allerdings nicht wie andere der heutigen Nachwuchsfahrer-Generation auf Sim-Racing. „Entweder sitze ich beim Team im richtigen Simulator, dann sehe ich das auch als vollumfängliche und daher sinnvolle Vorbereitung. Dann stehen mir die ganzen Daten zur Verfügung. Zu Hause studiere ich diese Daten, aber ich bin lieber am Trainieren, also an der frischen Luft oder im Kraftraum, als online Rennsport zu machen.“ Und wenn er nicht am Trainieren ist oder beim Studium von Filmen oder Daten? „Dann gehe ich am liebsten mit dem Hund raus.“

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