26. Februar 2021 / 18:10 Uhr

“Miki will nicht um den achten Platz spielen“

“Miki will nicht um den achten Platz spielen“

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Trainiert seit Sommer 2017 den VfR Laboe: Miki Mladenovic.
Trainiert seit Sommer 2017 den VfR Laboe: Miki Mladenovic. © Sonja Paar
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Der Fußballsport begleitete Mikica Mladenovic das ganze Leben lang. Zunächst als Spieler und dann später als Trainer bei diversen Vereinen. Folglich kann der Trainer des VfR Laboe auf ein bewegtes Fußballerleben zurückblicken, das zahlreiche Höhepunkte und Anekdoten zu bieten hat. Nachdem der Sportbuzzer bereits seine Karriere als Spieler thematisierte, richtet sich der Fokus nun auf seine Tätigkeit als Trainer.

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Längst nicht jeder Fußballer strebt nach seinem Karriereende eine Laufbahn als Trainer an. Bei Miki Mladenovic war jedoch frühzeitig erkennbar, dass er diesen Weg einschlagen wird. Die B-Lizenz sicherte er sich bereits in seiner Zeit beim VfB Lübeck und die A-Lizenz folgte während seiner Zeit beim VfR Neumünster.

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Bei den Veilchen ließ er seine aktive Karriere nicht nur ausklingen, sondern agierte dort bereits als Spielertrainer. Seine erste Station als verantwortlicher Coach wurde dann der Heikendorfer SV, den er im Sommer 2000 übernahm. „Ingo Dierks rief mich damals an und machte mir den Job schmackhaft. Ich musste nicht lange überlegen, schließlich wollte ich endlich mal loslegen“, so Mladenovic.

Impressionen aus der Spieler-und Trainerkarriere von Mikica Mladenovic

Mannschaftsfoto des VfR Laboe (2020/21). Vorne von links: Matthias Schnoor, Marcel Schwantes, Patrick Wemmer, Christoph Zander, Lasse Saager, Kevin Cerny, Janek Geisbauer, Masseurin Carolin Krüger. Mitte von links: Trainer Mikica Mladenovic, Co-Trainer Dominic Kahl, Adrian Riesner, Mats Seemann, Christian Hirdes, Eike Meisner, Fynn Eggers, Maximilian Ehle, Betreuer Michael Lobeck, Betreuer Torsten Rumohr. Hinten von links: Co-Trainer Maik Eschen, Dennis Hegewald, Antonio Grünwald, Ali Mohamed, Sebastian Wendt, Steven Kühl, René Puls, Betreuer Torben Schulz. Zur Galerie
Mannschaftsfoto des VfR Laboe (2020/21). Vorne von links: Matthias Schnoor, Marcel Schwantes, Patrick Wemmer, Christoph Zander, Lasse Saager, Kevin Cerny, Janek Geisbauer, Masseurin Carolin Krüger. Mitte von links: Trainer Mikica Mladenovic, Co-Trainer Dominic Kahl, Adrian Riesner, Mats Seemann, Christian Hirdes, Eike Meisner, Fynn Eggers, Maximilian Ehle, Betreuer Michael Lobeck, Betreuer Torsten Rumohr. Hinten von links: Co-Trainer Maik Eschen, Dennis Hegewald, Antonio Grünwald, Ali Mohamed, Sebastian Wendt, Steven Kühl, René Puls, Betreuer Torben Schulz. ©

Dass Mladenovic dem Fußballsport nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn erhalten bleiben sollte, war absehbar. In Frage kam für den mittlerweile 58-Jährigen jedoch nur das Traineramt: „Eine Aufgabe als Sportlicher Leiter hätte mich überhaupt nicht gereizt, denn ich bin schlichtweg kein Schreibtischmensch. Ich will auf oder neben dem Platz stehen und meine Erfahrungen weitergeben, die ich in drei verschiedenen Ländern machen durfte.“

Gerade die Vielschichtigkeit der für das Trainerdasein notwendigen Kompetenzen haben und hatten auf Mladenovic eine große Anziehungskraft: „Als Trainer muss man natürlich etwas von taktischen Dingen verstehen. Darüber hinaus ist es aber auch wichtig, dass man über eine gute Menschenkenntnis verfügt. Man benötigt Teamfähigkeit, man muss Geduld haben können, die Fähigkeit zur Motivation besitzen und mit den einzelnen Spielern den jeweils passenden Umgang finden.“

Bei vielen Akteuren, die das Trainerdasein ausüben, wurde eine solche Ambition oftmals durch Übungsleiter geweckt unter denen sie selbst spielten. Im Fall von Mladenovic ist dies jedoch nicht so. Sein Antrieb Trainer zu sein resultiert primär aus dem Wunsch selbst etwas gestalten und bewegen zu wollen. „Ich hatte einige Trainer im Laufe meiner Karriere und von jedem konnte man sich etwas abschauen. Ich kann aber nicht sagen, dass es nun einen Trainer gab, der bei mir nun einen solchen Eindruck hinterlassen hat, so dass ich unbedingt Trainer werden wollte.“

Eindruck hinterlassen sollte Mladenovic dann beim Heikendorfer SV, schließlich dauerte sein Engagement dort 13 Jahre an. Eine Zeitspanne, die nicht ohne sportliche Erfolge blieb. In den Jahren 2003 und 2006 konnte seine Mannschaft bei den Hallenkreismeisterschaften triumphieren. 2007 gelang dann der Aufstieg in die höchste Spielklasse Schleswig-Holsteins und ein Jahr später qualifizierte sich sein Team für das SHFV-Hallenmasters in der Sparkassen-Arena, bei dem der HSV von 450 Fans unterstützt wurde. In den Jahren 2009 und 2010 durften seine Spieler den Kreispokal in die Höhe stemmen und 2011 dann erneut am Hallenmasters teilnehmen. Diesmal sogar in Anwesenheit von 600 HSV-Sympathisanten.

Und auch im Ligabetrieb schlugen sich die Heikendorfer im Laufe der Jahre überaus wacker, schließlich konnte der Abstieg aus der Oberliga unter dem Trainer Mladenovic stets verhindert werden. Allerdings gab es auch mal Jahre in denen gezittert werden musste. In der Saison 2011/12 konnte der HSV den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag sichern und die FT Eider Büdelsdorf hinter sich lassen. Die darauffolgende Spielzeit sollte der HSV dann mit sechs Punkten Vorsprung zum ersten Absteiger auf dem neunten Platz abschließen und für Heikendorfs Trainer sollte es die letzte Spielzeit an seiner langjährigen Wirkungsstätte sein. „Wir haben zwar stets die Klasse gehalten, doch es war absehbar, dass es in den nächsten Jahren nicht einfacher werden würde. Zudem hatten wir zu dem Zeitpunkt auch keinen allzu guten Nachwuchs.“

Ganz andere Möglichkeiten bot dann der TSV Schilksee, den Miki in der Spielzeit 2013/14 übernahm. Doch nach 16 Pflichtspielen hatte sein Trainerdasein dort schon ein Ende. In sportlicher Hinsicht war seine Beurlaubung jedoch nicht unbedingt nachvollziehbar, schließlich hatten die Fördekicker nach 15 Partien 17 Punkte auf dem Konto und rangierten im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Für den ambitionierten Aufsteiger war diese Bilanz jedoch offenbar nicht gut genug.

„Mich haben damals viele im Vorwege gewarnt, doch ich wollte mal was Neues machen und Schilksee hatte große Pläne. Das fand ich reizvoll. Doch schon nach dem ersten Spieltag war mir klar, dass das nicht einfach wird. Die Mannschaft war im Grunde ganz gut aufgestellt, doch der körperliche Zustand der Spieler war einfach ungenügend. Darüber hinaus gab es in Schilksee keine klare Linie, stattdessen lediglich reichlich Träumerei. Es war zudem ziemlich unmöglich dort in Ruhe zu arbeiten“, so Mladenovic rückblickend.

Zur Saison 2014/15 heuerte er dann beim TSV Klausdorf an mit dem er die Spielzeit auf dem zehnten Tabellenplatz der Verbandsliga Nord-Ost abschloss. In der darauffolgenden Spielzeit kam es sechs Spieltage vor dem Saisonende jedoch zur Trennung, obwohl der TSVK sportlich auf dem dritten Tabellenplatz rangierte. TSV-Obmann Manfred Wollschläger erklärte diesen Schritt seinerzeit mit folgenden Worten: „Miki hatte wohl zu hohe Erwartungen und verlangte quantitativ zu viel von der Mannschaft. Das führte zum Stimmungsumschwung. Zuletzt herrschte eine große Unruhe in der Mannschaft.“ Eine Einschätzung der Dinge, die Mladenovic betätigt: „Die Rahmenbedingungen in Klausdorf waren grundsätzlich gut und auch den Spielern mangelte es nicht an Qualität. Mit dieser Mannschaft hätte man aber noch erfolgreicher sein können. Doch Talent allein reicht einfach nicht aus. Man braucht auch den nötigen Biss. Der damaligen Klausdorfer Mannschaft fehlte die Heikendorfer Mentalität.“

Es folgte ein Jahr ohne Fußball, das Miki jedoch sinnvoll zu nutzen wusste und sich intensiver seiner Triathlon-Leidenschaft widmete. Im Sommer 2017 wurde er dann Coach beim VfR Laboe. Die Tatsache, dass er einen Kreisligisten übernahm, hätten Außenstehende seinerzeit interpretieren können als einen allmählichen Ausklang der Trainerkarriere oder geringer gewordenen Ansprüchen oder abhanden gekommenem Ehrgeiz - doch dem ist nicht so.

„Ich hätte nicht jeden Verein übernommen. Es muss schon Ziele geben, die man erreichen will“, so Mladenovic. Dies war in Laboe gegeben. Das erklärte Ziel war die Meisterschaft und diese konnte der VfR am Ende mit 13 Punkten Vorsprung vor dem VfB Kiel souverän einfahren. Vom siebten Spieltag an führten seine Schützlinge die Tabelle an und zeigten sich dabei mit ihren 108 erzielten Treffern zudem extrem torhungrig. Diesen positiven Lauf konnte seine Elf auch in der Folgesaison fortsetzen. Am Ende landete sein Team auf dem dritten Platz und durfte noch an der Aufstiegsrunde zur Landesliga teilnehmen. „Er ist ein Typ, der immer gewinnen will. Miki will nicht um den achten Platz spielen. Er nimmt regelmäßig den kommenden Gegner in Augenschein, hat immer Ambitionen und brennt nach wie vor“, sagt Laboes Co-Trainer Dominic Kahl.