24. März 2020 / 15:44 Uhr

Infizierte Milan-Ikone Maldini kritisiert Umgang mit Corona-Krise: "Wahnsinn, Spiele auszutragen"

Infizierte Milan-Ikone Maldini kritisiert Umgang mit Corona-Krise: "Wahnsinn, Spiele auszutragen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger Paolo Maldini hat den Umgang der Fußball-Welt mit dem Coronavirus kritisiert.
Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger Paolo Maldini hat den Umgang der Fußball-Welt mit dem Coronavirus kritisiert. © Getty
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Paolo Maldini geht es nach eigenen Angaben schon wieder besser. Die Legende des italienischen Top-Klubs AC Mailand hatte sich vor wenigen Wochen mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt spricht der 51-Jährige über seinen Gesundheitszustand - und den Umgang des Fußballs mit dem Virus.

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Milan-Legende Paolo Maldini spricht erstmal öffentlich über seine Coronavirus-Infektion - und übt scharfe Kritik an den Fußball-Verbänden. Wie der AC Mailand vor wenigen Tagen mitteilte, wurden bei dem 51 Jahre alten Technischen Direktor des Klubs und dessen 18 Jahre alten Sohn, Daniel Maldini, der kürzlich sein Debüt in der Serie A gegeben hatte, Infektionen festgestellt. Beide seien bereits seit über zwei Wochen in Quarantäne und würden nun bis zu einer Heilung weiter isoliert.

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"Mir geht es gut, das Schlimmste ist schon vorbei. Ich habe immer noch etwas trockenen Husten, meinen Geschmacks- und Geruchssinn verloren. Der Fußball hätte früher gestoppt werden sollen. Es war Wahnsinn, mit der Pandemie Liga-Spiele und Champions-League-Spiele auszutragen", sagt Maldini gegenüber der Corriere della Sera. Im Interview mit der italienischen Tageszeitung beschreibt der 51-Jährige das Coronavirus als "hässliche Grippe". Die Schmerzen seien besonders in der Brust stark gewesen. Medikamente gegen Atembeschwerden musste er aber nicht einnehmen.

Maldini ging auch über seine eigenen Probleme hinaus - und verurteilte das Vorgehen der Fußball-Verbände, erst sehr zögerlich Spiele abzusagen oder Geisterspiele abzuhalten. "Der Fußball hätte früher aufhören sollen", grollte der 51-Jährige, der in seiner langen Karriere einer der besten Verteidiger der Welt war.

"Liverpool gegen Atlético mit 4.000 spanischen Fans - das war Wahnsinn"

Dass beispielsweise das Champions-League-Achtelfinale zwischen Liverpool und Atlético über die Bühne ging, war für den Italiener nicht zu verstehen. "Liverpool gegen Atlético mit 4.000 spanischen Fans auf der Tribüne auszutragen, als bereits bekannt war, dass Madrid eine Brutstätte war - das war Wahnsinn. Als Atalanta in Valencia gespielt wurde, gab es noch keinen Alarm. Aber jetzt wissen wir, dass diese Nacht eine der Ursachen für den Ausbruch in Bergamo war."

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Für Maldini sei zwar klar, dass es "ein Ende der Saison in der Serie A geben muss", allerdings sei nicht klar, wie dies aussehen sollte. "Ich verstehe, dass es für die Menschen ein kostbares Ereignis wäre", sagte er. "Aber im Fußball ist es unmöglich, ohne Kontakt zu trainieren oder zu spielen." Es müsse eine Chancengleichheit hergestellt werden, schließlich gibt es Unterschiede bei den Klubs. Maldini: "Einige, wie Sampdoria, sind stärker betroffen. Einige der besten Spieler von Juve sind positiv. Wir dürfen es nicht eilig haben."

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