15. Oktober 2019 / 18:39 Uhr

Militär-Salut türkischer Spieler: Schalke sucht Aussprache mit Kabak

Militär-Salut türkischer Spieler: Schalke sucht Aussprache mit Kabak

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
GELSENKIRCHEN, GERMANY - SEPTEMBER 20: Ozan Kabak of Schalke sits on the bench prior to the Bundesliga match between FC Schalke 04 and 1. FSV Mainz 05 at Veltins-Arena on September 20, 2019 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Ihm droht Ungemach: Ozan Kabak. © 2019 Getty Images
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Dem Innenverteidiger Ozan Kabak muss sich beim FC Schalke 04 erklären. Er hatte den umstrittenen Salut-Jubel gezeigt, als er mit der türkischen Nationalmannschaft in Frankreich spielte.

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Nach dem Militär-Salut türkischer Fußball-Nationalspieler bei den Spielen gegen Albanien und Frankreich sucht Bundesligist FC Schalke 04 die Aussprache mit seinem Spieler Ozan Kabak. „Wir werden darüber mit Ozan Kabak intern sprechen und danach das Thema auch abschließen“, teilte der Verein auf Anfrage mit: „Es ist völlig klar, dass sich Schalke 04 von solchen symbolischen Gesten zum Geschehen in Syrien distanziert“.

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Zuerst hatte der Kicker darüber berichtet. Kabak gehörte in beiden Spielen zum Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz. Bilder zeigen, dass der 19-Jährige sich aber am Salut der Kollegen beteiligte.

Mehr zum Salut-Jubel

Nach dem Treffer in der 81. Minute - erzielt vor der türkischen Fankurve und wenige Minuten nach Frankreichs Führung - ließen sich einige türkische Spieler zum wiederholten Mal zu einem einem wohl politisch motivierten Gruß an die aktuell an der umstrittenen türkischen Militäroperation gegen die Kurden in Syrien beteiligten Soldaten ihres Landes hinreißen. Diesen "Salut-Jubel" hatten die Spieler in größerem Umfang bereits nach dem Treffer von Everton-Stürmer Cenk Tosun zum 1:0 gegen Albanien in der vergangenen Woche gezeigt.

UEFA ermittelt gegen die Türkei

Nach dem Spiel am Freitag zeigte sich in den Katakomben zu später Stunde sogar die gesamte Mannschaft samt Trainerstab mit der entsprechenden Pose. Daraufhin hatte es europaweit einen Sturm der Entrüstung gegeben - die UEFA eröffnete mittlerweile ein Verfahren gegen den türkischen Verband. Auch beim DFB wurde der Jubel unfreiwillig Thema, weil die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can einen Instagram-Beitrag von Tosun über den Jubel mit einem "Like" versehen haben - offenbar, ohne sich der politischen Dimension des Jubels bewusst gewesen zu sein, wie beide später beteuerten.


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Die aktuelle Kontroverse kümmerte einige Spieler der Türken offenbar nicht. Vor dem türkischen Block nahmen die Profis Mahmut Takdemir, Irfan Kahveci, Merih Demiral, Umut Meras, Mert Günok und Cenk Tosun erneut zum "Salut" Aufstellung. Anders Torschütze Kaan Ayhan, der auf den brisanten Jubel verzichtete. Wohl aus einem guten Grund, denn Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel hatte bereits nach dem Albanien-Spiel eine interne Aufarbeitung mit dem Innenverteidiger und dem zweiten türkischen Fortuna-Profi Kenan Karaman angekündigt.