03. Mai 2021 / 20:32 Uhr

Rekord-Deal: Bundesliga verkauft internationale TV-Rechte wohl für halbe Milliarde Euro

Rekord-Deal: Bundesliga verkauft internationale TV-Rechte wohl für halbe Milliarde Euro

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesliga hat einen Rekord-Deal im internationalen TV-Markt geschlossen.
Die Bundesliga hat einen Rekord-Deal im internationalen TV-Markt geschlossen. © imago images/Team 2
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Die Bundesliga kann sich inmitten der Corona-Pandemie über einen satten Geldregen freuen. Die für die internationale Vermarktung zuständige DFL International hat einen langjährigen Vertrag mit einem Streamingdienst geschlossen. Dieser soll einem Medienbericht zufolge eine halbe Milliarde Euro wert sein.

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Mega-Deal für die Bundesliga im internationalen TV-Markt: Die Nordic Entertainment Group (NENT Group) hat einen sehr lukrativen Vertrag mit der für die internationale Vermarktung zuständigen DFL International abgeschlossen. Der zuvor bis 2025 laufende Kontrakt wurde vorzeitig um einen weiteren vierjährigen Rechtezyklus bis Sommer 2029 verlängert. Die finanziellen Konditionen sollen sich in diesem Zuge erheblich verbessert haben. Dies berichtet das gewöhnlich gut informierte Branchenmagazin Sponsors. Demnach ist der Vertrag insgesamt rund 500 Millionen Euro wert.

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Bei der Vereinbarung, die 300 Live-Spiele der Bundesliga und 2. Liga beinhaltet, soll es sich um einen Rekord-Deal handeln. Die NENT Group ist mit seinem Angebot Viaplay das führende Streamingunternehmen für den nordischen Raum. Neben der erheblichen monetären Aufbesserung schließt der neue Deal auch mehr Verbreitungsgebiete ein. Während er zuvor für die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island galt, sind die Partien der höchsten deutschen Spielklasse künftig auch in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen zu sehen. "Der Vertrag beinhaltet auch die exklusiven Rechte für den deutschen Supercup und die Relegationsspiele der Bundesliga", schreibt Sponsors.

Der ursprüngliche Vertrag zwischen der DFL-Tochter und der NENT Group war bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Dieser hätte den deutschen Profiklubs dem Branchenblatt zufolge im Schnitt rund 17 Millionen Euro pro Jahr eingebracht. Nun soll diese Summe deutlich steigen - auf rund 62,5 Millionen Euro jährlich bis 2029. Laut Sponsors handelt es sich um den längsten Vertrag, den die NENT Group jemals abgeschlossen hat. Vor allem inmitten der Corona-Pandemie, welche für die Liga und nahezu alle Vereine erhebliche finanzielle Mindereinnahmen bedeutet, ist dieser Deal nun ein großer Erfolg.

DFL verkaufte nationale TV-Rechte im Sommer 2020

Im vergangenen Sommer hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) um Boss und Macher Christian Seifert bereits einen für Corona-Verhältnisse guten nationalen TV-Vertrag geschlossen. Die wertvollsten Bundesliga-Rechte für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 gingen an Sky und DAZN. Der Pay-TV-Sender, bisher noch Platzhirsch, behält die Einzelspiele und die Konferenz am Samstag, alle Partien am Freitag und Sonntag (insgesamt immerhin 106 Spiele) sind künftig beim kostenpflichtigen Streaminganbieter zu sehen. Im Free-TV erwarb Sat.1 nach langer Zeit wieder einige Übertragungsrechte.

"Die Durchschnittserlöse über alle Pakete hinweg pro Jahr liegen bei 1,1 Milliarden Euro", sagte DFL-Boss Seifert. Die Liga erzielte trotz der Corona-Krise, die den Fußball und auch die Sportmedien hart getroffen hat, in der Ausschreibung damit insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Das sind nur etwas weniger als in der laufenden Rechte-Periode (4,64 Milliarden Euro). Eine Steigerung, wie sie mit 80 Prozent bei der vorherigen Ausschreibung im Jahr 2015 zustande gekommen war, ist unter diesen Umständen nicht annähernd möglich gewesen.