19. März 2021 / 15:29 Uhr

Millionen-Corona-Hilfen für Wolfsburg-Profis? VfL prüft Anträge für Spieler

Millionen-Corona-Hilfen für Wolfsburg-Profis? VfL prüft Anträge für Spieler

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dementiert, dass der VfL bereits Erstattungsanträge für Spieler eingereicht hat: Geschäftsführer Tim Schumacher.
Dementiert, dass der VfL bereits Erstattungsanträge für Spieler eingereicht hat: Geschäftsführer Tim Schumacher. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg prüft derzeit, ob er Corona-Hilfen in Millionen-Höhe vom Staat für die Profis des Bundesligisten beantragt, die wegen Covid-19 ausgefallen waren.

Die Corona-Krise hat enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft. Nicht nur Selbstständige und Arbeitnehmer sind betroffen, auch Fußball-Vereine spüren die Folgen der Pandemie. Der VfL Wolfsburg prüft derzeit, ob er bei den Behörden Erstattungsanträge in Millionen-Höhe für neun Profis einreicht, die sich in den vergangenen Monaten mit Covid-19 infiziert hatten und deshalb ihrer Arbeit dadurch nicht nachkommen konnten. Die Bild hatte am Donnerstagabend berichtet, dass entsprechende Anträge bereits gestellt worden seien, das dementierte der Fußball-Bundesligist allerdings.

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Wie Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes vorsieht, dürfen alle Arbeitgeber das Nettogehalt ihrer Mitarbeiter in behördlich angeordneter Quarantäne über einen Zeitraum von sechs Wochen erstatten lassen. Das gilt auch für den VfL, bei dem mit Pavao Pervan, Maximilian Arnold, William (zu Schalke 04 verliehen), Jerome Roussillon, Maxence Lacroix, Kevin Mbabu, Renato Steffen, Josip Brekalo und Marin Pongracic schon neun Profis aufgrund einer Corona-Infektion ausgefallen waren. Derzeit befindet sich mit Manager Jörg Schmadtke der erste sportlich Verantwortliche des Klubs in Quarantäne. Der VfL gehört zu den Vereinen mit den meisten Corona-Fällen in der Liga.

Gesetzlich ist es also erlaubt, sich Corona-Hilfen auszahlen zu lassen. Moralisch lässt sich jedoch darüber streiten, wenn der VfL als 100-prozentige Tochter von Volkswagen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen würde, während andere Unternehmen und Selbstständige um ihre Existenz bangen. "Es trifft nicht zu, dass für die entsprechenden Spieler bereits Erstattungsanträge gestellt wurden", betont VfL-Geschäftsführer Tim Schumacher, sagt aber auch: "Hier sind wir noch in der Prüfung."

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Denn: "Die Geschäftsführung einer GmbH ist grundsätzlich verpflichtet, gesetzlich zulässige Möglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls auszuschöpfen." Für einen Teil der Mitarbeiter wurde schon Corona-Hilfen beantragt. Schumacher: "Im Verwaltungsbereich sind wir dieser Verantwortung nachgekommen und haben vereinzelt Anträge gestellt, eine Bewilligung ist bislang nicht erfolgt."

Laut Bild sollen auch die beiden Zweitligisten Hannover 96 und Erzgebirge Aue sowie die Drittligisten FSV Zwickau und Dynamo Dresden entsprechende Anträge gestellt haben. Bayern München beispielsweise verzichtet auf derartige Unterstützung seitens der Bundesregierung. "Der FC Bayern hat eine solche Hilfe nicht beantragt. Wir versuchen, die durch Corona verursachte Problematik ohne staatliche Hilfe zu meistern", so Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

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