18. November 2021 / 21:41 Uhr

Doppel-Mingoia knackt die Wand: Grizzlys 3:1 gegen Augsburg!

Doppel-Mingoia knackt die Wand: Grizzlys 3:1 gegen Augsburg!

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Jubeltraube wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Augsburger Panther am 18.11.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Mathias Renner/City-Press GmbH)
Schwerstarbeit erfolgreich beendet: Die Grizzlys (v. l. Julian melchiori, Doppeltorschütze Trevor Mingoia, Doppelvorbereiter Garrett Festerling und Phil Hungerecker) bezwangen Augsburg mit 3:1. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
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Klasse-Start nach der Deutschland-Cup-Pause: Die Grizzlys Wolfsburg besiegten im Auftaktspiel des Wochenendes in der DEL die Augsburger Panther mit 3:1 - angeführt vom weiter heißlaufenden Trevor Mingoia.

Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg hat seine gute Position durch ein 3:1 (0:0, 12:1, 1:0) gegen die Augsburger Panther behauptet, hat die zweitmeisten Punkte und liegt in der Quotiententabelle (zählt, wenn nicht alle Spiele ausgetragen werden können), weiter auf Platz drei. Trevor Mingoia (2) und Jonas Enlund trafen vor 1260 Zuschauern gegen die Panther, bei denen Keeper Markus Keller ein klareres Ergebnis gegen den Ex-Klub von Grizzlys Coach Mike Stewart verhinderte.

Grizzlys Wolfsburg gegen Augsburger Panther

Szenen vom DEL-Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Augsburger Panther am 18. November 2021 Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Augsburger Panther am 18. November 2021 © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg, Boris Baschin

Personal

Bei den Grizzlys war U23-Verteidiger Steven Raabe nach seiner Gesichtsverletzung wieder fit und als siebter Verteidiger aufgeboten, es fehlte aber Kapitän Sebastian Furchner, der bereits am Vortag Probleme gemeldet hatte. Der 39-Jährige blieb wegen eines Magen-Darm-Infektes draußen, seinen Platz übernahm Phil Hungerecker. Verteidiger Janik Möser und Stürmer Valentin Busch mussten als überzählige Ü23-Akteure zuschauen. Furchner sollte am Sonntag wieder spielen können.

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Keller wird warmgeschossen

Die Gäste hatten ab und an kleine Druckphasen, doch im ersten Drittel war es in Sachen Tempo und Passspiel streckenweise ein Klassenunterschied. Die Gastgeber waren schnell, zielstrebig, ihr Forecheck brachte die Augsburger immer wieder in Not. Doch deren vermeintliche Schwachstelle wurde zum Ärger-Faktor. Markus Keller, seit der Verletzung von Stammkeeper Olivier Roy im ersten Spiel in Wolfsburg Nummer 1 und mit dem schlechten Schnitt von dreieinhalb Gegentreffern pro Spiel, war in Sahneform. Allein Jan Nijenhuis, beim Erfolg gegen Krefeld unfreiwillig per schmerzhaften Kopfball erfolgreich, scheiterte zweimal frei vor Keller. Julian Melchiori, Mingoia (in Überzahl) und Gerrit Fauser erging es nicht besser. Sie waren in Top-Position, ihr Abschluss war nicht immer optimal, vor allem aber machte Keller keinen Fehler. "Gute Chancen, aber wir müssen sie reinmachen", sagte Nijenhuis zur ersten Pause. "So ist es eng, wir müssen aufpassen. Und wir dürfen nicht in Schönheit sterben." Ähnlich sah es auch Manager Charly Fliegauf: "Wir müssen geradliniger sein, mehr Schüsse aufs Tor bringen, galliger sein."

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Grizzlys gegen Keller, dann kommt Mingoia

Im zweiten Drittel ging der Ärger weiter, in Unterzahl stürmte Spencer Machacek (der statt Furchner das Kapitäns-C trug) einer Scheibe hinterher, brachte sie noch auf Keller, Fauser war zum Abpraller da, bekam die Scheibe mit der Rückhand auch nicht rein. Kurz darauf spielte Augsburg sogar mit zwei Mann mehr, das beste Unterzahlteam der Liga ließ nichts anbrennen. Und dann war Schluss mit dem Ärger. Der befreite Mingoia (zuvor sechs Tore in sieben Partien) setzte seinen Lauf fort, Er schickte Garrett Festerling auf der rechten Seite, stürmte in den Slot, Routinier Festerling legte perfekt auf, Mingoia traf zum 1:0.

Doch die Grizzlys betätigten sich als Gefahrensucher, gerieten wieder in Unterzahl. und diesmal war es nach einem Stellungsfehler passiert, Adam Payerl hatte viel zu freie Schussbahn. Dann bekamen die Grizzlys ihre zweites Powerplay. Das können sie inzwischen auch richtig gut. Liga-Topscorer DeSousa wieder mal maßgeblich beteiligt, der heiße Mingoia staubte ab, schoss mit dem 2:1 binnen acht Spielen das achte seiner neun Saisontore. Und dankte mit deutlicher Geste Vorbereiter DeSousa, für den bis dahin einfach nichts klappen wollte.

Die Spannung steigt

Keller blieb aber heiß, parierte mit Beginn des Schlussabschnitts gleich gegen Toto Rech, der frei am langen Pfosten gelauert hatte. Augsburg versuchte verbissen, ins Spiel zu kommen. Und weil die Grizzlys nur knapp führten, stieg die Spannung. Rech (50.) hatte eine weitere Riesenchance - wieder Keller. Aber, aber, aber: einmal erwischten die Gastgeber ihn noch. Festerling stahl Brady Lamb am Augsburger Tor im Forecheck die Scheibe, bediente Enlund und der ließ Keller mit dem Schuss in den Giebel nun gar keine Chance.


Am Sonntag gastierten die Grizzlys um 16.30 Uhr bei den Schwenninger Wild Wings.

Belohnung für eine Energieleistung: Am Freitag haben die Grizzlys frei

Coach Mike Stewart lobte das Team nach dem 3:1 gegen Augsburg: „Wir haben im Schlussdrittel, als Augsburg alles reingeschmissen hat, intelligent gestanden in unserem Drittel und vor allem in der neutralen Zone, von der ersten bis zur letzten Minuten haben wir Gas gegeben, das ist unser Eishockey.“ 

Er fügte hinzu: „Augsburg war nicht ungefährlich, es war eine super Teamleistung, die Jungs kriegen morgen frei, dann geht es am Samstag nach Schwenningen.“

Mit der Chancenverwertung war er nicht zufrieden, „wir hätten mehr Tore schießen könne. Aber im Eishockey ist der wichtigste Mann in jeder Mannschaft der Goalie. Wir haben auch schon gesehen, wie Picks und Strahli uns gerettet haben. Heute war es umgekehrt.“ 

Augsburgs Keeper Markus Keller hatte sein Team bis zum 1:3 im Spiel gehalten. Stewart, vier Jahre Coach der Schwaben erinnert sich: „Ich kenne Kelli aus meiner Zeit in Augsburg. Wenn er heiß ist, ist er verdammt gut.“

Statistik

  • Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier - Button, Wurm; Bittner, Melchiori; Krupp, Murray; Raabe - Machacek, Fauser, Mingoia.; Archibald, DeSousa, Rech; Hungerecker, Pfohl, Reichel; Enlund, Festerling, Nijenhuis.
  • Augsburger Panther: Keller - Graham, Haase; Lamb, Bergman; Miller, Rogl - Payerl, Campbell, Clarke; McClure, Stieler, Puempel; Saponari, LeBlanc, Trevelyan; Eisenmenger, Nehring, Sternheimer.
  • Schiedsrichter: Rantala/Schrader.
  • Zuschauende: 1260. - Strafminuten: Grizzlys 8 / Panther 4.
  • Tore: 1:0 (28:06) Mingoia (Festerling), 1:1 (36:10) Payerl (Puempel/Graham -5:4), 2:1 (39:27) Mingoia (Archibald/DeSousa - 5:4), 3:1 (54:17) Enlund (Festerling).