22. Januar 2017 / 13:35 Uhr

Minusrekord auf Schalke: Zuschauerschwund ein Alarmsignal für die Bundesliga?

Minusrekord auf Schalke: Zuschauerschwund ein Alarmsignal für die Bundesliga?

Ansgar Nehls
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schalke Fans
Schalke Fans © Imago
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So wenige Fans wie gegen Ingolstadt waren noch nie in der Veltins Arena. Auch der Bundesligaschnitt ist so niedrig wie seit neun Jahren nicht mehr.

So leer war es in der Veltins Arena noch nie. Seit die hochmoderne Arena im August 2001 eröffnet wurde, sahen noch nie so wenige Zuschauer ein Bundesligaspiel der Schalker. Nur 58.000 Zuschauer wollten die Partie gegen den FC Ingolstadt sehen. Weniger waren es zuletzt im April 2001 beim 3:1-Sieg gegen Hertha. Das war allerdings noch im alten Parkstadion. Damals kamen 56.556 Zuschauer. Immerhin: Dank des späten Tores von Neuzugang Guido Burgstaller konnten die Fans gegen Ingolstadt noch einen 1:0-Sieg feiern.

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Dass der schalker Zuschauerschwund mit dem gestiegenen Bierpreis zusammenhängt (der halbe Liter kostet jetzt 4,20 Euro statt 3,90 Euro) ist aber unwahrscheinlich. Denn in dieser Saison waren überhaupt erst zwei Heimspiele der Schalker ausverkauft. Nur gegen Bayern und Gladbach war die Arena bis auf den letzten Platz besetzt. In den vergangenen Spielzeiten waren immer mindestens sechs, eher neun bis zehn Spiele ausverkauft. Allerdings liegen die Spiele, bei denen auch gegen mittelklassige Teams alle Tickets weggehen, meist am Saisonende. Dann, wenn es um wichtige Punkte geht, sind die Spiele besonders reizvoll.

Bundesliga lockt die wenigsten Besucher seit neun Jahren

Muss der Zuschauerschwund auf Schalke deswegen ein Alarmsignal für die Bundesliga sein? Vielleicht. Denn auch bei den anderen Klubs der Liga kommen nicht mehr so viele Fans wie in den vergangenen Jahren. Seit neun Jahren war der Zuschauerschnitt der Bundesliga nicht mehr so schlecht. Nur 41.241 Fans besuchten durchschnittlich die Spiele. Das sind rund 2000 Zuschauer pro Spiel weniger als in der Saison 15/16 und so wenige wie seit 07/08 nicht mehr.

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Allerdings stiegen mit Hannover 96 und vor allem dem VfB Stuttgart in der letzten Saison zwei Teams ab, die viele Zuschauer anlockten. Im Gegenzug stieg dagegen mit dem SC Freiburg ein Verein auf, in dessen Schwarzwald-Stadion nur 24 000 Zuschauer passen. So ist auch der geringe Zuschauerschnitt zu erklären. Mit Ingolstadt (15.000), Darmstadt (17.400) und Freiburg spielen gleich drei Teams in der Liga, in deren Stadien weniger als 30.000 Fans Platz finden. Mit einer Gesamtkapazität von 802.473 passen in alle 18 Bundesligastadien damit rund 40.000 Fans weniger als im letzten Jahr (844.963).

Ein geringerer Schnitt ist da ganz normal, ein Minusrekord wie auf Schalke ist trotzdem ungewöhnlich.