19. August 2022 / 21:05 Uhr

Missbrauchsaffäre im Schwimmen: Innenministerin Faeser fordert Aufklärung von DSV

Missbrauchsaffäre im Schwimmen: Innenministerin Faeser fordert Aufklärung von DSV

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundesinnenministerin Nancy Faeser fordert den DSV nach den Vorwürfen von Jan Hempel zum Handeln auf.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser fordert den DSV nach den Vorwürfen von Jan Hempel zum Handeln auf. © dpa (Montage)
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Jetzt spricht die Bundesinnenministerin: Nancy Faeser hat am Freitag gefordert, dass die Missbrauchsaffäre um Wasserspringer Jan Hempel vom Deutschen Schwimm-Verband aufgeklärt werden müsse. Der DOSB äußerte sich ähnlich.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den Deutschen Schwimm-Verband in der vom früheren Wasserspringer Jan Hempel öffentlich gemachten Missbrauchsaffäre zum Handeln aufgefordert. "Sexualisierte Gewalt ist für erschreckend viele Athletinnen und Athleten Realität. Dass Betroffene ihr Leid offenbaren, zeigt Mut. Der Deutsche Schwimm-Verband muss die Vorwürfe aufklären, handeln und Betroffene unterstützen", schrieb die Politikerin am Freitag bei Twitter.

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In einer Dokumentation der ARD unter dem Titel "Missbraucht - Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport" berichtete der Olympia-Zweite von Atlanta 1996, Hempel, in bewegenden Worten erstmals öffentlich über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen seinen inzwischen gestorbenen früheren Trainer Werner Langer. Von 1982 bis 1996 sei er von Langer immer wieder sexuell missbraucht worden. Ihr Statement veröffentlichte Faeser über dem Link zum ARD-Film.

DOSB: "Der Sport muss ein sicherer Ort sein"

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) forderte unterdessen ebenfalls eine restlose Aufklärung der Missbrauchsaffäre. "Die Schilderungen von Jan Hempel und den anderen Betroffenen sind erschütternd. Die Dokumentation zeigt, dass die Kultur des Schweigens aufgebrochen werden muss", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert nach einer Sitzung des Präsidiums am Freitag am Rande der European Championships in München. "Der Sport muss ein sicherer Ort sein, an dem insbesondere Kinder und Jugendliche geschützt sind."

Der DOSB, die Deutsche Sportjugend und die Mitgliedsorganisationen hatten in der vergangenen Woche in einem Positionspapier die Einrichtung eines Zentrums für Safe Sport ausdrücklich begrüßt. "Dieses könne und solle Schutzlücken im Sport schließen und bestehende Maßnahmen sinnvoll ergänzen", hieß es in der Mitteilung. Zudem werde derzeit intensiv daran gearbeitet, Leitlinien zur Aufarbeitung für Sportverbände und -vereine zu entwickeln, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden sollen.

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