21. Oktober 2020 / 08:01 Uhr

Mit 999 Fans in der Champions League: Jede Menge Hall bestimmt das 2:0 von RB Leipzig

Mit 999 Fans in der Champions League: Jede Menge Hall bestimmt das 2:0 von RB Leipzig

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Übersichtlich sah es auf den Rängen der Red-Bull-Arena am Dienstagabend aus.
Übersichtlich sah es auf den Rängen der Red-Bull-Arena am Dienstagabend aus. © dpa
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Wegen steigender Corona-Infektionszahlen durften am Dienstagabend nur 999 Zuschauer dabei sein, als RB Leipzig einen 2:0-Auftaktsieg gegen Istanbul Basaksehir in der Champions League feierte. Aber diese 999 zeigten vollen Einsatz.

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Leipzig. Es sind noch nicht einmal 1000, aber es sind auch nicht 0: Die Zuschauer, die das Champions-League-Auftaktspiel von RB Leipzig gegen Istanbul Basaksehir in der heimischen Red-Bull-Arena live verfolgen dürfen, wollen all diejenigen vertreten, die nicht das Glück hatten, dabei zu sein. Und sie scheinen die Roten Bullen zu beflügeln. Denn RB Leipzig besteht die erste Prüfung in der Gruppenphase der Königsklasse mit einem klaren 2:0 durch zwei Tore von Angelino.

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Treuer Begleiter: der Hall

Ob nun nur ein paar wenige oder die bis dato "normalen" 8500 Fans, der Ablauf vor dem Anpfiff ist der übliche: Tim Thoelke brüllt in seiner unnachahmlichen Art die Vornamen der RB-Profis ins Mikrofon, die Fans schreien die Nachnamen zurück ins weite und doch deutlich verwaiste Rund. Gerade weil die 999 Anwesenden die Ränge physisch natürlich nicht füllen können, hallen ihre Stimmen dank der leeren Tribünen laut in der Arena nach.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom 2:0 gegen Basaksehir

Pflichtaufgabe erfüllt: RB Leipzig ist mit einem 2:0-Sieg gegen Istanbul Basaksehir in die neue Champions-League-Saison gestartet. Zur Galerie
Pflichtaufgabe erfüllt: RB Leipzig ist mit einem 2:0-Sieg gegen Istanbul Basaksehir in die neue Champions-League-Saison gestartet. ©

Es ist dieser Hall, der die Partie begleitet, seltsam treu, bisweilen nervig und auf jeden Fall ein wenig schaurig. Denn ebenso wie Fanrufe oder Beifall klingen in den Weiten des Stadions jeder Schrei, jede Anweisung der beiden Trainer nach.

Auch wenn es etwas von Theatervorstellung oder Live-Talkshow hat, bei der die Gäste nach jeder Pointe klatschen, so schafft der kräftige Schlag von 999 Paar Händen doch so etwas wie Stimmung. Applaus gibt es bei jedem Angriff der Roten Bullen. Wenn man schon keine Instrumente dabei hat, muss man eben mit dem lärmen, was natürlich gegeben ist. Deshalb klatschen die Fans auch, wenn RB Leipzig mal Abwehr spielen muss.

Keine 90 Minuten "Dauerfeuer"

Und dann geht es ab: Angelino macht das erste Tor und die wenigen Anwesenden rasten aus, schreien, klatschen, feiern den Torschützen auch hinter ihren Masken. Es wird zwar laut, aber James Browns eingespieltes „I Feel Good“ ist dank der Stadionanlage deutlich lauter, als der Beifall der RBL-begeisterten Stadiongäste. Beim zweiten Tor des Spaniers läuft es ähnlich ab.

Nach einigen ruhigen Momenten werden die Fans kurz vor Schluss der ersten Halbzeit wieder stimmlich präsenter, als Basaksehir etwas in die Offensive geht. Knappe zehn Minuten lang setzt der türkische Meister RB Leipzig unter Druck. Irfan Can Kahveci hat eine klare Chance, aber Peter Gulacsi hält. Ein Raunen geht durch die dünn besetzten Ränge. Man hört es gut.

Das Spiel wird ruhiger, die Anhänger auch. Die 2:0-Führung stimmt die RB-Fans zufrieden Coach Julian Nagelsmann ist da weniger zufrieden. Seine Anweisungen gellen von der Seitenlinie. In den letzten Minuten wird dann wieder kräftig geklatscht. In der Nachspielzeit zeigen die Fans ihren Spielern, dass sie dabei sind, sie unterstützen, egal wie klein ihre Zahl ist. Vielleicht ist es nicht nur Unterstützung, die in dem Beifall widerhallt. Sondern auch der Dank, für den letztlich souveränen Auftritt und den Sieg im ersten Champions-League-Spiel der Saison.