14. Mai 2020 / 15:54 Uhr

Mit Aufsteigern, ohne Absteiger: Bemerodes Becker bringt beim NFV fünfte Abbruch-Variante ins Spiel

Mit Aufsteigern, ohne Absteiger: Bemerodes Becker bringt beim NFV fünfte Abbruch-Variante ins Spiel

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Becker vom TSV Bemerode plädiert für einen Saisonabbruch ohne Absteiger - aber mit Aufsteigern.
Martin Becker vom TSV Bemerode plädiert für einen Saisonabbruch ohne Absteiger - aber mit Aufsteigern. © Sascha Priesemann
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Es ist das Kaugummi-Thema der letzten Wochen: Wie soll mit der unterbrochenen Amateurfußball-Saison umgegangen werden? Der NFV hat vier Varianten vorgestellt, auf einem außerordentlichen Verbandstag soll entschieden werden. Martin Becker vom TSV Bemerode stellte nun allerdings einen Antrag auf eine fünfte Variante.

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Wie geht der Amateurfußball mit der Saison 2019/2020 um? Während andere Landesverbände bereits den Abbruch entschieden haben, dauert der Prozess in Niedersachsen noch mindestens bis Ende Juni. Ein genauer Termin für den außerordentlichen Verbandstag ist noch nicht terminiert, der erste Antrag liegt dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) aber bereits vor.

Martin Becker, Abteilungsleiter des TSV Bemerode bringt neben den Optionen Annullierung, Pausieren, Abbruch mit und ohne Absteiger einen fünften Gedanken ins Spiel. Deren Kernpunkte: Die Saison wird abgebrochen, mithilfe der Quotientenregel sollen bis zu drei Aufsteiger ermittelt werden, Absteiger soll es nicht geben, die Staffeln flexibel eingeteilt werden.

**Spätestens am 27. Juni soll Entscheidung fallen

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Spätestens am 27. Juni soll der Verbandstag des NFV über die Bühne gehen. In einem langwierigen Verfahren hat sich der Verbandsvorstand auf die vier Varianten geeinigt, die den Klubs aus den Bezirken Hannover und Braunschweig morgen (9.30 Uhr) in einem Webinar vorgestellt werden. Soll die Saison annulliert, fortgesetzt oder mithilfe der Quotientenregel abgebrochen (mit oder ohne Absteiger) werden?

Über alle Modelle will NFV-Präsident Günter Distelrath mitsamt Direktorium im virtuellen Raum informieren. Die Einladung soll an alle Vereine verschickt werden. Der Verband will sich die Meinung einholen und alle Folgen der einzelnen Entscheidungen offenlegen.

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Muss auch mal sein: Koldingens Imad Saadun muntert Sehndes Daniel Neitzke mit einem Klaps auf. ©

Becker wirft NFV-Präsident Distelrath Wortbruch vor

Und nun liegt eine fünfte Option auf dem Tisch, die dem Verbandsvorstand gestern zugestellt worden ist. Becker, dem von Hannovers Kreisvorsitzenden Jens Grützmacher mitgeteilt worden ist, dass er einer von 200 Delegierten aus den Kreisen beim Verbandstag sein wird, kritisiert vor allem eines: „Ich bin verwundert, dass die Option der Fortsetzung des Spieljahres wieder zur Wahl stehen wird.“

Der NFV hatte am 24. April das Votum einer Umfrage bekanntgegeben: 1119 von 1649 teilnehmenden Klubs und damit knapp 68 Prozent stimmten gegen den NFV-Vorschlag, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Becker wirft NFV-Präsident Günter Distelrath Wortbruch vor. „Der Verbandsvorstand hat am 17. April beschlossen, dass das Meinungsbild die Basis für die finale Beschlussfassung sein wird“, sagt er. „Warum wird die Fortsetzung erneut ins Spiel gebracht? Ist der Beschluss vom 17. April vergessen oder zurückgenommen und die Vereine sind nicht informiert worden?“.

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NFV möchte Gesamtbild abfragen

Bei der Abfrage seinerzeit wurden jedoch keine Alternativszenarien abgestimmt – der NFV möchte beim Verbandstag nun scheinbar ein Gesamtbild abfragen. Auch wohl, weil die Befürworter einer Saisonfortsetzung – und das war ein Drittel der Befragten – sich übergangenen fühlen könnten.

„Das soll kein Kampf gegen den Verband werden“, sagt Becker. „Mir geht es um eine Lösung, die erstens maximal flexibel ist und zweitens zu mehr Gerechtigkeit führt.“