04. November 2021 / 15:52 Uhr

Mit Bornauw und mit Gier: Kohfeldt will seinen dritten Wolfsburg-Sieg

Mit Bornauw und mit Gier: Kohfeldt will seinen dritten Wolfsburg-Sieg

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nach Verletzungspause in die Startelf: Florian Kohfeldt (l.) setzt gegen Augsburg auf Sebastiaan Bornauw.
Nach Verletzungspause in die Startelf: Florian Kohfeldt (l.) setzt gegen Augsburg auf Sebastiaan Bornauw. © Roland Hermstein
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Spiel Nummer 3 für Florian Kohfeldt als Trainer des VfL Wolfsburg: Am Samstag ist der FC Augsburg in der VW-Arena zu Gast. Wichtig für die Niedersachsen: Sebastiaan Bornauw ist rechtzeitig fit, um den gesperrten Maxence Lacroix zu ersetzen.

Zwei Spiele, zwei Wettbewerbe, zwei Siege: Bisher lief es für Florian Kohfeldt, dem neuen Trainer des VfL Wolfsburg, perfekt. Jetzt soll Sieg Nummer 3 her: Am Samstag (15.30 Uhr) erwartet der VfL den FC Augsburg in der VW-Arena. Nach den Highlights in Leverkusen und gegen Salzburg also ein Spieltag aus der Abteilung Alltag der Bundesliga. "Wenn wir dauerhaft da stehen wollen, wo wir den Ansprüchen des Vereins entsprechen - und das sind die europäischen Plätze - dann sind das die entscheidenden Spiel der Saison", so Kohfeldt, der inzwischen das Gefühl hat, "dass wir eine Gier auf Siege entwickeln". Dass nach aufregenden zwei Wochen mit Trainerwechsel und Champions League nun ein Spannungsabfall bei seinen Spieler zu beobachten ist, befürchtet er nicht: "Davon war im Training nichts zu sehen - und das würde ich auch nicht nachvollziehen können."

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Aus der medizinischen Abteilung gab es gute Nachrichten für Kohfeldt. Sebastiaan Bornauw ist nach Kapselverletzung wieder fit, kann den rotgesperrten Maxence Lacroix in der Abwehr ersetzen - und wird das auch tun. "Seb wäre in extrem vielen Mannschaften der Bundesliga Stammspieler. Hier steht er in extremer Konkurrenz. Aber er ist ein Top-Innenverteidiger der Liga", so der Trainer. Ohne Bornauw hätte Kohfeldt auf Micky van de Ven zurückgreifen müssen, der noch keine Bundesliga-Erfahrung hat. Was aber für seinen Coach kein Problem wäre - insgesamt mache er sich auf der Innenverteidiger-Position "null Sorgen", denn: „Ich habe bei keinem der Genannten im Ansatz das Gefühl, dass ich ihn nicht in die Startelf stellen könnte. Auch bei Micky muss ich das so sagen." Wie Bornauw kehrt auch Admir Mehmedi in den Kader zurück, ist nach muskulären Problemen wieder einsatzbereit. Luca Waldschmidt wird dagegen weiter fehlen. Kohfeldet: "Wir hoffen, dass er in der Länderspielpause zum Kader stoßen kann."

Diese Länderspielpause beginnt nach dem Augsburg-Spiel, der VfL wird in der kommenden Woche ein Testspiel gegen Hansa Rostock absolvieren. Wer dabei sein kann, hängt auch von Hansi Flick ab, der Bundestrainer nominiert am Freitag seinen Kader für die letzten beiden Partien der WM-Quali. Lukas Nmecha und Ridle Baku sind die VfL-Kandidaten. "Ich weiß, dass der Bundestrainer ein gutes Auge hat", so Kohfeldt. "Es gibt eine Menge gute Spieler in Deutschland," neben Nmecha und Baku "würde ich auch Max Arnold nennen." Alle drei hätten "Leistungen angeboten, wo der Bundestrainer mit Sicherheit hinguckt."

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Gute Leistungen hat zuletzt auch Josuha Guilavogui im Zentrum der Dreierkette gezeigt. "Josh hat eine große Bedeutung für uns, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz, weil er schon lange hier ist, viele Sprachen spricht und gewisse Qualitäten mitbringt", lobt Sportdirektor Marcel Schäfer. "Wir schätzen ihn sehr, man konnte sich immer auf ihn verlassen, auch wenn er nicht immer in der Startelf stand. Das zeugt von seiner unglaublich professionellen Einstellung und Identifikation."

Ob Kohfeldt gegen Augsburg weiter auf die bisher erfolgreiche Dreierkette setzt, ließ er offen. Er habe schon "das Gefühl, dass sich viele Spieler wohlfühlen, wo sie gerade spielen". Aber die taktische Ausrichtung hänge auch immer vom Gegner ab - und der FCA zeigte sich zuletzt variabel mit Dreier- und mit Viererkette. Daher wolle Kohfeldt nicht ausschließen, "dass wir unser System auch anpassen". Und langfristig gesehen habe er "schon vor Augen, dass wir mehrere Grundordnungen spielen können – mit Dreier- und mit Viererkette". Und genau diese Flexibilität war einer der Gründe, "wieso ich mich im Abwehrzentrum für Josh entschieden habe, weil wir dann einen Mittelfeldspieler auf dem Platz haben, mit dem wir sowohl Dreier- als auch Viererkette spielen können".

Der FC Augsburg geht derweil mit viel Rückenwind in das Spiel gegen den VfL. „Es ist möglich, zu punkten, und wir können überraschen“, sagte Trainer Markus Weinzierl. Allerdings ist die FCA-Auswärtsbilanz eher mies, es gab gerade einmal zwei Punkte in der Fremde. Auch darum stehen die Fuggerstädter nur auf dem Relegationsrang. Weinzierl: „Ich weiß, dass ich Trainer in Augsburg bin und nicht jedes Spiel gewinnen werde“, aber "es gibt keinen Ersatz für Siege." Ex-VfLer Felix Uduokhai fällt verletzt aus, dafür könnte U21-Europameister Niklas Dorsch nach überstandener Erkrankung sein Startelf-Comeback feiern.