30. Januar 2021 / 08:15 Uhr

Mit dem 1. FC Lok gegen Europas Größen: Frank Baum wird 65

Mit dem 1. FC Lok gegen Europas Größen: Frank Baum wird 65

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Bekam es in seiner Karriere auf mit den ganz Großen zu tun: Frank Baum, hier im Zweikampf mit Diego Maradona.
Bekam es in seiner Karriere auf mit den ganz Großen zu tun: Frank Baum, hier im Zweikampf mit Diego Maradona. © imago images / ND-Archiv
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Seine größten Erfolge feierte er mit dem 1. FC Lok Leipzig, holte mit der DDR-Nationalmannschaft Olympia-Silber. Siege holte der Linksfuß aber auch mit dem Stadtrivalen Chemie. Frank Baum hat viel erlebt. Am Samstag feiert er seinen 65. Geburtstag.

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Leipzig. Von Zwenkau ins Europa-Cupfinale. Dermaßen verknappt könnte man die großartige Fußballer-Karriere von Frank Baum beschreiben, würde dem am Samstag 65. Geburtstag feiernden Ruheständler allerdings nicht gerecht. Der heutige Quasi-Rentner hat „zwischendurch“ jede Menge erlebt, sieht aber dennoch glatt zehn Jahre jünger aus. Erst recht, wenn er mit dem Feuer eines Vollblutsportlers ausgestattet von seiner ebenso erfolg- wie ereignisreichen Laufbahn erzählt.

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Lok-Kapitän und Nationalspieler

Bereits mit elf Jahren holte ihn der 1. FC Lok vom heimischen Verein Aktivist Zwenkau nach Leipzig. Der Konkurrenzkampf im Leistungszentrum war groß und Verletzungen warfen den technisch versierten Youngster mehrfach zurück. So fiel er zunächst durchs Raster, Lok sortierte ihn an der Nahtstelle zum Männerbereich aus. Ein Fehler, wie sich zeigen sollte. Für den Erzrivalen Chemie war das jedoch die Chance, sich den mit strategischen wie technischen Fähigkeiten ausgestatteten Linksfuß zu angeln. In Leutzsch schlug „Baumi“ binnen Kürze prima ein, kam über die zweite Mannschaft flugs in die erste, mit der er 1975 den Wiederaufstieg zur Oberliga schaffte.

DURCHKLICKEN: Bilder aus dem Fußballer-Leben von Frank Baum

Dezember 1978: Frank Baum konnte sich auch als Torschütze auszeichnen. Wie hier im Dienste des 1. FC Lok Leipzig bei der BSG Sachsenring Zwickau als er zum 3:0 trifft. Am Ende gewinnen die Messestädter mit 4:0. Zur Galerie
Dezember 1978: Frank Baum konnte sich auch als Torschütze auszeichnen. Wie hier im Dienste des 1. FC Lok Leipzig bei der BSG Sachsenring Zwickau als er zum 3:0 trifft. Am Ende gewinnen die Messestädter mit 4:0. ©

Dort landete der talentierte Kicker recht schnell auf dem Merkzettel einiger Trainer, unter anderem auf dem von Hans Meyer in Jena. Als die 1976 wieder abgestiegenen Chemiker bis 1978 den Wiederaufstieg verpasst hatten, lockte der FC Carl Zeiss den Mittelfeldakteur. Doch nun wollte ihn Lok wiederhaben. Er durfte nicht weg aus dem Bezirk Leipzig und landete also wieder bei den Blau-Gelben. Dort verschaffte er sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten gehörig Respekt, wurde schließlich zum Kapitän und Nationalspieler.

Sportliche Kinder

Baums Karriere-Höhepunkt war zweifellos der Einzug ins Europapokalfinale der Pokalsieger, das er mit dem FCL 1987 bekanntermaßen knapp 0:1 gegen Ajax Amsterdam verlor. Den DDR (FDGB-)Pokal holte er mit Lok dreimal, mit der DDR-Olympia-Auswahl errang er 1980 in Moskau Silber. Insgesamt kam er auf 17 A-Länderspiele, lief für die Lok 32 mal im Europacup auf und 202 mal in der DDR-Oberliga. Der unterdessen zum Libero gewordene Stratege ließ seine Karriere bei Chemie Böhlen und dem FC Sachsen ausklingen, er kehrte also noch einmal nach Leutzsch zurück. So kickte er 1990/91 wieder höchstklassig. Schließlich ging er 36-jährig in seine Heimatstadt Zwenkau, wo er Bezirksliga spielte, machte noch Station in Gera, ehe er ab 1995 seine Trainerlaufbahn startete. Stationen dabei waren die SG LVB (als Spielertrainer), Kickers Markkleeberg, VfB Leipzig A-Junioren und wieder LVB.


Baums Kinder Katharina und Richard sind ebenfalls im Sport aktiv. Seine Tochter betreut und vermarktet seit einigen Jahren als Prokuristin der Olympiasport Leipzig GmbH die Olympiakader der Region und gehört zu den Organisatoren des jährlichen Olympiaballs. Sohn Richard kickte viele Jahre beim VfB Zwenkau, für VfB und Sachsen Leipzig, beim ZFC Meuselwitz und bei den Kickers Markkleeberg. Der 37-Jährige arbeitet, seit er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat, ähnlich wie sein Vater physiotherapeutisch, jedoch speziell als Neuro-Athletik-Trainer. Prominente Profis wie Serge Gnabry gehören zu seinen Kunden.

Das legt nahe, dass am Samstag auf Frank Baums Geburtstagsfeier therapeutische Themen dominieren werden, doch Baum Senior zerstreut diese Annahme: „Das kann schon mal mit im Gespräch sein, wird aber nicht zum Hauptthema. Wir müssen wegen Corona ohnehin in kleinem Kreis und etappenweise feiern.“