14. April 2021 / 15:29 Uhr

Mit dem letzten Sieg gegen Bayern fing für Casteels in Wolfsburg alles an

Mit dem letzten Sieg gegen Bayern fing für Casteels in Wolfsburg alles an

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Starker Reflex: Mit dem gehaltenen Elfmeter gegen Bayerns Xabi Alonso hatte Koen Casteels bei seinem ersten VfL-Spiel großen Anteil am Gewinn des Supercups. 
Starker Reflex: Mit dem gehaltenen Elfmeter gegen Bayerns Xabi Alonso hatte Koen Casteels bei seinem ersten VfL-Spiel großen Anteil am Gewinn des Supercups.  © dpa
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Insgesamt erst fünf Siege konnte der VfL Wolfsburg in seiner Bundesliga-Geschichte gegen Bayern München feiern. An den bisher letzten erinnert sich Torhüter Koen Casteels noch ganz genau.

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Er ist längst die unumstrittene Nummer 1 beim VfL, hat schon viele Partien auf dem Buckel, doch an sein allererstes Spiel für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten kann sich Torhüter Koen Casteels noch ganz genau erinnern. Es war beim bisher letzten Sieg gegen den kommenden Gegner Bayern München - im August 2015 beim 6:5 nach Elfmeterschießen im Super-Cup. Für den Belgier war es nicht nur die VfL-Premiere, sondern er hatte direkt großen Anteil am Titel-Gewinn.

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Gerade einmal fünf Siege gelangen dem VfL in seiner Bundesliga-Geschichte gegen den deutschen Rekordmeister. Vier davon in der Liga und eben jener vor fünfeinhalb Jahren im Super-Cup. Als Pokalsieger hatten die Wolfsburger 2015 den FC Bayern in der VW-Arena herausgefordert - mit Erfolg. Zwar hatte Arjen Robben die Münchner kurz nach der Pause in Führung geschossen, doch kurz vor Schluss glichen die Gastgeber durch Nicklas Bendtner (Vorlage von Kevin De Bruyne) aus. Es ging direkt ins Elfmeterschießen. Bayerns Arturo Vidal traf, aufseiten des VfL glich Ricardo Rodriguez aus. Und dann schlug die Stunde von Casteels in dessen erstem VfL-Spiel: Mit einer bärenstarken Fuß-Abwehr parierte er den Elfer von Xabi Alonso. In der Folge trafen auf beiden Seiten alle Schützen, der Titel-Gewinn für Wolfsburg war perfekt. "Das war ein gutes Spiel, um reinzukommen, wenn man im Elfmeterschießen einen Ball hält und dann den Supercup gewinnt", sagt Casteels schmunzelnd.

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Doch mittlerweile denkt der Schlussmann an diese Partie "nicht mehr so oft zurück". Er habe in der Zwischenzeit immer mal wieder gegen die Bayern gespielt - und auch da das eine oder andere Mal das Gefühl gehabt, "da ist mehr drin". Und genau mit dieser Einstellung geht Casteels auch die Aufgabe am Samstag an. "Wir haben nicht das Gefühl, dass da nichts möglich ist", sagt der Torwart vorsichtig optimistisch, denn: "Natürlich ist es ein starker Gegner, aber wir werden unser Spiel durchziehen. Ich sehe wie in jeder Partie auch diesmal Chancen, etwas mitzunehmen."

Sind sie diesmal vielleicht sogar größer? Ist der Spitzenreiter nach dem Aus im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris St.-Germain unter der Woche und dem Wirbel um Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic diesmal besonders verwundbar? Casteels will das nicht beurteilen. Er sagt nur: "Es ist eine Top-Mannschaft. Es geht darum, dass wir unser bestes Spiel abliefern."

Das war den Wolfsburgern beim 3:4 in Frankfurt nicht gelungen - zumindest defensiv stand der VfL nicht so sicher wie bisher in dieser Saison. "In der einen oder anderen Situation hätten wir es besser verteidigen können, aber Frankfurt hat es gut ausgenutzt", merkt Casteels an. Man müsse jetzt "nicht alles umschmeißen, aber ein paar Kleinigkeiten". Was das Team von Trainer Oliver Glasner genau besser machen muss, "haben wir besprochen".

Doch ausgerechnet jetzt droht das Comeback von Bayerns Torjäger und Wolfsburg-Schreck Robert Lewandowski. Gegen keinen anderen Verein traf der Weltfußballer so oft wie gegen den VfL (24 Mal in 18 Spielen). Der Führende der Torjägerliste ist nach seiner Knieverletzung wieder im Lauftraining, für die Startelf wird es wohl nicht reichen. Aber: Möglicherweise schafft er es ins Aufgebot. Lewandowski als Joker? Nicht undenkbar. Schließlich ist er ehrgeizig, jagt mit aktuell 35 Treffern den Gerd-Müller-Rekord (40 Tore in einer Saison). Spielt er nicht, "ist das natürlich ein Faktor. Er ist ein Weltklasse-Spieler, der nicht dabei wäre", sagt Casteels, der am Dienstag und Mittwoch aufgrund leichter Schmerzen im Fuß zwar nicht mit der Mannschaft trainieren konnte, aber rechtzeitig fit wird. Aber der belgische Nationalspieler weiß auch: "Bayern hat genug Leute, die Lewandowski ersetzen können. Die Mannschaft wird durch den Ausfall nicht wirklich schlechter."

Drei weitere Punkte im Kampf um die Königsklasse wären für die Wolfsburger Gold wert, der Vorsprung auf Platz 5 beträgt acht Zähler. Damit aber beschäftigt sich Casteels nicht. "Ich schaue immer nur aufs nächste Spiel. Wenn wir anfangen zu rechnen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht klappt", so der VfL-Keeper, für den der Meisterschafts-Kampf zwar noch nicht entschieden, aber so gut wie durch ist. "Man sollte niemals nie sagen. Aber ich glaube nicht, dass Bayern noch so viele Punkte liegenlässt. Aber sie haben die Meisterschaft noch nicht gewonnen."

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