23. Juli 2022 / 22:34 Uhr

Mit der letzten Aktion: FC St. Pauli erringt Unentschieden bei Hannover 96

Mit der letzten Aktion: FC St. Pauli erringt Unentschieden bei Hannover 96

Leon Schaefer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC St. Pauli durfte über ein spätes Remis jubeln.
Der FC St. Pauli durfte über ein spätes Remis jubeln. © 2022 Getty Images
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Hannover 96 hat erneut einen Last-Minute-Dämpfer hinnehmen müssen. In einem hitzigen Nordduell gegen den FC St. Pauli kassierten die Niedersachsen in der Nachspielzeit den Ausgleich. Die Führung zuvor basierte allerdings auch auf einem höchst umstrittenen Handelfmeter.

Ganz bitteres Deja-Vu für Hannover 96: Auch am zweiten Spieltag müssen die ambitionierten Niedersachsen vom neuen Trainer Stefan Leitl ein spätes Tor hinnehmen. Beim 2:2 (1:1) gegen Nordrivale FC St. Pauli drehte man am Samstagabend die frühe Gäste-Führung durch Johannes Eggestein (4.) dank Toren von Sebastian Kerk (33., Handelfmeter) sowie Derrick Köhn (70.) und wähnte sich schon als Sieger. Doch wie schon in Kaiserslautern, wo man in der Nachspielzeit verlor, konnte auch St. Pauli noch spät jubeln. Jackson Irvine (90.+5) entführte für die Hamburger einen Punkt aus Niedersachsen.

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Bis die 31.000 Zuschauer in der Hannoveraner Arena das erste Tor zu sehen bekamen, dauerte es keine fünf Minuten – aber es waren die Gäste die jubelten: Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld bekam Hannover im Strafraum keinen Zugriff, sodass der gebürtige Hannoveraner Eggestein zum 1:0 einschieben konnte (4.). Beinahe hätten die "Kiezkicker" direkt das 2:0 nachgelegt, doch Lukas Daschner schoss nach Hartel-Querpass frei vor dem Tor daneben (6.). Stattdessen rissen die Gastgeber das Spiel an sich. Havard Nielsens schoss aus sieben Metern über das Tor (8.). Und auch Sebastian Kerk per Rückpass-Freistoß zielte in die Zuschauer-Ränge (12.).

"Feldentscheidung zu akzeptieren": DFB rechtfertigt Handelfmeter

Stattdessen war es ein überaus umstrittener Handelfmeter, der für das Remis zur Pause sorgte: Adam Dzwigala war im Strafraum wohl höchstens leicht mit dem Arm am Ball. Doch Schiedsrichter Felix Zwayer hatte sich schnell festgelegt und auch der Kölner Videokeller konnte keine klare Fehlentscheidung feststellen. So schlenzte Kerk platziert in die rechte untere Ecke und ließ Pauli-Keeper Denis Smarsch keine Chance – 1:1 (33.). Wie der DFB noch während der Partie via Twitter mitteilte, "waren die vorliegenden Kameraperspektiven nicht ausreichend" für eine Korrektur. "Somit ist die Feldentscheidung zu akzeptieren", hieß es.

Zum Start in den zweiten Durchgang war das Tempo erst einmal gemächlicher. Beide Teams versuchten punktuell, Stiche zu setzen: Julian Börner verteidigte eine Flanke bei den Gastgebern stark vor Eggestein (52.). Einen Volleyversuch von 96-Verteidiger Derrick Köhn versuchte Nielsen per Hacke scharf zu machen, traf aber auch nur Smarsch (55.). Und auch in der 70. Minute lag ein Tor nicht unbedingt in der Luft. Doch 96-Neuzugang Köhn fasste sich vom Strafraumrand ein Herz und hatte Glück, dass Dzwigala seinen Schuss unhaltbar für Smarsch zur Führung für die Gastgeber abfälschte (70.).

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St. Pauli stemmte sich in der Schlussphase noch gegen die Auswärtsniederlage. Die beste Chance hatte zunächst der eingewechselte Luca Milan Zander, dessen wuchtigen Dropkick Ron-Robert Zieler im Tor der Gastgeber jedoch entschärfen konnte. Köhn verpasste es mit einem Distanz-Freistoß an die Latte noch, seinen Abend zu vergolden (90.+1). Und das rächte sich für die Hannoveraner: 96 bekam einen Freistoß nicht geklärt, sodass Irvine letztlich einköpfen konnte und großen Jubel im Gästeblock auslöste.

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