09. Dezember 2016 / 20:45 Uhr

"Mit dieser Mannschaft darf Wolfsburg niemals absteigen“

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Jürgen Braun
SPORTBUZZER-Nutzer
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VfL: Ex-Trainer Wolfgang Wolf macht sich Sorgen

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Als er kam, hatte das alte VfL-Stadion am Elsterweg noch keine ganze Bundesliga-Saison erlebt, als er ging, war der VfL in der Fußball-Bundesliga nicht mehr namenlos und spielte längst in der VW-Arena: Wolfgang Wolf (59) ist der Rekord-Bundesliga-Trainer der Wolfsburger, war fünf Jahre im Amt. Länger blieb keiner. Jetzt sorgt er sich mehr denn je um seinen Klub.

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Wolf, der 1998 in Wolfsburg loslegte, hat mit dem VfL mehrfach schwere Zeiten durchgemacht. Die schwierigste ähnelte der heutigen am meisten. Gleich nach seinem Amtsantritt musste der VfL einige Siege einfahren, sonst wäre der Abstieg unvermeidlich gewesen. Eine Maßnahme: Wolf tauschte den Torwart (Holger Hiemann für Uwe Zimmermann), es folgen drei 1:0-Erfolge. Die Klasse wurde soeben gehalten. Statt 20 Jahre Bundesliga wäre es beinahe nur eines geworden.

Ist das 20. Jahr nun das letzte? Wolf („Ich verfolge natürlich immer noch genau, wie Wolfsburg spielt“) mag das nicht glauben, sagt: „Mit dieser Mannschaft darf Wolfsburg niemals absteigen.“ Zumindest, nicht, was die Mannschaft auf dem Papier angeht.  Klartext von Wolf: „Was einige Spieler da so von sich geben, das kann nicht sein.“

Nicht nur deshalb, so gibt er zu, „macht mir der VfL Sorgen“. Hoffnung hat er aber dennoch. Das 2:3 gegen Hertha BSC müsste endgültig den letzten wachgerüttelt haben: „Vielleicht haben jetzt alle verstanden, dass man als Mannschaft auftreten muss.“ Umbauten im Team, Stars auf der Bank? Laut Wolf durchaus ein Weg, „denn im Abstiegskampf ist nicht die Mannschaft mit den besten Spielern gefragt, sondern die, die als Mannschaft auftritt“.

Dass der VfL seinen Transfer-Kurs ändert – von dieser Idee würde der Wolfsburger Rekordtrainer einiges halten: „Du brauchst Spieler, die gern für den VfL spielen wollen, die in Wolfsburg noch etwas erreichen wollen. Lieber Spieler aus skandinavischen Ländern als Spieler aus südländischen Ländern holen, die passen in der jetzigen Situation viel besser zum Verein.“

Wolf war von 1998 bis 2003 VfL-Trainer, nach seinem Abschied aus Wolfsburg saß er noch beim 1. FC Nürnberg, beim 1. FC Kaiserslautern (Abstieg 2006 in Wolfsburg), bei Skoda Xanthi, Kickers Offenbach und Hansa Rostock auf der Bank. 2014/2015 war er zudem Leiter der Fußballabteilung beim 1. FC Nürnberg und arbeitete in dieser Funktion auch mit dem jetzigen VfL-Trainer Valérien Ismaël zusammen.