10. September 2021 / 21:36 Uhr

Mit eigenen Waffen geschlagen: Turbine verliert 0:2 in Leverkusen

Mit eigenen Waffen geschlagen: Turbine verliert 0:2 in Leverkusen

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Selina Cerci (r.) war in Leverkusen eine der auffälligsten Potsdamerinnen. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Die Elf von Trainer Sofian Chahed war im Freitagspiel bei Bayer 04 lange Zeit die bestimmende Mannschaft - nur ein Tor gelang ihr nicht. Mit zwei Gegenstößen versetzte die Heimelf den Potsdamerinnen schließlich den Knock-out.

Mutig nach vorn sollte sein Team spielen, den Gegner früh unter Druck setzen, forderte Turbine Potsdams Trainer Sofian Chahed vor dem Auswärtsspiel des 3. Spieltags am Freitagabend bei Bayer 04 Leverkusen. Bei der 0:2 (0:0)-Pleite setzte der Frauenfußball-Bundesligist aus der Brandenburger Landeshauptstadt auch vieles von dem um, was der Coach verlangte. Nur das Toreschießen wollte nicht gelingen – und das sollte sich spät rächen.

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„Unsere Nadelstiche wollen wir heute öfter setzen“, war auch so eine Vorgabe von Chahed. Es wirkt fast ein bisschen ironisch, dass so ein Tempogegenstoß schließlich die Potsdamer Niederlage einleiten sollte, als Verena Wieder nach einem weiten Steilpass flach zum 0:1 einschob (77. Minute). Selina Cerci, die aktivste Potsdamerin an diesem Abend, ärgerte sich nach dem Abpfiff bei MagentaSport: "Wir sind super enttäuscht, dass wir jetzt ohne Punkte nach Hause fahren müssen", sagte die 21-jährige Stürmerin. "Es ist eine Schwäche von uns, dass wir den letzten Ball nicht konsequent in den Sechzehner bringen."

Dabei bestimmten nach einer ereignislosen Anfangsphase die Potsdamerinnen das Geschehen vor 222 Zuschauern im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion. Ein Kopfball von Dina Orschmann strich am langen Eck vorbei (22.), Karen Holmgaard nickte den Ball nach einer Ecke von Marie Höbinger über’s Bayer-Tor (24.).

Ehegötz vergibt beste Turbine-Chance vor der Pause

Einen gefährlichen Konter setzte dann eben nicht der Gast, sondern die Elf von Potsdams früherem Co-Trainer Achim Feifel: Dora Zeller rückte in der 27. Minute nach, Turbine-Keeperin Vanessa Fischer schlug weit vor ihrem Tor ein Luftloch, doch Teninsoun Sissoko klärte in höchster Not. Die beste Chance der ersten Hälfte vergab die Ex-Leverkusenerin Nina Ehegötz, als Bayer 04 nicht konsequent klärte, sie das Leder aus elf Metern aber über den Kasten jagte (39.).

Die Gastgeberinnen konnten nach der Pause für mehr Entlastung sorgen, weil sie das taten, was sich Turbine vorgenommen hatte: sie störten den Potsdamer Spielaufbau nun früher. Das erste Achtungszeichen nach Wiederbeginn setzte im Schatten der BayArena aber Marie Höbinger mit ihrem Schuss links am Bayer-Tor vorbei (48.).

Sofian Chahed reizt Wechselkontingent aus

Weil es bei seiner Elf nicht mehr so flüssig lief, ging Chahed volles Risiko. 20 Minuten vor dem Ende hatte er schon fünfmal gewechselt. Fast hätte sich das gelohnt, doch Melissa Kössler scheiterte nach Cercis Ablage an Friederike Abts Fußabwehr (76.). Wieders Nadelstich tat Turbine richtig weh. Milena Nikolic legte in der Nachspielzeit sogar noch das 2:0 nach.


Turbine Potsdam: Fischer – Gerhardt, Sissoko (54. Mesjasz), Agrez, S. Holmgaard (64. Kerschowski) – Plattner, Höbinger, K. Holmgaard (69. Barth) – Orschmann (46. Weidauer), Cerci, Ehegötz (64. Kössler)