03. Januar 2021 / 19:32 Uhr

Mit einem Sieg ins neue Jahr! Grizzlys schlagen die DEG mit 5:4 nach Verlängerung

Mit einem Sieg ins neue Jahr! Grizzlys schlagen die DEG mit 5:4 nach Verlängerung

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieg in der Verlängerung: Die Grizzlys Wolfsburg haben sich mit 5:4 bei der DEG durchgesetzt.
Sieg in der Verlängerung: Die Grizzlys Wolfsburg haben sich mit 5:4 bei der DEG durchgesetzt. © imago images/Beautiful Sports
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Spannung bis zum Schluss: In ihrem ersten DEL-Spiel des neuen Jahres ging es für die Grizzlys Wolfsburg bei der Düsseldorfer EG auf und ab, letztlich bejubelten die Niedersachsen aber einen 5:4-(2:0, 1:2, 1:2)-Erfolg in der Overtime.

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Was für ein Auf und Ab für die Grizzlys Wolfsburg! Die Eishockey-Profis sahen beim DEL-Gastspiel bei der Düsseldorfer EG kurz vor Schluss schon wie der sichere Sieger aus, mussten doch noch in die Overtime - und siegten dort dank eines Hammers von Garrett Festerling letztlich trotzdem noch mit 5:4 (2:0), 1:2, 1:2).

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Die Grizzlys, bei denen Mathis Olimb erstmals seit seiner Verletzung im ersten Saisonspiel wieder an Bord war, legten einen Turbo-Start hin: Die Partie war gerade einmal 19 Sekunden alt, als Valentin Busch den Nachschuss eines Versuchs von Festerling aus der Drehung flach an DEG-Goalie Hendrik Hane vorbeischob! Busch hatte wenig später sogar die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, Hane bekam aber gerade noch den Schoner an den Schuss.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Auch wenn der zweite nicht saß, freute sich Busch in der zweiten Drittel-Pause im Gespräch mit Magentasport, dass es in dieser Saison bislang so gut für ihn läuft (fünf Scorerpunkte, traf auch im Spiel zuvor gegen Köln). "Ich bekomme viel Selbstvertrauen vom Trainer und versuche, das auf dem Eis zurückzuzahlen. In der letzten Saison hat es zum Ende hin schon gut funktioniert. Ich habe im Sommer hart gearbeitet. Bis jetzt klappt es, aber es sind ja erst wenige Spiele gespielt."

Noch vor der ersten Unterbrechung schlug dann Jordan Boucher sehenswert zu: Ein satter Handgelenkschuss in den Winkel bedeutete das 2:0 zur Pause, Hane war machtlos. Auffällig: Strafzeiten gab es im ersten Drittel auf beiden Seiten nicht - Grizzlys-Coach Pat Cortina hatte im Vorfeld betont, wie wichtig es sei, die Strafbank zu vermeiden. Insgesamt sammelten die Wolfsburger nur vier, gegen die Haie waren es noch zehn.


Ausgleich im zweiten Drittel

Den besseren Start ins Mittel-Drittel erwischte dann Düsseldorf, das durch Marco Nowak schnell den Anschlusstreffer erzielte - Patrick Buzas hatte ein Bully im Drittel der Wolfsburger sauber gewonnen, spielte die Scheibe hoch zu Nowak, dessen Handgelenkschuss konnte Grizzlys-Goalie Dustin Strahlmeier nicht sehen.

Die erste Strafe der Partie kassierte dann Armin Wurm: Der Verteidiger musste wegen Hakens gegen Alexander Barta runter - und das zweitbeste Powerplay der Liga fackelte nicht lange, brauchte nur elf Sekunden für den Treffer zum Ausgleich. Torschütze: Ausgerechnet Ex-Grizzly Alexander Karachun, der genau richtig für einen Pass von Daniel Fischbuch stand.

Bruggisser besorgt die erneute Grizzlys-Führung

Die Grizzlys kämpften sich in der Folge wieder ins Spiel, hatten gute Chancen - die beste durch Boucher, der nach einem Schuss von Matti Järvinen erst Hane anschoss, dann den eigenen Rebound neben das Tor setzte (30.). Auf der anderen Seite verhinderte Strahlmeier ganz stark eine Riesenmöglichkeit von Maxi Kammerer, dem die Scheibe von Ryan Buttons Schläger auf die Kelle gesprungen war. Karachun sorgte kurz vor Drittel-Ende für das erste Wolfsburger Powerplay, hatte Busch gehakt - Phillip Bruggisser bestrafte das schlechteste Unterzahl-Spiel der Liga mit einem Schlagschuss zum 3:2.

In den Schlussabschnitt startete Wolfsburg allerdings nach Beinstellen von Julian Melchiori gegen Kammerer in Unterzahl, den Vorteil machte jedoch eine Strafe gegen Ken André Olimb schnell zunichte. In der Folge wurde das Spiel etwas langsamer. Zur Drittel-Mitte schockte dann Eugen Alanov die Grizzlys: Der Russe hatte einen Schuss von Fischbuch in der Luft mit der Kelle seines Schlägers unhaltbar abgefälscht - der erneute Ausgleich.

Späte Führung, aber DEG kommt zurück

Ein weiteres Powerplay nutzten die Wolfsburger anschließend nicht, Düsseldorf machte weiter Druck, nagelte die Grizzlys zeitweise in ihrer Defensiv-Zone fest. Wolfsburg gab jedoch nicht auf - und kam nach einer schönen Kombination von Busch und Festerling durch Phil Hungerecker zum 4:3 kurz vor Schluss! Düsseldorf warf im Anschluss noch einmal alles nach vorn, nahm Hane vom Eis - und schenkte den Grizzlys rund 23 Sekunden vor dem Ende durch Fischbuch den Last-Minute-Ausgleich ein - Overtime.

Immerhin: Die begann Wolfsburg dank einer Strafe gegen Kyle Cumiskey in Überzahl. Und nach nur 32 Sekunden jubelten die Grizzlys, diesmal endgültig. Ein Festerling-Hammer in den Winkel entschied die Partie. "Ich hatte mir vorgenommen, dass ich, wenn ich im Powerplay eine Chance zum Schießen bekomme, es versuche", sagte der Matchwinner anschließend im Interview mit Magentasport - und räumte ein: "Ich hatte auch ein bisschen Glück." Komplett glücklich mit der Partie war der 34-Jährige aber nicht: "Ich bin nicht zufrieden mit dem zweiten Drittel, da können wir in unserer Zone besser spielen."

Mathis Olimb wieder dabei

Die Grizzlys gingen im Vergleich zum 4:5 nach Penalty-Schießen gegen die Kölner Haie mit einem Mann mehr ins Gastspiel bei der Düsseldorfer EG: Mathis Olimb war wieder dabei. Der Norweger hatte sich im ersten Saisonspiel bei einem Zusammenprall mit Spencer Machacek eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen, war seitdem ausgefallen - und ausgerechnet für das Duell mit Bruder Ken André, der für die DEG spielt, wieder fit, spielte mit Gesichtsschutz am Helm. Die Olimbs standen sich sogar im Bully-Kreis gegenüber - auch der jüngere Bruder des Norwegers ist Mittelstürmer. Beide blieben jedoch ohne Scorerpunkt.

Statistik

Düsseldorf: Hane - Nowak, Ebner; Cumiskey, Jensen; Johannesen, Zanetti; Eder - Flaake, Barta, Kammerer; Fischbuch, Olimb, Alanov; From, Carey, Karachun; Ehl, Buzas, Jahnke.

Grizzlys: Strahlmeier - Likens, Melchiori; Adam, Button; Bruggisser, Wurm - Machacek, Festerling, Busch; Rech, Fauser, Pfohl; Görtz, Järvinen, Boucher; Olimb, Hungerecker.

Schiedsrichter: Schukies/Rantala. - Strafminuten: Düsseldorf 8, Grizzlys 4.

Tore: 0:1 (0:19) Busch (Festerling/Likens), 0:2 (16:45) Boucher (Görtz/Wurm), 1:2 (22:30) Nowak (Buzas), 2:2 (24:13) Karachun (Fischbuch/From - 5:4), 2:3 (39:01) Bruggisser (Festerling/Görtz - 5:4), 3:3 (49:41) Alanov (Fischbuch), 3:4 (56:54) Hungerecker (Festerling/Busch), 4:4 (59:38) Fischbuch (Nowak), 4:5 (60:32) Festerling (Melchiori/Rech - 4:3).