18. April 2022 / 10:39 Uhr

Mit Elfmeter-Killerin und vielen Fans: Broistedt gelingt Landespokal-Sensation

Mit Elfmeter-Killerin und vielen Fans: Broistedt gelingt Landespokal-Sensation

Christian Meyer
Peiner Allgemeine Zeitung
Riesen-Jubel bei Oberligist Broistedt: Die Pfeile warfen den Regionalligisten Hannover 96 raus. Hier bejubeln Bianca Giering (rechts) und Co. den Führungstreffer von Tia Zimmermann.
Riesen-Jubel bei Oberligist Broistedt: Die Pfeile warfen den Regionalligisten Hannover 96 raus. Hier bejubeln Bianca Giering (rechts) und Co. den Führungstreffer von Tia Zimmermann. © Ralf Büchler
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Dieses Ostergeschenk war eine Riesen-Überraschung: Die Oberliga-Fußballerinnen des FC Pfeil Broistedt haben den Regionalligisten Hannover 96 aus dem Landespokal geworfen. Torhüterin Eileen Hartmann avancierte im Elfmeter-Krimi zur Pokal-Heldin.

Die blau-gelben Fahnen wehten, die Oberliga-Fußballerinnen des FC Pfeil Broistedt ließen sich von ihren Fans ausgiebig für eine faustdicke Überraschung feiern: Happy End im Landespokal-Krimi! Die Pfeile haben nach einer Achterbahnfahrt der Emotionen den Regionalliga-Dritten Hannover 96 rausgeworfen. „Weil wir einfach unfassbar diszipliniert gespielt haben. Das war ein Tag für die Broistedter Frauen-Fußball-Geschichtsbücher“, stellte Pfeile-Trainer Börge Warzecha nach dem Viertelfinal-Coup samt Elfmeterschießen erfreut fest.

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FC Pfeil Broistedt – Hannover 96 4:2 im Elfmeterschießen (1:0/1:1). Dramatischer geht’s kaum: Rund 250 Zuschauer sahen den Viertelfinal-Krimi in dem Pfeile-Keeperin Eileen Hartmann im Elfmeterschießen zur Pokalheldin avancierte. Gleich zwei 96-Schüsse parierte Broistedts Torhüterin, einen „guckte“ sie an den Pfosten. Und als Pfeile-Kapitänin Monique Pulkenat den entscheidenden Versuch unter links einschob, kannte der Jubel keine Grenzen mehr – Sensation perfekt, Halbfinale erreicht!

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Pfeile-Viererkette mit starkem Auftritt

Die Kulisse hatte die Pfeile beflügelt. „Wir haben das von der ersten Minute an gespürt. Gerade als Underdog ist so ein Spiel dann viel, viel einfacher“, sagte Broistedts Trainer Börge Warzecha, der einen verrückten Nachmittag erlebt hatte. Kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte schoss Tia Zimmermann die klassentieferen Pfeile nach schöner Vorarbeit von Bianca Giering überraschend zur Pausen-Führung. Kira Reuter hatten den Angriff mit einer Ball-Eroberung im Mittelfeld möglich gemacht. „Damit war so nicht zu rechnen“, verwies Broistedts Trainer auf die deutlichen Ballbesitz-Vorteile der Gäste.

96 hatte zwar das Spiel gemacht, doch echte Gefahr konnte der Regionalligist nicht entfachen. Das lag vielleicht auch daran, dass die verletzungsgebeutelten Hannoveranerinnen unter anderem auf Stürmerin Anna-Lena Füllkrug, die Schwester von Werder-Star Niclas Füllkrug, verzichten mussten. Aber auch daran, „dass unsere Viererkette einen Riesen-Job machte“, schwärmte Warzecha von Janne Bartmann, Dominique Schulz, Leona Kunze und Monique Pulkenat. Innenverteidigerin Schulz sei sogar ihr bestes Spiel in diesem Jahr gelungen.

Broistedt überzeugt mit Kampfgeist

Doch nicht nur die Abwehr überzeugte. 96 sei zwar spielerisch überlegen gewesen, „aber wir waren die Mannschaft, die mehr investiert hat“, bilanzierte Warzecha. Der Kampfgeist hätte sich fast noch mit einer 2:0-Führung ausgezahlt. Doch den Schuss von Denise Gregoar aus elf Metern nach einer Flanke von Bianca Giering parierte Hannovers Torhüterin stark (56.). Als die Pfeile-Fans sich schon zum Pokal-Jubel bereit gemacht hatten, passierte es doch noch: Franziska Haeckel rettete Hannover in der Nachspielzeit mit ihrem 1:1-Abstauber-Ausgleich aus kurzer Distanz noch ins Elfmeterschießen (90.+1). „Das Tor war sehr gut rausgespielt und der Ausgleich auch nicht unverdient“, räumte Warzecha ein. Doch den Nachspielzeit-Dämpfer steckte sein Team gut weg und bewies im Elfmeterschießen Nervenstärke. „Es war ein super Tag“, betonte der Pfeile-Coach, dessen Team im Halbfinale nun am Donnerstag, 26. Mai, den Regionalliga-Siebten VfL Jesteburg erwartet.

Pfeil Broistedt: Hartmann – Schulz, Kunze, Bartmann, Pulkenat – Reuter (53. Topatar), Engwicht, Zimmermann (59. Kraft), Giering (68. Benkert), Gregor – Warmbold.


Tore: 1:0 Zimmermann (45.), 1:1 Haeckel (90.+1). Im Elfmeterschießen trafen für die Pfeile: Schulz, Bartmann und Pulkenat.