18. Dezember 2021 / 21:15 Uhr

Mit "Gebolze" einen "Schritt nach vorn": Wie Gladbach über den Umgang mit der Krise rätselt

Mit "Gebolze" einen "Schritt nach vorn": Wie Gladbach über den Umgang mit der Krise rätselt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Borussia Mönchengladbach blieb gegen die TSG Hoffenheim zum fünften Mal in Serie sieglos.
Borussia Mönchengladbach blieb gegen die TSG Hoffenheim zum fünften Mal in Serie sieglos. © IMAGO/Thomas Frey
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Hat man sich durch das 1:1 bei der TSG Hoffenheim auf den Weg aus der Krise begeben? Oder tritt man eher auf der Stelle? Bei Borussia Mönchengladbach scheint man über den Umgang mit der aktuellen Lage zu rätseln. Doch die Zeit drängt. 

So richtig schien man dieses Spiel bei Borussia Mönchengladbach nicht einordnen zu können. War das 1:1 (1:0) bei der TSG Hoffenheim nun "ein Schritt nach vorn", wie Trainer Adi Hütter analysierte? Oder war das Ergebnis "schmeichelhaft", weil man "den Ball nur nach vorn gebolzt" habe, wie Mittelfeldspieler Christoph Kramer meinte? Obwohl die beiden Aussagen in ihrem Tenor höchst unterschiedlich wirken, lagen sie dennoch nicht weit auseinander. Denn Kramer ließ bei seinen Ausführungen durchblicken, dass bei der Borussia angesichts der derzeitigen Lage mit zuvor zum Teil heftigen Niederlagen in Serie, nicht viel mehr möglich sei. In einem Punkt waren sich Trainer und Profi dann auch einig: Der Kampfgeist habe gestimmt.

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Tatsächlich präsentierten sich die Gladbacher couragiert und engagiert, was in den vergangenen Wochen nicht immer zu erkennen war. Also war es ein Schritt nach vorn. Spielerisch zeigte die Mannschaft jedoch nicht ansatzweise das, was man von einem derartigen Kader erwarten kann. Manches erinnerte am Samstag an das von Kramer beschriebene "Gebolze". Unter dem Strich bleibt: Auch nach dem Punktgewinn im Kraichgau scheint man in Gladbach über den Umgang mit der Krise zu rätseln. Was ist möglich? Was kann man erwarten? Wie geht es wieder bergauf? Hütter & Co. werden bis zum Rückrunden-Start am 7. Januar bei Herbstmeister FC Bayern einige offene Fragen lösen müssen.

Etwas einfacher wäre dies wohl gelungen, wenn die Partie in Sinsheim einige Sekunden früher beendet gewesen wäre. Bis zur ersten Minute der Nachspielzeit führte man durch ein Tor von Breel Embolo (35.) schließlich mit 1:0 und schien mit einem Dreier Fakten schaffen zu können. Krise? Beendet! Doch dann glich Kevin Akpoguma aus und Gladbach wusste nicht so recht, was man mit diesem Resultat nun anfangen sollte. "Ich kann mit dem Punkt leben", meinte Hütter und gestand, dass Hoffenheim "mehr Spielanteile" gehabt habe. Spielerisch habe seine Mannschaft "etwas hinterhergehangen", sagte der Österreicher. Man müsse nun erstmal "kleinere Brötchen backen", um sukzessive zu alter Form zurückzukehren.

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Sobald der Ball im kommenden Jahr wieder rollt, bleibt jedoch nicht viel Zeit. Die Abstiegsränge rücken bedrohlich nahe. Die ersten Bundesliga-Gegner heißen Bayern, Bayer Leverkusen und Union Berlin. Danach sollte klar sein, wo die Reise hinführt. "Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft die Qualität hat, um nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben", betonte Hütter: "Aber die Situation ist nicht ungefährlich."