17. Oktober 2020 / 17:21 Uhr

Mit Geduld und Kampfgeist: RB Leipzig bleibt nach 2:0 in Augsburg Tabellenführer

Mit Geduld und Kampfgeist: RB Leipzig bleibt nach 2:0 in Augsburg Tabellenführer

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Angelino, Christopher Nkunku, Marcel Halstenberg, Tyler Adams, Dani Olmo und Benjamin Heinrichs bejubeln das 1:0.
Angelino, Christopher Nkunku, Marcel Halstenberg, Tyler Adams, Dani Olmo und Benjamin Heinrichs bejubeln das 1:0. © Picture Point
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Eine Glanzvorstellung war es nicht, eine tolle Darbietung in Sachen Geduld und Biss dagegen schon: 2:0 (1:0) gewinnt RB Leipzig beim FC Augsburg und bleibt Tabellenführer der Bundesliga. Tore von Angelino und Yussuf Poulsen machen es möglich.

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Augsburg. Die Männer von Julian Nagelsmann zeigen einmal mehr, dass es auch ohne klassischen Stürmer in der Startelf geht. RB Leipzig entschied das Spitzenspiel in Augsburg am Samstagnachmittag mit 2:0 (1:0) für sich. Durch Tore von Angelino und Yussuf Poulsen sicherten sich die Messestädter die nächsten drei Punkte und bleiben mindestens eine weitere Woche Tabellenführer. Für die Nagelsmann-Elf war es die neunte Auswärtspartie ohne Niederlage in Folge.

Wenige Chancen, keine Tore

Dabei standen die Fuggerstädter die ganze Partie über tief, verteidigten mit Mann und Maus, ließen den Bullen wenig Spielraum. Kaum eine Flanke kam so wirklich an den Mann. Vor allem Mads Pedersen und Felix Uduokhai leisteten hervorragende Verteidigungsarbeit. Obwohl sich die Partie zumeist in der Augsburger Hälfte abspielte, kam RB selten zum Abschluss.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum klaren 2:0-Erfolg der Roten Bullen!

Souveräne Vorstellung ohne zu glänzen: RB Leipzig setzt sich bei Verfolger FC Augsburg sicher mit 2:0 durch. Zur Galerie
Souveräne Vorstellung ohne zu glänzen: RB Leipzig setzt sich bei Verfolger FC Augsburg sicher mit 2:0 durch. ©

Eine erste Möglichkeit hatte Benjamin Henrichs nach knapp zehn Minuten. Bei seinem Startelfdebüt setzte der Leihspieler der AS Monaco gleich in der nächsten Szene noch einen Distanzschuss nach. Das Runde kam aber nicht ins Eckige. Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz war eine Mauer für sich.

Goldene Flanke von Olmo

Nach einer knappen halben Stunde verlagerte sich das Spiel dann doch auch mal in die Hälfte von RB. André Hahn zog mit dem Ball nach vorne, flankte in Richtung Fredrik Jensen, aber Lukas Klostermann ging dazwischen. Die Fuggerstädter schafften es, etwa fünf Minuten lang in der RBL-Hälfte zu verweilen, bekamen zwei Eckbälle, aber keine Chance, ein Tor zu machen. Auch ein Freistoß von Michael Gregoritsch in der 33. Minute fand wegen Überlänge keinen Abnehmer.

In der intensiven Partie tat Augsburg sichtlich alles, um eine Leipziger Führung zu verhindern. Die Roten Bullen kamen kaum dazu, ihr gefürchtetes Kombinationsspiel aufzuziehen. Kurz vor Schluss der ersten Halbzeit war es aber dann doch so weit: Dani Olmo flankte genau auf den Kopf von Angelino, der am langen Pfosten lauerte: 1:0. Pause.

Pedersen verhindert 2:0 durch Upamecano

Trainer Nagelsmann ließ Klostermann , der schon bei der Nationalelf mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, in der Kabine. Für ihn kam Willi Orban. Der Ungar hatte im Heimspiel gegen Schalke nach einer langen Pause seinen ersten vollen Einsatz und erzielte einen Treffer gegen die Knappen.

Nach einer Stunde Spielzeit sah es für einen Sekundenbruchteil so aus, als sei das 2:0 für RB gefallen. Allerdings winkte Schiedsrichter Felix Brych ab: Die Torlinientechnologie sagte nein, kein Tor. Mads Pedersen hatte den Schuss von Dayot Upamecano gerade noch von der Linie gekratzt.

Fünf Minuten später half dann allerdings auch die Technik nicht mehr. Poulsen, gerade erst für Emil Forsberg eingewechselt, drosch das runde Leder bei seinem ersten Ballkontakt per Direktabnahme zum 2:0 in die Maschen. Torwahrscheinlichkeit aus der Position? Drei Prozent. Vorlage? Natürlich erneut der brillant aufgelegte Olmo.

Kurzes Debüt von Kluivert

Augsburg musste nun raus aus seinem offensiven Schneckenhaus, versucht nach vorn mehr zu machen. In der 75. Minute brachte Trainer Heiko Herrlich Marco Richter für den Ex-Leipziger Rani Khedira. Knapp zehn Minuten vor Schluss wurde Gregoritsch nochmal gefährlich, attackierte schnell, schoss den Ball aber am langen Pfosten vorbei. Wenig später versuchte Florian Niederlechner sein Glück. Aber der ansonsten doch stark unterbeschäftige Peter Gulacsi fischte den schlecht abgeschlossenen Alleingang weg.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Zwei Bälle rauschen knapp vorbei, aufs Tor geht keiner. Note zwei für Anwesenheit und verbale Mitarbeit. Note: 2 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Zwei Bälle rauschen knapp vorbei, aufs Tor geht keiner. Note zwei für Anwesenheit und verbale Mitarbeit. Note: 2 ©

Das Spiel war schon entschieden, als der letzte Neuzugang sein Debüt im RBL-Trikot gab: Justin Kluivert. In den knapp fünf Minuten bis Abpfiff leitete der Niederländer, der für Torschütze Angelino kam, eine weitere Leipziger Chance ein. Kollege Hee-chan Hwang knallte den Ball jedoch gegen die Querlatte.