29. August 2020 / 14:52 Uhr

Mit Glück und Geduld: MSV Neuruppin siegt spät in Klosterfelde (mit Galerie)

Mit Glück und Geduld: MSV Neuruppin siegt spät in Klosterfelde (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Einen harten Fight lieferten sich der MSV Neuruppin und Union Klosterfelde.
Einen harten Fight lieferten sich der MSV Neuruppin und Union Klosterfelde. © Marius Böttcher
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Brandenburgliga: Florian Matthäs, Rafael Conrado Prudente und Torwart Sabri Vaizoz lassen die Fontanestädter jubeln.

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SG Union Klosterfelde – MSV Neuruppin 0:2 (0:0). Tore: 0:1 Florian Matthäs (85.), 0:2 Rafael Conrado Prudente (90.).

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„Jawoll Männer, ein dreckiger Sieg“, rief Florian Matthäs nach Schlusspfiff am Freitagabend den Teamkollegen zu. Der 24-jährige Angreifer, der im Sommer vom Ludwigsfelder FC in die Fontanestadt wechselte, ebnete mit seinem späten Führungstreffer den Weg zu den ersten drei Brandenburgliga-Punkten in der neuen Saison. Letztlich gewann der geduldige MSV Neuruppin im Barnim nicht unverdient mit 2:0 (0:0), versprühte dabei aber zu fast keinem Zeitpunkt Glanz.

MSV-Trainer Henry Bloch sah eine unglaubliche Hektik bei seinen nach der tollen Vorbereitung hochgelobten Schützlingen: „Wir waren panisch am Ball, mich hat vor allem enttäuscht, dass wir die vom Gegner angebotenen Räume nicht genutzt haben. Da habe ich schon mehr erwartet.“ Dabei hätte das Nervenkostüm der Gäste bereits nach 80 Sekunden beruhigt werden können, als Maurice Malak mit einer Eingabe von der linken Seite Torjäger Rafael Conrado Prudente fand, welcher das runde Leder aber aus acht Metern über das Union-Gehäuse schoss. So aber wurde es gegen Hausherren, welche über den Kampf und schnelles Umschalten zum Erfolg kommen wollten, eine zähe Angelegenheit.

In Bildern: Der MSV Neuruppin gewinnt spät bei Union Klosterfelde.

Die Gäste aus der Fontanestadt (rote Trikots) konnten sich zum Auftakt des 2. Spieltags in der Brandenburgliga dank zweier später Treffer von Florian Matthäs und Rafael Conrado Prudente mit 2:0 im Barnim durchsetzen. Zur Galerie
Die Gäste aus der Fontanestadt (rote Trikots) konnten sich zum Auftakt des 2. Spieltags in der Brandenburgliga dank zweier später Treffer von Florian Matthäs und Rafael Conrado Prudente mit 2:0 im Barnim durchsetzen. © Marius Böttcher

Einmal hatten die Gäste Glück, als der sträflich unbewachte Balla Keita aus Nahdistanz verzog. Die hochkarätigeren Möglichkeiten besaß aber der MSV durch Maximilian Janke (technische Schwierigkeiten bei der Ballmitnahme), Lukas Kraeft (Doppelchance) und Prudente (Kopfball gehalten). Kurz vor der Pause kratzen die Unioner den Ball nach einem Tohuwabohu zudem von der Linie. „Das Spiel wäre ein anderes geworden, hätten wir ein schnelles Tor erzielt“, war sich Florian Matthäs sicher, „dann hätte Klosterfelde auch irgendwann höher anlaufen müssen. So war es schwierig für uns, auf dem kleinen Platz haben die gut verschoben“.

Nach dem Seitenwechsel muckte erst einmal der Gastgeber auf, die Abschlüsse von Steven Nowark und Raif Yaman verfehlten ihr Ziel nur knapp. Anschließend nahm der MSV wieder das Heft in die Hand, tat sich gegen eine gut gestaffelte Union-Defensive aber nach wie vor sehr schwer. „Wir haben vermehrt falsche Entscheidungen getroffen, der letzte Pass hat gefehlt und wir sind auch permanent ins Abseits gelaufen. So kommt kein Spielfluss zustande“, bemängelte Coach Henry Bloch, der bei Abschlüssen von Yulian Vladimirov, Gabriel Machado oder beim Heber von Prudente, den Klosterfelde-Schlussmann Dennis Tietz stark pariert, dennoch den Jubelschrei auf den Lippen hatte. Weil die Führung der schlampigen Gäste noch immer ausblieb, trauten sich die Unioner ebenfalls hin und wieder nach vorne. Die größte Chance vergab Steven Nowark 20 Minuten vor Ultimo im Eins-gegen-Eins-Duell mit MSV-Keeper Sabri Vaizoz.

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In der 85. Minute war es vor 320 Zuschauer aber endlich soweit – ein Standard, zuvor reagierte Tietz gegen Dimitar Milushev stark, verhalf den Gästen, die nach einer Gelb-Roten Karte für Eric Rutzen (77.) in Überzahl agierten, zur Führung. Michel Klemz brachte das Spielgerät auf den zweiten Pfosten, wo Milushev am höchsten stieg und nochmal in Box köpfte. Dort stand Florian Matthäs goldrichtig, um aus Nahdistanz den Bann zu brechen. „Ich hatte vor allem nach dem Platzverweis ein gutes Gefühl, dass wir das Ding noch ziehen. Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft mit diesem Tor helfen konnte“, sagte der Torschütze. Mit dem letzten Mute der Verzweiflung wäre den aufopferungsvoll kämpfenden Klosterfeldern in der 89. Minute fast noch der Ausgleich gelungen, doch Vaizoz war gegen Nowark aus drei Metern erneut zur Stelle.

So war es Torjäger Rafael Prudente, der einen Konter in der Schlussminute zum 2:0 aus MSV-Sicht eiskalt abschloss. Vierter Sieg für Henry Bloch im vierten Spiel in Klosterfelde: „Das Glück haben wir aber schon fast aufgebraucht für die Saison. Spielerisch muss mehr möglich sein, wir müssen an mehreren Sachen ansetzen. Aber es zeigt sich immer wieder, in der Brandenburgliga gibt es keine Selbstläufer.“