26. Oktober 2021 / 20:24 Uhr

Mit Mühe ins Achtelfinale: RB Leipzig erackert sich bei Regionalligist Babelsberg ein 1:0

Mit Mühe ins Achtelfinale: RB Leipzig erackert sich bei Regionalligist Babelsberg ein 1:0

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB bejubelt Dominik Szoboszlais Treffer zum 1:0.
RB bejubelt Dominik Szoboszlais Treffer zum 1:0. © Getty Images
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Dank eines Tores von Dominik Szoboszlai kurz vor der Halbzeitpause zieht RB Leipzig in die nächste Runde des DFB-Pokals ein. Beim SV Babelsberg 03 konnte der hoch favorisierte Bundesligist allerdings kaum glänzen.

Babelsberg. Das Karl-Liebknecht-Stadion ist klein und fein, atmet Geschichte, vermittelt ein pures Fußball-Erlebnis. Dazu passend: Der Stadionsprecher des im Spiel gegen die Roten Bullen aufsässigen SV Babelsberg ist unverstellt unterwegs, glänzt mit Spitzen Richtung „Außenseiter Leipzig“, der in den letzen Pokal-Jahren „öfter als wir verloren hat“ und auch Treffer-technisch „unterlegen ist“. Der beste Leipziger? Vier Tore, Christopher Nkunku. Der beste Babelsberger? Elf Tore, Daniel Frahn. Keine weiteren Fragen.

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„Außenseiter“ RB Leipzig entscheidet das Duell beim wehrhaften Regionalliga-Team 1:0 (1:0) für sich, qualifiziert sich wie allseits erwartet für die nächste Runde des DFB-Pokals. Der ungarische Nationalspieler Dominik Szoboszlai nagt vor 6218 Fans kurz vorm Halbzeitpfiff mit großen Biberzähnen und dem 1:0 am dicken Babelsberger Holz. Danach sorgt keiner der Stars für klare Verhältnisse, bleibt es bis zum Abpfiff knapp und zumindest ein bisschen spannend. Die Achtelfinal-Auslosung findet am Sonntag (18.30 Uhr) in der ARD-Sportschau statt. Nächster Einsatz der Roten Bullen: Am Sonnabend, 18.30 Uhr, bei Silvas Ex Eintracht Frankfurt. Die SGE hat unter Neu-Coach Oliver Glasner bescheidene neun Liga-Punkte gesammelt, geht angespannt und nach dem Pokal-Erstrunden-Aus in Mannheim ausgeruht ins Match.

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Pflichtaufgabe erfüllt: RB Leipzig zieht durch einen 1:0-Erfolg beim SV Babelsberg 03 in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Zur Galerie
Pflichtaufgabe erfüllt: RB Leipzig zieht durch einen 1:0-Erfolg beim SV Babelsberg 03 in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein. ©

Rein ins stimmungsvolle Mini-Stadion. Marsch mit sieben (!) Änderungen gegenüber der Fürth-Partie. Josep Martinez steht im Tor, Mo Simakan kehrt in die Abwehr zurück. Neu im Mittelfeld: Tyler Adams, Kevin Kampl, Dominik Szoboszlai und Hugo Novoa. Zweiter Stürmer neben André Silva: Yussuf Poulsen, der Wende-Mann von 4:1 gegen Fürth. Die maladen Marcel Halstenberg, Brian Brobbey, Dani Olmo und Lukas Klostermann und Konrad Laimer saßen nicht im RB-Teambus gen Babelsberg. Wie auch Stammtorhüter Peter Gulacsi.

Erste Chance im Spiel, Benny Henrichs lässt sie nach netter Freistoß-Variante liegen (9.). Daniel Frahn, Markus Hoffmann (beide mit RB-Vergangenheit) und Co. machen die Räume eng, setzen in der 16. Minute einen Nadelstich. Robin Müller taucht plötzlich vor Martinez auf, kommt vom geraden Wege ab, bekommt den Ball nicht mehr Richtung Tor bewegt. Kurz später hat Poulsen die Führung auf dem Fuß, Torhüter Jannick Theißen ist zur Stelle. RB hat den Ball, aber selten zielführende Eingebungen. Eine Ausnahme der unproduktiven Kombinationsorgie: In der 29. Minute scheitert Novoa nach Klasse-Stafette über die linke Seite am Torhüter. Auffälligster Leipziger des ersten Durchgangs ist Benny Henrichs. Der macht über rechts Dampf, setzt zum Beispiel Poulsen ein, knapp vorbei (38.). Dann schlägt es ein, muss der lässige Stadionsprecher ein stöhend dargebrachtes „1:0 für die Gäste“ vermelden. Torschütze: Dominik Szoboszlai. Vorarbei: Poulsen: Assistent: Henrichs.

Halbzeit. Ja, Spiel auf ein Tor. Nein, kein Drei-Klassen-Unterschied. Babelsberg wehrt sich mit Händen und Füßen, zieht sich an jedem gewonnenen Zweikamp hoch, nimmt dem Vize-Meister Raum und Zeit. RB lässt den Ball laufen, sucht Lücken, finden selten welche. Das 1:0 ist natürlich trotzdem hochverdient.

Wiederbeginn und fast das 2:0. Novoa macht es nach Kampl-Vorarbeit nicht. Dann rettet Keeper Theißen sensationell gegen Silva. RB drängt aufs 2:0, der SVB rennt sich einen Wolf, bleibt in der Partie. Marsch bringt seinen besten Spieler, Christopher Nkunku kommt für Silva (68.). Die Gastgeber lösen sich kurzzeitig aus der Umklammerung, kontern durch Müller. Schuss, Außennetz. Dann muss Nkunku eine Szoboszlai-Flanke nur noch zum 2:0 einköpfen. Geht schief. Abpfiff im legendären Karl-Liebknecht-Stadion, der Ausflug in die Vergangenheit ist beendet. Sonderlich neuzeitlich haben sie nicht gespielt, die Roten Bullen.


Die Statistik zum Spiel:

Babelsberg: Theißen - Rausch (56. Jürgens), Lela, M. Hoffmann, Wegener - Danko, Gencel, J. Wilton, T. Schmidt (80. Zille), R. Müller - Frahn.

Leipzig: Martinez - Henrichs, Simakan (80. Gvardiol), Orban, Angelino - Adams, Kampl, Novoa (90.+1 Forsberg), Szoboszlai (80. Moriba) - Poulsen, Silva (68. Nkunku).

Tore: 0:1 Szoboszlai (45.).

Zuschauer: 6218 (ausverkauft).