07. Mai 2022 / 08:15 Uhr

Mit Nachwuchssorgen: Reinsdorfer Motocross-Team Raudies Racing ist in Saison gestartet

Mit Nachwuchssorgen: Reinsdorfer Motocross-Team Raudies Racing ist in Saison gestartet

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Veit Raudies vom Team Raudies Racing (weinrotes Cappy) ist auf der Suche nach Nachwuchs.
Veit Raudies vom Team Raudies Racing (weinrotes Cappy) ist auf der Suche nach Nachwuchs. © Doreen Müller-Uhlig
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Die Jungs des Reinsdorfer Motocross-Team Raudies Racing sind in die Saison gestartet. Besonders gut lief der Start für den Waldheimer Oskar Gühne. Trotzdem plagen den Verein Nachwuchssorgen.

Waldheim/Reinsdorf. Die Tiefsandstrecke „Königshovener Höhe“ des MSC Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss war am letzten Märzwochenende der Schauplatz für das Auftaktrennen der Deutschen Motocross-Meisterschaft als auch der Deutschen-Jugend-Motocross-Meisterschaft 85ccm, bei der der Reinsdorfer Nachwuchs seinen Winterfrost abschütteln wollte.

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Kids für Probetraining gesucht

„Die Kinder haben den ganzen Winter über viel mit dem ADAC Förderkader u. a. in Italien zusammen trainiert“, erklärte Veit Raudies im Vorfeld. Vier seiner Zöglinge zählen zu den Förderpiloten der ADAC Stiftung Sport. Gereicht für einen positiven Auftakt hat dies diesmal jedoch nicht, Platzierungen jenseits der Top 15 und ein verletzter Teamfahrer waren die magere Bilanz der ersten Veranstaltung der Motocross-Truppe in Grevenbroich. „Natürlich ist so ein Ergebnis für uns nicht zufriedenstellend, aber manchmal braucht man so einen Dämpfer nochmal, um wach zu werden und sich wieder richtig für die Saison zu motivieren“, sieht Raudies das Ganze gelassen.

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Dennoch hieß es anschließend noch einmal mächtig ranklotzen, um für den Saisonauftakt der Landesmeisterschaft Sachsen besser aufgestellt zu sein, denn im vergangenen Jahr stand das Raudies Racing Team bei der MX Sachsen regelmäßig auf dem Podest und holte sich, mit Oskar Gühne an der Spitze, beim Saisonfinale in Jauer den Meistertitel 2021. Beim ersten Rennen in Jämlitz in der Oberlausitz auf feinem Sand schaffte es der amtierende Sachsenmeister erfreulicherweise wieder aufs Podest, auch in der Clubsport-Wertung war den Mittelsachsen mit dem dritten Rang von Robin Mietzsch ein Platz auf dem Treppchen sicher.

Dennoch plagen den einstigen Motocross-Helden Veit Raudies Sorgen der besonderen Art. Es fehlt an Nachwuchs bei den Waldheimern. „In der 50ccm-Klasse wo wir früher sehr gut aufgestellt waren, sieht es bei uns momentan schlecht aus. Da haben wir leider keinen Nachwuchsfahrer im Moment beziehungsweise muss der Nachwuchs auch erst einmal so weit trainiert werden, bis er auch wettbewerbsfähig ist. Das heißt ein Jahr festigen und trainieren, steht hier an erster Stelle, somit haben wir für den Wettbewerb gerade keinen, den wir einsetzen können und die Talente, die wir noch haben, sind in höhere Klassen aufgestiegen. Es wäre somit schön, wenn sich interessierte Kinder und Eltern finden, die in den Sport reinschnuppern möchten“, wirbt Raudies für seine kleine Truppe und stellt Interessenten ein Probetraining, welches für gewöhnlich mittwochs auf dem hauseigenen Trainingsgelände in Reinsdorf stattfindet, in Aussicht.

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Anspruchsvoller Sport

Gleichzeitig macht Raudies darauf aufmerksam, dass für den Motorsport auch im Motocross nicht nur das nötige Kleingeld da sein muss, um den Sport auch betreiben zu können. „Das Training ist die eine Seite, hinzu kommt neben finanziellen Aspekten besonders ein Faktor, der oft wenig gesehen und unterschätzt wird und das ist der Zeitfaktor! Die Eltern brauchen, wenn man am Wochenende an Rennen teilnimmt, mindestens komplett anderthalb Tage in der Woche an Zeit, nur für das Kind. Hinzu kommen noch Training, Vorbereitung, Nachbereitung, was auch nochmal ungefähr einen Tag ausmacht. Und manche Eltern haben das Finanzielle, aber die Zeit nicht und bei anderen ist es genau andersrum, oder beides ist da und es fehlt leider an Talent“, weiß Familienvater Raudies, der jahrelang selbst erfolgreich im Motocross unterwegs war.

Im Sponsoring bedarf es ebenfalls an Eigenleistung bei den angehenden Geländesportlern, auch wenn Raudies selbst Unterstützer für sein Team gewinnen konnte. Schulisch sollte es natürlich ebenso passen, damit man für Events und professionelle Trainings freigestellt werden kann. Probleme mit den Lerneinrichtungen hatte Raudies in seiner Laufbahn als Nachwuchstrainer bisher jedoch nie, da bei seinen Schützlingen immer die Basis gepasst hat, um später am Wettbewerb teilnehmen zu können. Hierfür lässt sich der 41-Jährige auch schon mal die Zeugnisse zeigen. Zudem unterstützt er seine Schützlinge, wo er nur kann, und das am liebsten persönlich vor Ort, wie beim nächsten Lauf der Landesmeisterschaft im westsächsischen Culitzsch am 7. Mai 2022.

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