17. April 2019 / 13:37 Uhr

Mit Schwung in den Endspurt: So vergoldet RB Leipzig seine starke Saison

Mit Schwung in den Endspurt: So vergoldet RB Leipzig seine starke Saison

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
In der laufenden Saison gab es schon reichlich Grund zum Feiern für die Jungs von RB Leipzig.
In der laufenden Saison gab es schon reichlich Grund zum Feiern für die Jungs von RB Leipzig. © Getty Images
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RB Leipzig spielt eine bärenstarke Bundesliga-Saison und könnte einige Marken aus der Premierenspielzeit vor zwei Jahren knacken. Unter anderem lassen der breite Kader und die Defensive auf den Endspurt hoffen.

Leipzig. Schon jetzt – fünf Spieltage vor Schluss – kann RB Leipzig auf eine erfolgreiche Saison blicken. Auf den letzten Metern liegen jedoch noch einige dicke Brocken. Unter anderem warten der deutsche Rekordmeister Bayern München, Überraschungsteam Werder Bremen und das schwere Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach. Diese Faktoren sprechen dafür, dass die Roten Bullen ihre Saison dennoch vergolden.

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Kaum Verletzte - auch Upamecano vor Comeback

Beim öffentlichen Training am Dienstag verpasste nur Reservist Jean-Kevin Augustin die komplette Einheit. Die zuletzt angeschlagenen Tyler Adams (Adduktorenprobleme) und Yussuf Poulsen (Angina) standen bereits wieder auf dem Platz, mussten noch ein individuelles Programm absolvieren, könnten aber im Saisonendspurt wieder zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für Dayot Upamecano. Der Franzose hatte als Abwehrchef in der Hinrunde eine überragende Rolle gespielt, sich jedoch Anfang Januar im Training eine Knorpelquetschung zugezogen. Die Genesung zog sich deutlich länger hin, als ursprünglich angenommen, auch ein kompletter Saison-Ausfall stand im Raum. Nun könnte "Upa" doch noch eine Option für die letzten Wochen werden.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom RB-Training am 16. April

Bei RB Leipzig hat am Vormittag des 16. April die Vorbereitung auf die wichtige Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach begonnen. Zur Galerie
Bei RB Leipzig hat am Vormittag des 16. April die Vorbereitung auf die wichtige Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach begonnen. © Dirk Knofe

Flexibilität im Mittelfeld

Mittlerweile hat auch Emile Smith Rowe seine langwierige Leistenverletzung überstanden und am Samstag sein Kurz-Debut im RB-Dress gefeiert. Der junge Engländer ist seit der Winterpause vom FC Arsenal ausgeliehen und für Ralf Rangnick eine weitere Option im Kader. Dort haben sich Tyler Adams und Amadou Haidara, die ebenfalls vor der Rückrunde nach Leipzig gekommen sind, bereits ihren Platz erkämpft. Die beiden lassen sich schon jetzt ohne Abstriche als Transfer-Erfolge verbuchen. Mit den Neuzugängen kann RB Ausfälle wie den von Mittelfeldstar Emil Forsberg in der Hinrunde viele besser kompensieren. Außerdem machen Adams und Haidara die Roten Bullen deutlich unberechenbarer. Das breit aufgestellte Mittelfeld mit mehreren Spielern, die in der Lage sind, verschiedene Positionen und Systeme zu spielen, erwies sich zuletzt als immer wieder als Vorteil und könnte in den letzten Saisonspielen große Trumpf werden.

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Die Defensive als Prunkstück

Ein solcher ist die Defensive längst. 22 – in Worten: zweiundzwanzig – Gegentore hat RB Leipzig in der laufenden Spielzeit gefangen und ist damit Ligaspitze. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt mit 41 fast doppelt so viele. Selbst im Premierenjahr, als RB am Ende einen überragenden zweiten Platz feiern durfte, standen nach dem 29. Spieltag bereits 30 Gegentore auf dem Konto. Großer Rückhalt ist dabei Peter Gulacsi. Der Torwart blieb in 15 Ligaspielen ohne Gegentreffer und führt damit das "Weiße-Weste-Ranking" an. Besonders selten muss der Ungar in der zweiten Hälfte hinter sich greifen: 2019 hat er zwischen Minute 45 und 90 in der Liga noch keinen Treffer kassiert. Auch deshalb ist die Defensive das absolute Prunkstück im System Rangnick und dürfte in dieser Form ein Erfolgsgarant bleiben.

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DURCHKLICKEN: Peter Gulacsi bei RB Leipzig

Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  Zur Galerie
Mai 2016: Gulacsi feiert den Aufstieg  ©

Die aktuelle Form

Die Statistiken sprechen für sich: dreizehn Pflichtspiele ungeschlagen, auswärts im Jahr 2019 noch ohne Punktverlust. Zwölf Zähler aus den vergangenen vier Spielen bedeuten zudem nicht nur einen neuen Vereinsrekord sondern machen Leipzig auch zur Mannschaft der Stunde. In der Rückrundentabelle steht RB mit im Schnitt 2,25 pro Spiel hinter dem FC Bayern München auf Platz zwei. Hält Rangnicks Mannschaft diese Form, wäre in diesem Jahr sogar eine Steigerung zur Premieren-Saison in der Bundesliga möglich. Zum Vergleich 2016/17 kam RB am Ende auf 67 Zähler. Um das zu toppen, müsste RB aus den restlichen fünf Partien zehn Punkte geholt werden, könnte sich sogar noch eine Niederlage leisten.

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Champions League und DFB-Pokal als große Motivation

Sicher wäre mit dieser Ausbeute auch die Qualifikation für die Champions League. Nach dem knappen Scheitern vor einem Jahr und dem desolaten Abschneiden in der Europa League in dieser Saison lechzen Fans und Verein nach der Königsklasse. Ein Sieg am Samstag bei Borussia Mönchengladbach würde den Vorsprung auf den direkten Konkurrenten und den Europa-League-Platz auf 10 Punkte anwachsen lassen. Dass selbiger von Rangnicks derzeit sehr gefestigt auftretender Mannschaft in dann noch vier Partien verspielt werden würde, scheint fast unmöglich. Zu guter Letzt wäre da noch der Traum von Berlin. Erstmals in der Vereinsgeschichte steht RB im Halbfinale des DFB-Pokals. Dort wartet am Dienstag mit Zweitligist Hamburger SV eine machbare Aufgabe. Der Traum vom ersten Titel motiviert Spieler wie Verantwortliche in den vergangenen Wochen zusätzlich. Von Druck ist hingegen wenig zu spüren.

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